Neues aus Sportdeutschland
„Der organisierte Sport kann als Motor für eine nachhaltige Entwicklung dienen“
DOSB: Herr Palm, der DOSB hat erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht vorgelegt. Welche Bedeutung hat dieser Schritt für den organisierten Sport insgesamt?
Christof Palm: Der erste Nachhaltigkeitsbericht des DOSB ist ein historischer und zugleich strategischer Meilenstein, der Nachhaltigkeit fest in den Werten des organisierten Sports verankert. Er schafft Transparenz über den Ist-Zustand, kann als Orientierungsinstrument für den gesamten organisierten Sport dienen und positioniert diesen mit seinen rund 86.000 Vereinen und Tausenden Verbänden als Motor für eine nachhaltige Entwicklung in der Zukunft. Er soll die Nachhaltigkeitsbemühungen über reine Umweltfragen hinaus auf soziale und ökonomische Dimensionen ausdehnen und signalisiert damit, dass Nachhaltigkeit keine optionale Kür, sondern eine Kernaufgabe mit gesellschaftspolitischer Verantwortung ist.
Welche Signalwirkung geht von dem Bericht für Landesverbände und Vereine aus, die sich bereits mit Nachhaltigkeit beschäftigen – aber auch für jene, die noch am Anfang stehen?
Der DOSB nimmt mit dem Bericht eine Vorreiterrolle ein und setzt ein klares Zeichen, dass das Thema Nachhaltigkeit auf höchster Ebene des deutschen Sports nicht nur angekommen, sondern von höchster Bedeutung ist. Dies motiviert einerseits, übt vielleicht auch ein wenig Druck auf LSBs, Landes- und Spitzenverbände sowie Sportvereine aus, eigene Maßnahmen zu ergreifen. Der Bericht liefert fortgeschrittenen Organisationen Best-Practice-Beispiele und ermöglicht einen transparenten Vergleich und Wissensaustausch, etwa über den Hinweis auf das Webportal "Nachhaltige Sportveranstaltungen“. Für jene, die noch am Anfang stehen, bietet der Bericht eine klare Struktur und einen "roten Faden". Er demonstriert, dass Nachhaltigkeit bereits ganz nebenbei im Vereinsalltag geschieht, zum Beispiel im sozialen Bereich, bietet niedrigschwellige Einstiegspunkte und zeigt konkrete Handlungsfelder in den Bereichen Mobilität, Veranstaltungen oder Infrastruktur auf.
„Der Irrglaube, dass sich ein später Einstieg in Sport nicht lohnt, ist längst widerlegt“
Wenn am 6. Februar die Olympischen Winterspiele in Norditalien eröffnet werden, startet Bernd Wolfarth bereits in seine zwölften Spiele als Sportmediziner bei Olympia; zunächst zweimal für den Biathlon-Verband, 2008 in Peking als stellvertretender Chief Medical Officer und seit 2010 in Vancouver als Chefmediziner des Team D. Der 60-Jährige, der im Hauptberuf die Abteilung Sportmedizin der Charité in Berlin leitet, ist auf seinem Feld einer der anerkanntesten Experten. Für unsere Serie „20 Jahre DOSB“ spricht der gebürtige Freiburger über die Entwicklungen der vergangenen 20 Jahre im Bereich Gesunderhaltung durch Sport und gibt Tipps für den Einstieg ins Sporttreiben.
DOSB: Bernd, du erlebst in Italien deine zwölften Olympischen Spiele, die neunten als Chief Medical Officer des DOSB. Verspürst du immer noch Vorfreude oder Aufregung, oder ist Olympia für dich Business as usual geworden?
Bernd Wolfarth: Auf keinen Fall, die Vorfreude ist immer noch groß, die Aufregung dagegen ein wenig geringer. Wenn man so oft in dieser Funktion verantwortlich war, kennt man die administrativen Abläufe und weiß, was einen erwartet. Das macht mich ein Stück weit gelassener. Die Vorfreude ist aber ungetrübt.
Was sind deine wichtigsten Aufgaben als leitender Olympiaarzt?
In erster Linie fungieren mein Team und ich als Ansprechpartner für das medizinische Personal der Fachverbände, die vor Ort sind. Meine Kollegin Katharina Blume und ich teilen uns die Zuständigkeiten für die sechs Cluster untereinander auf. Wenn es an einem Standort ein medizinisches Thema gibt, zum Beispiel, wenn Medikamente fehlen oder es einer Zweitmeinung zu einem medizinischen Problem bedarf, stehen wir zur Verfügung. Ich persönlich habe zudem einige medizinisch-administrative Aufgaben. Als Beispiele kann ich hier das Thema medizinische Ausnahmegenehmigungen oder den Austausch von Athletinnen und Athleten auf der Basis von medizinischen Gründen anführen. Hierfür ist die Kommunikation mit dem IOC oder den internationalen Fachverbänden beziehungsweise deren ärztlichen Kommissionen notwendig.
Unser Thema sollen heute nicht die Olympischen Spiele sein, sondern die Bedeutung von Sport in der Spitze und vor allem in der Breite für die Gesunderhaltung. Wie haben sich über die vergangenen 20 Jahre, die der DOSB existiert, die Bedarfe von Leistungssportler*innen in der Umsetzung von Gesundheitsthemen verändert?
Das ist ein sehr individueller Bereich, eine allgemeingültige Antwort kann ich hier nicht geben, da die Athletinnen und Athleten ganz unterschiedliche Zugänge zum Thema Gesundheit haben. Das ist von der jeweiligen Sportart ebenso abhängig wie von der persönlichen Geschichte. Was sich definitiv verändert hat, sind die Rahmenbedingungen, also die grundsätzliche Wahrnehmung des Themas Gesundheit und der Umgang damit. Dadurch dass sich jeder Mensch im Internet aus nahezu unerschöpflichen Quellen informieren kann, ist das Wissen in diesem Bereich deutlich gewachsen, aber auch die Unsicherheiten, weil viele nicht wissen, was sie mit all den Informationen anfangen sollen. Das ist eine Herausforderung für die Medizin, die viel Aufklärungsbedarf mit sich bringt.
Schauen wir auf den Breitensport. Wie unterscheidet sich die Herangehensweise an das Thema Gesunderhaltung im organisierten vom individuellen Freizeitsport?
Auch hier gibt es große individuelle Unterschiede. Es gibt Vereine, die sind in diesem Bereich so gut wie gar nicht aufgestellt. Aber in der Regel spielt der medizinische Aspekt von Sport im organisierten Bereich doch eine wichtige Rolle. Vereine und Verbände, die dem Leistungssport eine hohe Bedeutung zumessen, ermöglichen ihren Sportlerinnen und Sportlern oft umfangreichen Zugriff auf medizinische Versorgung. Im Breitensport spielt das Thema naturgemäß eine untergeordnete Rolle, da müssen sich Athletinnen und Athleten eher selbst um ihre Versorgung kümmern. Was wir zweifelsohne wahrnehmen, ist der Trend der Vereine, mehr Gesundheitsangebote zu machen, zum Beispiel Rehasport oder besondere Angebote für Kinder oder alte Menschen. Das sind Trends, die die Mitgliedergewinnung positiv beeinflussen. Zusammengefasst kann ich sagen, dass Gesunderhaltung und Therapie Felder sind, die eine höhere Bedeutung als früher haben, bei denen aber die intrinsische Motivation, sich darum zu bemühen, weiterhin eine wichtige Rolle spielt.
In welcher Form hat sich der Umgang mit dem Thema Gesunderhaltung durch Sport in der Gesellschaft in den vergangenen 20 Jahren verändert? Geht der Trend zum Körperkult einher mit einer erhöhten Bereitschaft, leistungsfördernde, aber gesundheitsgefährdende Substanzen zu konsumieren?
Für den Kraftsport lässt sich das anhand der wissenschaftlichen Datenlage schon konstatieren, da haben wir ein leistungsorientiertes Klientel, das sich nicht den im organisierten Sport vorhandenen Regelwerken unterwirft und eine deutlich niedrigere Hemmschwelle hat, sich solcher, in den Anti-Doping-Regeln des organisierten Sports verbotenen Substanzen zu bedienen. Im Allgemeinen sehe ich aber keine signifikante Zunahme auf diesem Gebiet. Was wir beobachten: Die Schere zwischen denen, die sich kaum oder gar nicht bewegen, und denen, die sehr umfänglich oder leistungsorientiert Sport treiben und dabei zu Extremen neigen, geht immer weiter auseinander. Das ist eine Herausforderung, der wir uns auch aus Sicht der Medizin stellen müssen.
Der perfekte Ort für den Abschied von Olympia
Der 16. Februar ist bei den Olympischen Winterspielen in Norditalien ein wettkampffreier Tag für die Langläuferinnen, für Katharina Hennig Dotzler aber wird es trotzdem ein besonderer Tag sein. An jenem Datum gewann die 29-Jährige vor vier Jahren in Peking die Goldmedaille im klassischen Teamsprint. Wohl jeder Wintersportfan erinnert sich an den Kommentar von SWR-Reporter Jens-Jörg Rieck, dem in dem Moment, in dem Schlussläuferin Victoria Carl als Erste die Ziellinie überquerte, die Stimme überschlug: „Ja, hast du denn die Pfanne heiß“, dieser Ausruf ist zum Klassiker geworden und bringt auch Katharina immer noch zum Schmunzeln. Seit jenem Triumph haben Victoria Carl und sie an jedem Jahrestag die Erinnerungen gemeinsam aufleben lassen. In diesem Jahr allerdings wird das anders sein.
Wegen eines Dopingvergehens ist die 30-Jährige vom SCM Zella-Mehlis suspendiert. Das endgültige Urteil steht aus, die Winterspiele verpasst sie aber auf jeden Fall, und um nicht noch tiefer in der sowieso schon klaffenden Wunde zu bohren, wird Katharina während ihres Aufenthalts in Val di Fiemme keinen Kontakt mit ihrer Goldpartnerin aufnehmen. „Es ist für sie eine sehr harte Zeit, ich wünsche ihr viel Kraft und die richtigen Leute um sich herum. Besonders am 16. Februar werde ich sehr an sie denken“, sagt die Athletin vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal am Donnerstagmittag bei der Team D Einkleidung in der MTC World of Fashion in München. Trotz der Atemschutzmaske, die sie trägt, um drei Wochen vor dem Olympiastart keine Erkrankung mehr zu riskieren, ist ihr die Betroffenheit aus dem Gesicht zu lesen.
2022 hat sie gelernt, was ein freier Kopf bedeutet
Die Erinnerungen an den Tag ihres größten sportlichen Erfolgs vermag die Tragik um ihre Teamkollegin indes nicht zu trüben. Wobei die Goldmedaille in der Rückschau nicht ihr emotionalstes Olympiaerlebnis darstellt. Vier Tage zuvor hatte sie mit der 4x5-km-Staffel Silber gewonnen. „Es war nach vielen vergebenen Anläufen, in denen wir manchmal ganz knapp verpasst hatten, aufs Podest zu kommen, endlich die erhoffte Medaille bei einem Großereignis, deshalb waren die Gefühle dabei noch intensiver als beim Olympiasieg“, sagt sie. Als Schlussläuferin Sofie Krehl (30/SC Oberstdorf) ihre gut zwei Sekunden Vorsprung auf Schwedens Jonna Sundling ins Ziel gerettet hatte, sei eine solche Last abgefallen, „dass ich mich wie befreit gefühlt habe. In den Teamsprint bin ich deshalb so gelöst wie nie in ein olympisches Rennen gegangen. Ich hatte eine Medaille sicher, die konnte mir niemand mehr nehmen. An dem Tag habe ich gelernt, was es bedeutet, wenn der Kopf wirklich frei ist. Wir hatten einfach nur Spaß“, sagt sie.
Dieses Gefühl zu konservieren und in folgende Rennen hinüberzuretten, habe sie zwar versucht, gelungen sei es ihr nicht. „Jede Athletin, jeder Athlet kennt das: Manchmal hat man einen Lauf, dann entwickelt sich ein Selbstverständnis, das einen in einen Flow versetzt. Das funktioniert zumindest bei mir aber nur über Erfolge und die daraus resultierende Sicherheit. Umgekehrt ist es aber so, dass negative Erfahrungen auch dazu führen können, dass gar nichts mehr läuft. Wenn Scheiße, dann Scheiße mit Schwung“, sagt sie. Und Schwung dieser Art hat Katharina, die seit der Hochzeit mit ihrem langjährigen Partner Christian Dotzler an Ostern 2025 ihren Doppelnamen trägt, in den vergangenen zwei Jahren einigen mitgenommen. Zuletzt zog sie sich über den Jahreswechsel aus der Tour de Ski zurück, weil sie sich nicht zu 100 Prozent wettkampfbereit fühlte und mit Blick auf die Olympischen Spiele nichts riskieren wollte.
„Am Ende fragt niemand, wie viele Interviews du gegeben hast“
Doch, ein kleiner Showman sei er schon, sagt Finn Sonnekalb, als er am Freitagnachmittag im Rahmen der Team D Einkleidung in der MTC World of Fashion in München gefragt wird, wie das denn so sei mit der vielen Aufmerksamkeit, die ihm gerade zuteilwird. Den Zusatz „klein“ kann man allein deshalb schon streichen, weil Deutschlands neue Eisschnelllauf-Hoffnung mit 1,93 Metern Körperlänge nicht nur optisch fast alle überragt. Wer ihn beobachtet, wie er wippenden Schritts und in Adiletten in Begleitung mehrerer Teamkollegen seinen Einkaufswagen über die Eventfläche schiebt, an jedem Stand aufs Neue selig wie ein Kind am Heiligen Abend die nächsten Kleidungsstücke anprobiert und dabei alle, die um ihn herumstehen, in Gespräche verwickelt, kann erahnen, wieviel Showtalent in diesem 18-Jährigen steckt, der im Februar in Mailand seine Premiere bei Olympischen Winterspielen erleben wird.
Patrick Beckert dagegen absolviert seine Einkleidung zwar ebenfalls seinem Charakter entsprechend, aber im größtmöglichen Kontrast. Nur in Begleitung seiner Ehefrau Lara Eileen, die er im vergangenen Sommer in London ebenso still geheiratet hat, packt der 35-Jährige die gut 60 Teile umfassende Kollektion in die zwei dafür bereitgestellten Taschen. Die Routine eines Athleten, der zum fünften Mal am größten sportlichen Wettkampf teilnehmen wird, ist ihm aus fast jeder Bewegung, jeder Geste abzulesen. Und trotzdem spürt man, was es ihm bedeutet, ein weiteres Mal - und, da ist er entschieden, das letzte Mal - Teil von Team Deutschland zu sein.
Patrick Beckert gab mit 19 sein Olympiadebüt
Finn Sonnekalb, der auf sehr sympathische Art die Unbekümmertheit eines 18-Jährigen in all seine Aussagen einfließen lässt, zum Schweigen zu bringen, scheint ungefähr so erfolgversprechend, wie Donald Trump die Egozentrik auszutreiben. Aber im Gespräch, zu dem die Team D Medienabteilung ihn und Patrick Beckert gebeten hat, gibt es dann doch einige Momente, in denen der Shootingstar der Eisschnelllaufszene fast andächtig lauscht. 2010, als er in Vancouver sein Debüt unter den fünf Ringen gab, war Patrick 19 Jahre alt und ein ebenso idealistischer Youngster wie Finn. Auf die Frage, was er aus seiner Erfahrung von damals dem nur halb so alten Teamkollegen rate, sagt er: „Ich würde empfehlen, dass er es einfach genießt, denn man weiß nie, ob es noch ein nächstes Mal gibt. Er soll die beste Leistung abrufen, die in ihm steckt, aber sich nicht von den Erwartungen von außen ablenken lassen.“
Das allerdings ist möglicherweise leichter gesagt als getan. Die Bronzemedaille, die Jens Boden 2002 in Salt Lake City gewann, ist das bislang letzte olympische Edelmetall, das ein deutscher Eisschnellläufer holte. Die Sehnsucht nach einem Nachfolger ist riesig, entsprechend groß ist die Hoffnung, seit Finn Sonnekalb beim Weltcup-Auftakt in Salt Lake City (USA) Mitte November über die 1.500 Meter als Dritter nicht nur den ersten deutschen Podiumsplatz auf dieser Strecke seit 24 Jahren sicherte, sondern mit seinen 1:41,33 Minuten auch den bisherigen deutschen Rekord von Hendrik Dombek (1:43,73) pulverisierte und einen neuen Junioren-Weltrekord aufstellte. Auch über die 1.000 Meter schaffte er in 1:06,48 Minuten einen neuen deutschen Rekord und damit die doppelte Olympianorm.
DOSB veröffentlicht ersten Sustainability-Report
Mit der Veröffentlichung seines ersten Nachhaltigkeitsberichts setzt der DOSB ein deutliches Zeichen für verantwortungsvolles Handeln im organisierten Sport. Der 1. DOSB Sustainability Report 2024/2025 dokumentiert erstmals systematisch, wie Nachhaltigkeit in sozialen, ökologischen und ökonomischen Dimensionen im DOSB verankert ist.
Der Bericht ist Teil der 2024 überarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategie des DOSB und orientiert sich an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Ziel ist es, das eigene Handeln transparent darzustellen, Fortschritte sichtbar zu machen und den nachhaltigen Wandel im Sport aktiv zu gestalten.
Deutschland im Handballfieber mit Julian Köster
Nach dem historischen Erfolg der deutschen Frauen bei der Handball-Weltmeisterschaft, bei dem die Silbermedaille für enorme Aufmerksamkeit sorgte, richtet sich der Blick nun auf die Handball-Europameisterschaft der Männer, die am 15. Januar 2026 beginnt.
Julian Köster, Rückraumspieler beim VfL Gummersbach und wichtiger Akteur im deutschen Team, gibt im Gespräch spannende Einblicke in die Vorbereitung auf das Turnier und erklärt, warum Handball weit mehr ist als nur ein schneller Mannschaftssport. Wir sprechen über den aktuellen Hype der Sportart, seine persönlichen Anfänge und Rituale sowie darüber, warum es sich lohnt, Handball nicht nur zu verfolgen, sondern auch selbst im lokalen Sportverein aktiv zu werden. Zudem berichtet Köster von seinem Engagement bei Special Olympics Deutschland und seinem Wunsch, mehr Sichtbarkeit und (Sport-)angebote für Menschen mit Behinderungen zu schaffen.
Die größte Umkleidekabine Deutschlands
Zwei Wochen, ein klares Ziel und jede Menge Team-Spirit: Mit der offiziellen Einkleidung startet Team Deutschland in die heiße Phase auf dem Weg zu den Olympischen und Paralympischen Winterspielen Mailand Cortina 2026. Vom 7. bis 20. Januar 2026 wird das MTC world of fashion in München zum Treffpunkt für Athlet*innen, Trainer*innen und Betreuer*innen und zur wohl größten Umkleidekabine des deutschen Sports.
Die Team D Einkleidung: Zahlen, die beeindrucken
- Über 400 Athlet*innen sowie Trainer*innen und Betreuer*innen werden eingekleidet
- 7 olympische Spitzenverbände plus der Deutsche Behindertensportverband (DBS) sind vertreten
- Fast 70 Teile umfasst die offizielle Team-D-Kollektion von Ausrüster adidas
- 3.500 Quadratmeter Eventfläche auf zwei Ebenen
- 2 bis 3 Stunden dauert der komplette Einkleidungs-Durchgang pro Person
- Rund 80 Volunteers sorgen für einen reibungslosen Ablauf
- Rund 70 akkreditierte Journalist*innen berichten von der Einkleidung
Von Jacke bis Schuh: Die Einkleidung im Detail
Herzstück der Einkleidung ist die strukturierte Ausgabe der offiziellen adidas Kollektion. An mehreren Ausgabestationen erhalten Athlet*innen, Trainer*innen und Betreuer*innen ihre komplette Ausstattung für alle Einsatzbereiche der Olympischen und Paralympischen Spiele. Dazu zählen Village-Outfits für den Alltag im Olympischen Dorf, Opening-Outfits für die Eröffnungsfeier sowie die Podium-Bekleidung für den großen Moment der Siegerehrung. Ergänzt wird die Ausstattung durch verschiedene Jacken, Oberteile und Hosen in Damen- und Herrenschnitten, Schuhe, Accessoires sowie Taschen. Das zentrale „Key Piece“ der Kollektion bildet dabei das visuelle Highlight des Team-D-Looks für Mailand Cortina 2026.
Alle Stationen sind in einem klaren Ablauf organisiert, sodass jede Person ihre individuelle Ausstattung effizient anprobieren und zusammenstellen kann. Der komplette Durchgang dauert rund zwei bis drei Stunden. Ergänzt wird die Einkleidung durch Portrait- und Kampagnenshootings, Content-Stationen sowie eine Mixed-Zone für Mediengespräche. Aber auch zu den Themen Olympiabewerbung, Anti Doping und mentale Stärke können sich die Athlet*innen informieren.
Der DOSB - wie funktioniert der eigentlich?
Welches Selbstverständnis wir, der Deutsche Olympische Sportbund, haben, ist auf unserer Homepage zu lesen: „Wir sind die Stimme des Sports in Deutschland. Wir engagieren uns für den Vereinssport und für alle, die unsere Liebe zum Sport teilen. Wir stehen für die Olympische Idee und sind Teil der Olympischen und Paralympischen Bewegung“, steht dort geschrieben. Als Dachverband des organisierten Sports in Deutschland sind wir für 103 Mitgliedsorganisationen, für 29,3 Millionen Mitgliedschaften in rund 86.000 Vereinen verantwortlich. Aber wie funktioniert der DOSB? Welche Gremien und welche Fachressorts gibt es, und wie hängen die einen mit den anderen zusammen? Anlässlich unseres 20-jährigen Bestehens, das wir am 20. Mai feiern, haben wir im Rahmen unserer Serie „20 Jahre DOSB“ Daniel Marchi gebeten, Aufklärung zu leisten. Der 33-Jährige ist Referent des Vorstandsvorsitzenden und als Projektleiter Mitgliederversammlung ein profunder Kenner der DOSB-Strukturen.
Die beiden Kernaufgaben des DOSB, dessen Rechtsform der eingetragene Verein ist, sieht der frühere Mittelstreckenläufer im Interessenausgleich nach innen und der Interessenvertretung nach außen. „Unser Auftrag besteht darin, eine gemeinsame Stimme des Sports zu schaffen. Dafür müssen wir die verschiedenen Strömungen im organisierten Sport bündeln und unsere Anliegen geschlossen in der Öffentlichkeit vertreten. Hierfür braucht es klare Botschaften, Empathie und Führungsverantwortung“, sagt er. Die Governance des DOSB ist demokratisch aufgebaut und beruht auf drei zentralen Organen: der Mitgliederversammlung, dem ehrenamtlichen Präsidium und dem hauptamtlichen Vorstand. Kurz gesagt legt die Mitgliederversammlung den normativen Rahmen fest, das Präsidium entwickelt hieraus strategische Leitlinien und der Vorstand setzt diese operativ um. Die dahinter liegenden Prozesse sind in der Satzung geregelt und legen fest, wie Entscheidungen getroffen, Verantwortlichkeiten verteilt und Risiken überwacht werden.
Die Souveräne des DOSB sind unsere Mitglieder
Die Souveräne des DOSB sind die Mitglieder, die auf der einmal jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung (traditionell am ersten Samstag im Dezember) über alle wegweisenden Themen abstimmen - zuletzt über die DOSB-Ziele 2035 und den Entscheidungsweg zur Auswahl des nationalen Kandidaten für unsere Olympiabewerbung. Die 103 Mitgliedsorganisationen unterteilen sich in sogenannte „Verbändesäulen“ - Spitzenverbände mit 42 olympischen und 28 nichtolympischen Fachverbänden, Landessportbünde (16) und Verbände mit besonderen Aufgaben (17). Delegierte dieser Organisationen üben im „Parlament des deutschen Sports“ ihre Stimmrechte aus und sichern so die Partizipation der einzelnen Anspruchsgruppen. Während der Deutsche Fußball-Bund als mitgliederstärkster Verband im DOSB insgesamt 18 Stimmen dank acht Millionen eigener Mitgliedschaften auf sich vereint, hat das jüngste DOSB-Mitglied, der Deutsche Fallschirmsport Verband, mit gut 11.000 Mitgliedschaften eine Stimme.
Ebenfalls stimmberechtigt sind die Persönlichen Mitglieder; eine Gruppe aus bis zu 15 Personen (aktuell zwölf) aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen, die mit ihrer Expertise und Sichtbarkeit als Multiplikator*innen für DOSB-Themen wirken. Hierzu zählen u.a. die Olympiasieger*innen Kristina Vogel und Moritz Fürste, Monoski-Legende Anna Schaffelhuber, Yusra Mardini aus dem ersten olympischen Flüchtlingsteam und die „Wirtschaftsweise“ Prof. Dr. Veronika Grimm. Gemeinsam mit dem Präsidium werden sie für eine vierjährige Legislatur gewählt, das nächste Mal wieder im Dezember dieses Jahres.
Seit der DOSB im Mai 2006 aus der Fusion von Deutschem Sportbund (DSB) und Nationalem Olympischen Komitee (NOK) hervorgegangen ist, arbeitet das Präsidium komplett ehrenamtlich. Dies wird sich vom kommenden Jahr an ändern, nachdem die Mitgliederversammlung im Dezember 2025 dafür stimmte, den Präsidenten mit einem Monatssalär von 2.000 Euro und die Vizepräsident*innen mit je 1.000 Euro zu entschädigen. Erster Präsident war Thomas Bach, der im September 2013 an die Spitze des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wechselte und sein Amt deshalb niederlegte. Kommissarisch übernahm Hans-Peter Krämer, bis im Dezember 2013 Alfons Hörmann zum Nachfolger gewählt wurde. Seit Dezember 2021 amtiert unser aktueller Präsident Thomas Weikert, der hauptberuflich als Fachanwalt für Familienrecht in Limburg arbeitet.
Jede Stimme zählt: Anpfiff für den Publikumspreis bei den „Sternen des Sports“
In wenigen Wochen wird in Deutschland wieder über Gold gejubelt. Denn am 26. Januar verleihen der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Volksbanken Raiffeisenbanken in Berlin zum 22. Mal die „Sterne des Sports“ in Gold für besonderes gesellschaftliches Engagement von Sportvereinen sowie für kreative Sportvereinsentwicklung. Auch in diesem Jahr wird darüber hinaus am Vorabend ein Publikumspreis für herausragenden persönlichen Einsatz im Sportverein vergeben.
Den Publikumspreis bei den „Sternen des Sports“ loben der DOSB sowie die Volksbanken Raiffeisenbanken in Kooperation mit der ARD bereits zum elften Mal aus. Dafür wurden aus den 17 Finalistenvereinen drei Personen von einer Expertenjury nominiert. Wer von ihnen den Publikumspreis 2025 gewinnt, entscheidet nun die Öffentlichkeit. Zur Wahl stehen:
· Denise de Vries vom VfL Rastede e.V. (Niedersachsen, Region Weser-Ems)
· Omar Fahmy vom FuNah e.V. (Niedersachsen)
· Paul Werdin von der DLRG Weimar e.V. (Thüringen)
Die drei Nominierten werden nacheinander vom 13. bis 15. Januar im ARD-Morgenmagazin vorgestellt, am 16. Januar folgt eine Zusammenfassung der Kurzporträts. Die Filme stehen zudem auf sportschau.de und sterne-des-sports.de zur Verfügung. Alle Interessierten können ab dem 13. Januar (6.00 Uhr) abstimmen - ganz einfach und jederzeit auf www.sterne-des-sports.de/abstimmung-publikumspreis
Die Wahl läuft bis Freitag, 23. Januar 2026, um 12.00 Uhr. Die Person, die bis dahin die meisten Stimmen erhalten hat, gewinnt den Publikumspreis bei den „Sternen des Sports“ 2025. Je nach Platzierung dürfen sich die Nominierten über eine Prämie in Höhe von 2.000 Euro (1. Platz), 1.000 Euro (2. Platz) und 500 Euro (3. Platz) freuen. Die Ehrung wird am 25. Januar in der DZ BANK in Berlin stattfinden und das Ergebnis der Abstimmung tags darauf im Rahmen des Bundesfinales offiziell bekannt gegeben.
Jetzt abstimmen: „World Games Athlete of the Year“
Bei der 12. Ausgabe der World Games im vergangenen Jahr im chinesischen Chengdu vom 7. bis 17. August 2025 belegte das Team Deutschland Platz zwei in der Nationenwertung hinter dem Gastgeberland.
Für die Wahl zur*zum Athlet*in des Jahres wurden mit Nina Holt und dem Tanzpaar Marius Andrei Balan and Khrystyna Moshenska auch deutsche Athlet*innen nominiert, die bei den Spielen erfolgreich waren.
Rettungsschwimmerin Nina Holt ist mit fünf Goldmedaillen und drei Weltrekorden die erfolgreichste deutsche Athletin bei den Spielen der nicht-olympischen Sportarten. Sie ist sogar nach zwei Teilnahmen (2022 und 2025) die zweitbeste Athletin in der Geschichte der World Games. Die Sportsoldatin vom SC Magdeburg war außerdem gemeinsam mit Flossenschwimmer Max Poschart Fahnenträgerin des Team Deutschland bei der Eröffnungsfeier in Chengdu. Zu ihrer Nominierung sagt sie: „Ich freue mich sehr, unter den Nominierten zu sein. Es ist eine große Anerkennung für meine Ergebnisse bei den World Games in Chengdu.“
Marius Balan und Khrystyna Moshenska vom TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg tanzten im Latein-Finale der World Games zur Goldmedaille. Mit herausragenden 39,25 Punkten ließen sie die Konkurrenz aus Frankreich (38.58) und China (37.33) hinter sich. Das Paar tanzt seit 2014 erfolgreich zusammen und war bereits viermal Weltmeister sowie dreimal Europameister im Lateintanzen.
Insgesamt sind 30 Athlet*innen für den Titel „World Games Athlete Of The Year“ nominiert. Die erste Abstimmungsrunde läuft bis zum 26. Januar. In der zweiten Runde werden dann die besten zehn Nominierten noch einmal gegeneinander antreten. Diese Runde endet am 2. Februar.
Es wird jeweils für zwei Kandidat*innen abgestimmt. Wobei die erste Wahl zwei Stimmen, die zweite Wahl eine Stimme erhält.
„Die Strahlkraft von Olympia ist größer als alles andere“
Eine Fleischwunde am linken Fuß, die Normalsterbliche wahrscheinlich wochenlang vom Sporttreiben abhalten würde, ist aktuell seine größte Sorge. „Der Fuß ist offen, ich muss schauen, dass wir das in den Griff bekommen“, sagt Christopher Grotheer am Samstagnachmittag, nachdem er in der MTC World of Fashion in München seine Bekleidung für die Olympischen Winterspiele in Norditalien (6. bis 22. Februar) in Empfang genommen hat. Deswegen auf den Heimweltcup in Altenberg in der kommenden Woche zu verzichten, käme dem 33-Jährigen allerdings nicht in den Sinn. Im Gegenteil, er freut sich sehr auf den letzten Formtest vor dem Saisonhöhepunkt, und angesichts der Probleme, die er zu Beginn des Weltcup-Winters mit sich herumschleppte, ist der malade Fuß kaum mehr als eine Randnotiz für ihn.
Christopher Grotheer wird nachgesagt, dass er kein Mann vieler Worte sei. Doch wer ihm zuhört, wenn er über die vergangenen Monate spricht, spürt deutlich, wie intensiv diese Phase für ihn gewesen sein muss. Als Skeleton-Olympiasieger von Peking 2022 hatte sich der gebürtige Wernigeroder, der mittlerweile in Thüringen lebt und für den BSR Rennsteig Oberhof startet, für seine dritten Spiele vorgenommen, im Eiskanal von Cortina erneut den Medaillenkampf zu prägen. Nach einer gelungenen Vorbereitung war er beim ersten Lehrgang auf Eis beim Anschieben auf den Griff seines Schlittens gestürzt und hatte sich eine Adduktorenquetschung mit Einblutung zugezogen. Kaum wieder fit, erlitt er Mitte November, eine Woche vor dem Weltcupstart in Cortina, einen Muskelfaserriss in der Wade.
Mehrere Verletzungen warfen ihn zum Saisonstart zurück
„Ich konnte kaum anschieben, fahrerisch hat es mir den Stecker gezogen“, sagt er im Rückblick. Trotz seiner langjährigen Erfahrung kamen Gedanken auf, die ihn beunruhigten. „Ich hatte ständig im Hinterkopf: Wenn du dich jetzt noch einmal verletzt, war es das mit Olympia. Das hat mich schon runtergezogen. Ich habe bis Mitte Dezember ständig in mich hineingehorcht und versucht, bloß keine falschen Bewegungen zu machen“, sagt er. Da Unsicherheit im Rennsport allerdings kontraproduktiv ist, kehrte Christopher Grotheer am Wochenende vor Weihnachten in Sigulda (Lettland) in den Weltcup zurück - und tankte mit einem fünften Platz viel Selbstvertrauen. „Da habe ich gespürt: Wenn ich selbst unter solch widrigen Bedingungen mithalten kann, dann muss mir nicht bange sein“, sagt er.
Die Feiertage nutzte das Kraftpaket für intensives Aufbautraining, seitdem zeigt die Leistungskurve in die Richtung, die er sich erhofft hatte. Und auch die negativen Gedanken sind, nachdem es in dieser Woche in St. Moritz (Schweiz) zu EM-Bronze reichte, längst wieder positiver Überzeugung gewichen. Der siebenmalige Weltmeister zieht einen Vergleich zur vergangenen Saison, mit dem er sich für Olympia zusätzlich Mut macht. „2024/25 habe ich die ersten vier Weltcuprennen gewonnen, bei der WM war dann aber die Luft raus. Dieses Mal mache ich es umgekehrt und habe meinen Formhöhepunkt in Cortina“, sagt er.
Was ein Olympiasieg auslöst, kann Christopher Grotheer seit seiner Triumphfahrt von Peking persönlich einschätzen. „Die Goldmedaille war ein deutlicher Boost, sowohl für meine Bekanntheit als auch im Sponsoring. Mit einem WM-Titel ist das nicht zu vergleichen, die Strahlkraft ist viel größer als alles andere“, sagt er. Überhaupt war das Jahr 2022 sein Jahr, er heiratete seine Partnerin Mary-Ann, ein halbes Jahr nach Olympiagold kam Tochter Elsa zur Welt. Dass die Dreijährige nun in Italien dabei sein wird, wenn der Papa erneut auf Goldsuche geht, erfüllt ihn mit großer Vorfreude. „Meine ersten Spiele 2018 in Pyeongchang waren beeindruckend, aber sportlich enttäuschend. Peking war sportlich super, aber wegen Corona von der Atmosphäre her enttäuschend, es war wie ein Job, den man erledigt hat. Nun freue ich mich riesig, Olympische Spiele quasi vor der Haustür erleben zu können“, sagt er.
Jenny und Benny - ein ganz besonderes Eistanzpaar
Als er am Donnerstagmittag die Einkleidung für die Olympischen Spiele in Norditalien absolviert hatte und mit zwei prall gefüllten Koffern im Mixed-Zone-Bereich der MTC World of Fashion in München saß, hatte Benjamin Steffan ein kleines Problem. „Mir gefällt die Kleidung am besten, die man auf dem Podium tragen soll“, sagte der 29 Jahre alte Eistänzer. Seit seine Disziplin 1976 in Innsbruck ins olympische Winterprogramm aufgenommen wurde, hat noch kein deutsches Eistanzpaar eine Medaille gewinnen können. Insofern scheint die Wahrscheinlichkeit nicht hoch zu sein, dass der Athlet vom EC Oberstdorf seine Lieblingsstücke aus der adidas-Kollektion offiziell wird tragen können. Aber wer ihn am Donnerstag mit seiner Partnerin Jennifer Janse van Rensburg erlebte, wird nicht daran zweifeln, dass das Duo zumindest alles dafür geben wird, die Eiskunstlauf-Welt aus den Angeln zu heben.
Seit zehn Jahren starten Jenny und Benny, wie die beiden gern genannt werden dürfen, als Paar. Der Durchbruch in die Weltklasse gelang ihnen mit Rang 16 bei der WM in Boston (USA) im März 2025, mit dem sie Deutschland einen Quotenplatz für die Winterspiele sicherten. „Das war aus meiner Sicht der Startschuss für unsere erste Olympia-Kampagne“, sagt Benny, „für mich war von da an klar, dass wir uns auf die Spiele vorbereiten können.“ Jenny dagegen empfand die Einkleidung als „den Tag der Tage, ich konnte vor Aufregung gar nicht schlafen und fühle mich jetzt offiziell als Teil der Olympiamannschaft!“ Die endgültige Nominierung des Team D erfolgt zwar erst am 20. Januar durch den DOSB, aber spätestens seit sie im Dezember ihren fünften deutschen Meistertitel in Serie gewannen, steht für das Duo fest, dass der Traum von der Teilnahme an Olympischen Spielen Wirklichkeit wird. „Fünf Meistertitel, jeder für einen der olympischen Ringe, das ist unser Motto für die DM gewesen. Dass es jetzt klappt, ist einfach unglaublich“, sagt Jenny.
Die Geschichte, wie die beiden zu ihrem Sport und zueinanderfanden, ist kurios. Jenny betrieb als gebürtige Oberstdorferin auch leistungsmäßig alpinen Skisport, sah aber als Sechsjährige Eiskunstlauf im Fernsehen. „Das wollte ich auch, und als ich mich irgendwann entscheiden musste, bin ich beim Eiskunstlauf geblieben.“ Zunächst startete sie für den EC Oberstdorf im Einzel, wechselte aber, weil die ständigen Sprünge ein Patellaspitzen-Syndrom verursacht hatten, als 20-Jährige zum Eistanzen. „War aber nicht schlimm, weil ich schon immer eher eine ausdrucksstarke Läuferin als eine Springerin war“, sagt sie. Benny dagegen war zunächst in Chemnitz Eishockeyspieler, wurde aber, weil er regelmäßig seiner jüngeren Schwester bei deren Eislauftraining zuschaute, von der bekannten Chemnitzer Paarlauftrainerin Monika Scheibe bearbeitet, es doch auf dem Eis auch mal ohne Helm und Schläger zu probieren. „Irgendwann hatte sie mich weichgeklopft, als Zehnjähriger bin ich zum Eistanz gewechselt“, sagt er.







