Neues aus Sportdeutschland

Deutschland im Handballfieber mit Julian Köster

Nach dem historischen Erfolg der deutschen Frauen bei der Handball-Weltmeisterschaft, bei dem die Silbermedaille für enorme Aufmerksamkeit sorgte, richtet sich der Blick nun auf die Handball-Europameisterschaft der Männer, die am 15. Januar 2026 beginnt.

Julian Köster, Rückraumspieler beim VfL Gummersbach und wichtiger Akteur im deutschen Team, gibt im Gespräch spannende Einblicke in die Vorbereitung auf das Turnier und erklärt, warum Handball weit mehr ist als nur ein schneller Mannschaftssport. Wir sprechen über den aktuellen Hype der Sportart, seine persönlichen Anfänge und Rituale sowie darüber, warum es sich lohnt, Handball nicht nur zu verfolgen, sondern auch selbst im lokalen Sportverein aktiv zu werden. Zudem berichtet Köster von seinem Engagement bei Special Olympics Deutschland und seinem Wunsch, mehr Sichtbarkeit und (Sport-)angebote für Menschen mit Behinderungen zu schaffen.

DOSB veröffentlicht ersten Sustainability-Report

Mit der Veröffentlichung seines ersten Nachhaltigkeitsberichts setzt der DOSB ein deutliches Zeichen für verantwortungsvolles Handeln im organisierten Sport. Der 1. DOSB Sustainability Report 2024/2025 dokumentiert erstmals systematisch, wie Nachhaltigkeit in sozialen, ökologischen und ökonomischen Dimensionen im DOSB verankert ist. 

Der Bericht ist Teil der 2024 überarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategie des DOSB und orientiert sich an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Ziel ist es, das eigene Handeln transparent darzustellen, Fortschritte sichtbar zu machen und den nachhaltigen Wandel im Sport aktiv zu gestalten. 
 

Die größte Umkleidekabine Deutschlands

Zwei Wochen, ein klares Ziel und jede Menge Team-Spirit: Mit der offiziellen Einkleidung startet Team Deutschland in die heiße Phase auf dem Weg zu den Olympischen und Paralympischen Winterspielen Mailand Cortina 2026. Vom 7. bis 20. Januar 2026 wird das MTC world of fashion in München zum Treffpunkt für Athlet*innen, Trainer*innen und Betreuer*innen und zur wohl größten Umkleidekabine des deutschen Sports. 

Die Team D Einkleidung: Zahlen, die beeindrucken

  • Über 400 Athlet*innen sowie Trainer*innen und Betreuer*innen werden eingekleidet
  • 7 olympische Spitzenverbände plus der Deutsche Behindertensportverband (DBS) sind vertreten
  • Fast 70 Teile umfasst die offizielle Team-D-Kollektion von Ausrüster adidas
  • 3.500 Quadratmeter Eventfläche auf zwei Ebenen
  • 2 bis 3 Stunden dauert der komplette Einkleidungs-Durchgang pro Person
  • Rund 80 Volunteers sorgen für einen reibungslosen Ablauf
  • Rund 70 akkreditierte Journalist*innen berichten von der Einkleidung

Von Jacke bis Schuh: Die Einkleidung im Detail

Herzstück der Einkleidung ist die strukturierte Ausgabe der offiziellen adidas Kollektion. An mehreren Ausgabestationen erhalten Athlet*innen, Trainer*innen und Betreuer*innen ihre komplette Ausstattung für alle Einsatzbereiche der Olympischen und Paralympischen Spiele. Dazu zählen Village-Outfits für den Alltag im Olympischen Dorf, Opening-Outfits für die Eröffnungsfeier sowie die Podium-Bekleidung für den großen Moment der Siegerehrung. Ergänzt wird die Ausstattung durch verschiedene Jacken, Oberteile und Hosen in Damen- und Herrenschnitten, Schuhe, Accessoires sowie Taschen. Das zentrale „Key Piece“ der Kollektion bildet dabei das visuelle Highlight des Team-D-Looks für Mailand Cortina 2026.

Alle Stationen sind in einem klaren Ablauf organisiert, sodass jede Person ihre individuelle Ausstattung effizient anprobieren und zusammenstellen kann. Der komplette Durchgang dauert rund zwei bis drei Stunden. Ergänzt wird die Einkleidung durch Portrait- und Kampagnenshootings, Content-Stationen sowie eine Mixed-Zone für Mediengespräche. Aber auch zu den Themen Olympiabewerbung, Anti Doping und mentale Stärke können sich die Athlet*innen informieren. 

Der DOSB - wie funktioniert der eigentlich?

Welches Selbstverständnis wir, der Deutsche Olympische Sportbund, haben, ist auf unserer Homepage zu lesen: „Wir sind die Stimme des Sports in Deutschland. Wir engagieren uns für den Vereinssport und für alle, die unsere Liebe zum Sport teilen. Wir stehen für die Olympische Idee und sind Teil der Olympischen und Paralympischen Bewegung“, steht dort geschrieben. Als Dachverband des organisierten Sports in Deutschland sind wir für 103 Mitgliedsorganisationen, für 29,3 Millionen Mitgliedschaften in rund 86.000 Vereinen verantwortlich. Aber wie funktioniert der DOSB? Welche Gremien und welche Fachressorts gibt es, und wie hängen die einen mit den anderen zusammen? Anlässlich unseres 20-jährigen Bestehens, das wir am 20. Mai feiern, haben wir im Rahmen unserer Serie „20 Jahre DOSB“ Daniel Marchi gebeten, Aufklärung zu leisten. Der 33-Jährige ist Referent des Vorstandsvorsitzenden und als Projektleiter Mitgliederversammlung ein profunder Kenner der DOSB-Strukturen.

Die beiden Kernaufgaben des DOSB, dessen Rechtsform der eingetragene Verein ist, sieht der frühere Mittelstreckenläufer im Interessenausgleich nach innen und der Interessenvertretung nach außen. „Unser Auftrag besteht darin, eine gemeinsame Stimme des Sports zu schaffen. Dafür müssen wir die verschiedenen Strömungen im organisierten Sport bündeln und unsere Anliegen geschlossen in der Öffentlichkeit vertreten. Hierfür braucht es klare Botschaften, Empathie und Führungsverantwortung“, sagt er. Die Governance des DOSB ist demokratisch aufgebaut und beruht auf drei zentralen Organen: der Mitgliederversammlung, dem ehrenamtlichen Präsidium und dem hauptamtlichen Vorstand. Kurz gesagt legt die Mitgliederversammlung den normativen Rahmen fest, das Präsidium entwickelt hieraus strategische Leitlinien und der Vorstand setzt diese operativ um. Die dahinter liegenden Prozesse sind in der Satzung geregelt und legen fest, wie Entscheidungen getroffen, Verantwortlichkeiten verteilt und Risiken überwacht werden.

Die Souveräne des DOSB sind unsere Mitglieder

Die Souveräne des DOSB sind die Mitglieder, die auf der einmal jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung (traditionell am ersten Samstag im Dezember) über alle wegweisenden Themen abstimmen - zuletzt über die DOSB-Ziele 2035 und den Entscheidungsweg zur Auswahl des nationalen Kandidaten für unsere Olympiabewerbung. Die 103 Mitgliedsorganisationen unterteilen sich in sogenannte „Verbändesäulen“ - Spitzenverbände mit 42 olympischen und 28 nichtolympischen Fachverbänden, Landessportbünde (16) und Verbände mit besonderen Aufgaben (17). Delegierte dieser Organisationen üben im „Parlament des deutschen Sports“ ihre Stimmrechte aus und sichern so die Partizipation der einzelnen Anspruchsgruppen. Während der Deutsche Fußball-Bund als mitgliederstärkster Verband im DOSB insgesamt 18 Stimmen dank acht Millionen eigener Mitgliedschaften auf sich vereint, hat das jüngste DOSB-Mitglied, der Deutsche Fallschirmsport Verband, mit gut 11.000 Mitgliedschaften eine Stimme.

Ebenfalls stimmberechtigt sind die Persönlichen Mitglieder; eine Gruppe aus bis zu 15 Personen (aktuell zwölf) aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen, die mit ihrer Expertise und Sichtbarkeit als Multiplikator*innen für DOSB-Themen wirken. Hierzu zählen aktuell die Olympiasieger*innen Kristina Vogel und Moritz Fürste, Monoski-Legende Anna Schaffelhuber, Yusra Mardini aus dem ersten olympischen Flüchtlingsteam und die „Wirtschaftsweise“ Prof. Dr. Veronika Grimm. Gemeinsam mit dem Präsidium werden sie für eine vierjährige Legislatur gewählt, das nächste Mal wieder im Dezember dieses Jahres.

Seit der DOSB im Mai 2006 aus der Fusion von Deutschem Sportbund (DSB) und Nationalem Olympischen Komitee (NOK) hervorgegangen ist, arbeitet das Präsidium komplett ehrenamtlich. Dies wird sich vom kommenden Jahr an ändern, nachdem die MV im Dezember 2025 dafür stimmte, den Präsidenten mit einem Monatssalär von 2.000 Euro und die Vizepräsident*innen mit je 1.000 Euro zu entschädigen. Erster Präsident war Thomas Bach, der im September 2013 an die Spitze des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wechselte und sein Amt deshalb niederlegte. Kommissarisch übernahm Hans-Peter Krämer, bis im Dezember 2013 Alfons Hörmann zum Nachfolger gewählt wurde. Seit Dezember 2021 amtiert unser aktueller Präsident Thomas Weikert, der hauptberuflich als Fachanwalt für Familienrecht in Limburg arbeitet.

Jede Stimme zählt: Anpfiff für den Publikumspreis bei den „Sternen des Sports“

In wenigen Wochen wird in Deutschland wieder über Gold gejubelt. Denn am 26. Januar verleihen der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Volksbanken Raiffeisenbanken in Berlin zum 22. Mal die „Sterne des Sports“ in Gold für besonderes gesellschaftliches Engagement von Sportvereinen sowie für kreative Sportvereinsentwicklung. Auch in diesem Jahr wird darüber hinaus am Vorabend ein Publikumspreis für herausragenden persönlichen Einsatz im Sportverein vergeben.

Den Publikumspreis bei den „Sternen des Sports“ loben der DOSB sowie die Volksbanken Raiffeisenbanken in Kooperation mit der ARD bereits zum elften Mal aus. Dafür wurden aus den 17 Finalistenvereinen drei Personen von einer Expertenjury nominiert. Wer von ihnen den Publikumspreis 2025 gewinnt, entscheidet nun die Öffentlichkeit. Zur Wahl stehen:

· Denise de Vries vom VfL Rastede e.V. (Niedersachsen, Region Weser-Ems)

· Omar Fahmy vom FuNah e.V. (Niedersachsen)

· Paul Werdin von der DLRG Weimar e.V. (Thüringen)

Die drei Nominierten werden nacheinander vom 13. bis 15. Januar im ARD-Morgenmagazin vorgestellt, am 16. Januar folgt eine Zusammenfassung der Kurzporträts. Die Filme stehen zudem auf sportschau.de und sterne-des-sports.de zur Verfügung. Alle Interessierten können ab dem 13. Januar (6.00 Uhr) abstimmen - ganz einfach und jederzeit auf www.sterne-des-sports.de/abstimmung-publikumspreis

Die Wahl läuft bis Freitag, 23. Januar 2026, um 12.00 Uhr. Die Person, die bis dahin die meisten Stimmen erhalten hat, gewinnt den Publikumspreis bei den „Sternen des Sports“ 2025. Je nach Platzierung dürfen sich die Nominierten über eine Prämie in Höhe von 2.000 Euro (1. Platz), 1.000 Euro (2. Platz) und 500 Euro (3. Platz) freuen. Die Ehrung wird am 25. Januar in der DZ BANK in Berlin stattfinden und das Ergebnis der Abstimmung tags darauf im Rahmen des Bundesfinales offiziell bekannt gegeben.

Jetzt abstimmen: „World Games Athlete of the Year“

Bei der 12. Ausgabe der World Games im vergangenen Jahr im chinesischen Chengdu vom 7. bis 17. August 2025 belegte das Team Deutschland Platz zwei in der Nationenwertung hinter dem Gastgeberland.

Für die Wahl zur*zum Athlet*in des Jahres wurden mit Nina Holt und dem Tanzpaar Marius Andrei Balan and Khrystyna Moshenska auch deutsche Athlet*innen nominiert, die bei den Spielen erfolgreich waren.

Rettungsschwimmerin Nina Holt ist mit fünf Goldmedaillen und drei Weltrekorden die erfolgreichste deutsche Athletin bei den Spielen der nicht-olympischen Sportarten. Sie ist sogar nach zwei Teilnahmen (2022 und 2025) die zweitbeste Athletin in der Geschichte der World Games. Die Sportsoldatin vom SC Magdeburg war außerdem gemeinsam mit Flossenschwimmer Max Poschart Fahnenträgerin des Team Deutschland bei der Eröffnungsfeier in Chengdu. Zu ihrer Nominierung sagt sie: „Ich freue mich sehr, unter den Nominierten zu sein. Es ist eine große Anerkennung für meine Ergebnisse bei den World Games in Chengdu.“

Marius Balan und Khrystyna Moshenska vom TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg tanzten im Latein-Finale der World Games zur Goldmedaille. Mit herausragenden 39,25 Punkten ließen sie die Konkurrenz aus Frankreich (38.58) und China (37.33) hinter sich. Das Paar tanzt seit 2014 erfolgreich zusammen und war bereits viermal Weltmeister sowie dreimal Europameister im Lateintanzen.

Insgesamt sind 30 Athlet*innen für den Titel „World Games Athlete Of The Year“ nominiert. Die erste Abstimmungsrunde läuft bis zum 26. Januar. In der zweiten Runde werden dann die besten zehn Nominierten noch einmal gegeneinander antreten. Diese Runde endet am 2. Februar.

Zur Abstimmung

Es wird jeweils für zwei Kandidat*innen abgestimmt. Wobei die erste Wahl zwei Stimmen, die zweite Wahl eine Stimme erhält.

Weitere Informationen

„Die Strahlkraft von Olympia ist größer als alles andere“

Eine Fleischwunde am linken Fuß, die Normalsterbliche wahrscheinlich wochenlang vom Sporttreiben abhalten würde, ist aktuell seine größte Sorge. „Der Fuß ist offen, ich muss schauen, dass wir das in den Griff bekommen“, sagt Christopher Grotheer am Samstagnachmittag, nachdem er in der MTC World of Fashion in München seine Bekleidung für die Olympischen Winterspiele in Norditalien (6. bis 22. Februar) in Empfang genommen hat. Deswegen auf den Heimweltcup in Altenberg in der kommenden Woche zu verzichten, käme dem 33-Jährigen allerdings nicht in den Sinn. Im Gegenteil, er freut sich sehr auf den letzten Formtest vor dem Saisonhöhepunkt, und angesichts der Probleme, die er zu Beginn des Weltcup-Winters mit sich herumschleppte, ist der malade Fuß kaum mehr als eine Randnotiz für ihn.

Christopher Grotheer wird nachgesagt, dass er kein Mann vieler Worte sei. Doch wer ihm zuhört, wenn er über die vergangenen Monate spricht, spürt deutlich, wie intensiv diese Phase für ihn gewesen sein muss. Als Skeleton-Olympiasieger von Peking 2022 hatte sich der gebürtige Wernigeroder, der mittlerweile in Thüringen lebt und für den BSR Rennsteig Oberhof startet, für seine dritten Spiele vorgenommen, im Eiskanal von Cortina erneut den Medaillenkampf zu prägen. Nach einer gelungenen Vorbereitung war er beim ersten Lehrgang auf Eis beim Anschieben auf den Griff seines Schlittens gestürzt und hatte sich eine Adduktorenquetschung mit Einblutung zugezogen. Kaum wieder fit, erlitt er Mitte November, eine Woche vor dem Weltcupstart in Cortina, einen Muskelfaserriss in der Wade.

Mehrere Verletzungen warfen ihn zum Saisonstart zurück

„Ich konnte kaum anschieben, fahrerisch hat es mir den Stecker gezogen“, sagt er im Rückblick. Trotz seiner langjährigen Erfahrung kamen Gedanken auf, die ihn beunruhigten. „Ich hatte ständig im Hinterkopf: Wenn du dich jetzt noch einmal verletzt, war es das mit Olympia. Das hat mich schon runtergezogen. Ich habe bis Mitte Dezember ständig in mich hineingehorcht und versucht, bloß keine falschen Bewegungen zu machen“, sagt er. Da Unsicherheit im Rennsport allerdings kontraproduktiv ist, kehrte Christopher Grotheer am Wochenende vor Weihnachten in Sigulda (Lettland) in den Weltcup zurück - und tankte mit einem fünften Platz viel Selbstvertrauen. „Da habe ich gespürt: Wenn ich selbst unter solch widrigen Bedingungen mithalten kann, dann muss mir nicht bange sein“, sagt er.

Die Feiertage nutzte das Kraftpaket für intensives Aufbautraining, seitdem zeigt die Leistungskurve in die Richtung, die er sich erhofft hatte. Und auch die negativen Gedanken sind, nachdem es in dieser Woche in St. Moritz (Schweiz) zu EM-Bronze reichte, längst wieder positiver Überzeugung gewichen. Der siebenmalige Weltmeister zieht einen Vergleich zur vergangenen Saison, mit dem er sich für Olympia zusätzlich Mut macht. „2024/25 habe ich die ersten vier Weltcuprennen gewonnen, bei der WM war dann aber die Luft raus. Dieses Mal mache ich es umgekehrt und habe meinen Formhöhepunkt in Cortina“, sagt er.

Was ein Olympiasieg auslöst, kann Christopher Grotheer seit seiner Triumphfahrt von Peking persönlich einschätzen. „Die Goldmedaille war ein deutlicher Boost, sowohl für meine Bekanntheit als auch im Sponsoring. Mit einem WM-Titel ist das nicht zu vergleichen, die Strahlkraft ist viel größer als alles andere“, sagt er. Überhaupt war das Jahr 2022 sein Jahr, er heiratete seine Partnerin Mary-Ann, ein halbes Jahr nach Olympiagold kam Tochter Elsa zur Welt. Dass die Dreijährige nun in Italien dabei sein wird, wenn der Papa erneut auf Goldsuche geht, erfüllt ihn mit großer Vorfreude. „Meine ersten Spiele 2018 in Pyeongchang waren beeindruckend, aber sportlich enttäuschend. Peking war sportlich super, aber wegen Corona von der Atmosphäre her enttäuschend, es war wie ein Job, den man erledigt hat. Nun freue ich mich riesig, Olympische Spiele quasi vor der Haustür erleben zu können“, sagt er.

Jenny und Benny - ein ganz besonderes Eistanzpaar

Als er am Donnerstagmittag die Einkleidung für die Olympischen Spiele in Norditalien absolviert hatte und mit zwei prall gefüllten Koffern im Mixed-Zone-Bereich der MTC World of Fashion in München saß, hatte Benjamin Steffan ein kleines Problem. „Mir gefällt die Kleidung am besten, die man auf dem Podium tragen soll“, sagte der 29 Jahre alte Eistänzer. Seit seine Disziplin 1976 in Innsbruck ins olympische Winterprogramm aufgenommen wurde, hat noch kein deutsches Eistanzpaar eine Medaille gewinnen können. Insofern scheint die Wahrscheinlichkeit nicht hoch zu sein, dass der Athlet vom EC Oberstdorf seine Lieblingsstücke aus der adidas-Kollektion offiziell wird tragen können. Aber wer ihn am Donnerstag mit seiner Partnerin Jennifer Janse van Rensburg erlebte, wird nicht daran zweifeln, dass das Duo zumindest alles dafür geben wird, die Eiskunstlauf-Welt aus den Angeln zu heben.

Seit zehn Jahren starten Jenny und Benny, wie die beiden gern genannt werden dürfen, als Paar. Der Durchbruch in die Weltklasse gelang ihnen mit Rang 16 bei der WM in Boston (USA) im März 2025, mit dem sie Deutschland einen Quotenplatz für die Winterspiele sicherten. „Das war aus meiner Sicht der Startschuss für unsere erste Olympia-Kampagne“, sagt Benny, „für mich war von da an klar, dass wir uns auf die Spiele vorbereiten können.“ Jenny dagegen empfand die Einkleidung als „den Tag der Tage, ich konnte vor Aufregung gar nicht schlafen und fühle mich jetzt offiziell als Teil der Olympiamannschaft!“ Die endgültige Nominierung des Team D erfolgt zwar erst am 20. Januar durch den DOSB, aber spätestens seit sie im Dezember ihren fünften deutschen Meistertitel in Serie gewannen, steht für das Duo fest, dass der Traum von der Teilnahme an Olympischen Spielen Wirklichkeit wird. „Fünf Meistertitel, jeder für einen der olympischen Ringe, das ist unser Motto für die DM gewesen. Dass es jetzt klappt, ist einfach unglaublich“, sagt Jenny.

Die Geschichte, wie die beiden zu ihrem Sport und zueinanderfanden, ist kurios. Jenny betrieb als gebürtige Oberstdorferin auch leistungsmäßig alpinen Skisport, sah aber als Sechsjährige Eiskunstlauf im Fernsehen. „Das wollte ich auch, und als ich mich irgendwann entscheiden musste, bin ich beim Eiskunstlauf geblieben.“ Zunächst startete sie für den EC Oberstdorf im Einzel, wechselte aber, weil die ständigen Sprünge ein Patellaspitzen-Syndrom verursacht hatten, als 20-Jährige zum Eistanzen. „War aber nicht schlimm, weil ich schon immer eher eine ausdrucksstarke Läuferin als eine Springerin war“, sagt sie. Benny dagegen war zunächst in Chemnitz Eishockeyspieler, wurde aber, weil er regelmäßig seiner jüngeren Schwester bei deren Eislauftraining zuschaute, von der bekannten Chemnitzer Paarlauftrainerin Monika Scheibe bearbeitet, es doch auf dem Eis auch mal ohne Helm und Schläger zu probieren. „Irgendwann hatte sie mich weichgeklopft, als Zehnjähriger bin ich zum Eistanz gewechselt“, sagt er.

„Jeder in unserem Team kann der entscheidende Spieler sein“

Der Nachname Lichtlein hat einen hohen Stellenwert im deutschen Handball. Nils Lichtleins Großvater Artur und sein Onkel Carsten brachten es im Tor bis in die Bundesliga, seine Mutter Silke spielte in der 2. Bundesliga. Der 23 Jahre alte Rückraumspieler, der beim amtierenden Deutschen Meister Füchse Berlin einen Vertrag bis 2030 besitzt, steht seinen Verwandten allerdings in puncto sportlicher Erfolg in nichts nach. Im Gegenteil: 2023 wurde er beim WM-Triumph der deutschen U-21-Junioren als wertvollster Spieler ausgezeichnet, ein Jahr später schied er mit der A-Nationalmannschaft bei der EM im eigenen Land erst im Halbfinale gegen Dänemark aus. In dieser Woche startet der gebürtige Regensburger nun mit der DHB-Auswahl in Herning (Dänemark) in seine zweite Europameisterschaft, die Dänemark, Schweden und Norwegen gemeinsam ausrichten. Vorrundengegner sind am 15. Januar Österreich, zwei Tage später Serbien und zum Abschluss am 19. Januar Spanien (alle Spiele 20.30 Uhr). Im DOSB-Gespräch ordnet Nils Lichtlein die Aussichten für seine Mannschaft ein. 

DOSB: Nils, nach dem 32:29-Erfolg in Kroatien am Donnerstag hatten viele den Eindruck, dass ihr für den EM-Start sehr gut gewappnet seid. Wie würdest du den Stand der Vorbereitung einordnen? 

Nils Lichtlein: Wir haben wirklich eine herausragende Abwehr mit zwei Torhütern dahinter, die beide bewiesen haben, wie stark sie halten und uns Rückhalt geben können. Die meisten Gegentore sind durch technische Fehler in der Offensive entstanden. In der Abwehr sind wir für jedes Team unangenehm. 

Viel Zeit, euch noch weiter einzuspielen, bleibt nicht, ihr habt noch das Rückspiel gegen Kroatien am Sonntag (18.05 Uhr/ARD und Dyn) und ein paar Trainingseinheiten vor der Abreise nach Dänemark. Welche sind die wichtigsten Baustellen, die noch geschlossen werden müssen? 

Im Großen und Ganzen ist es eine Sache des Einspielens. Einige kennen sich aus ihren Vereinsteams, da ist das Zusammenspiel in den Blöcken gelebte Praxis. Andere müssen sich innerhalb weniger Wochen finden. Es geht also um Kleinigkeiten in der Abstimmung, die wir verfeinern müssen. Aber ich bin sehr guter Dinge, dass uns das in den Tagen bis zum EM-Start gut gelingen wird. 

In der Vorrunde warten Spanien, Serbien und Österreich auf euch - drei Gegner, gegen die es nicht möglich ist, mal einen Gang zurückzuschalten. Manche haben eure Gruppe als „Horrorgruppe“ bezeichnet. Trifft das zu, oder ist es dir recht, vom Start weg voll gefordert zu werden? 

Das ist tatsächlich ein zweischneidiges Schwert. Es ist schon hart zu wissen, dass man von Beginn an auf höchstem Level spielen muss, um die Hauptrunde zu erreichen und sich dafür eine gute Ausgangslage zu erarbeiten. Alle drei Gegner sind Topmannschaften, gegen die wir voll gefordert werden. Auf der anderen Seite kann es auch helfen, wenn man sich gegen solche Teams behauptet und dadurch zusätzliches Selbstvertrauen tankt. Deshalb sehe ich unsere Gruppe nicht als Horror, sondern als eine schöne Herausforderung an, der wir uns gern stellen. 

Bei der WM 2025 hat euer Viertelfinal-Ausscheiden gegen Portugal für große Enttäuschung gesorgt. Was waren in den rund zwölf Monaten seitdem die wichtigsten Entwicklungsschritte, die ihr als Team gegangen seid? 

Erst einmal werte ich es weiterhin als sehr gutes Zeichen, dass wir alle wirklich niedergeschlagen waren. Das zeigt unsere hohe Anspruchshaltung. Wir haben seitdem versucht, uns in jedem Spiel zu verbessern und den Fokus auf mehr Variabilität in Abwehr und Angriff zu legen. Das Spiel am Donnerstag in Kroatien hat unterstrichen, dass wir auf dieser Ebene einen wichtigen Schritt vorangekommen sind. 

Wenn über euch als Team gesprochen wird, heißt es oft: Deutschland kommt über die Geschlossenheit, hat aber keinen Weltspitzenspieler. Wie kommt so etwas bei dir an, empfindest du es als despektierlich? 

Nein, gar nicht. Für mich heißt das eher, dass jeder in unserem Team in jedem Spiel der entscheidende Spieler sein kann. Wir haben niemanden, der in jedem Spiel zehn Tore werfen muss, auf den sich dann aber auch alles fokussiert. Die breite und hohe Qualität in unserer Mannschaft ist unsere größte Stärke, und ich finde das sehr gut, denn das macht uns schwierig ausrechenbar. 

Du warst vor drei Jahren Weltmeister mit den U-21-Junioren. Der Schritt vom Junioren- in den Erwachsenenbereich ist in vielen Sportarten schwierig, in einem so körperbetonten Spiel wie Handball noch einmal mehr. Wie ist dir dieser Übergang so gut gelungen? 

Tatsächlich habe auch ich diesen Schritt als sehr hart empfunden. Es sind ja nicht nur die körperlichen Voraussetzungen, sondern auch die vielen Jahre Erfahrung, die gestandene Männer den Junioren voraushaben. So leid es mir für Fabian Wiede tat: Bei mir war es eine glückliche Fügung, dass er sich als mein Rückraumkontrahent im Verein verletzte und ich dadurch sehr viel Spielpraxis bekommen habe. Dazu kam, dass mich die Teamkollegen wirklich wahnsinnig gut unterstützt haben. Aber ein Dreivierteljahr hat die Übergangsphase schon gedauert.

Isabel Gose ist „Sportlerin des Monats“ Dezember

Zweimal Gold und ein Europarekord: Schwimmerin Isabel Gose triumphierte bei der Kurzbahn-EM in Polen zunächst über 400 Meter Freistil, bevor sie sich auch über die 800 Meter Freistil - in neuer europäischer Bestzeit den EM-Titel sicherte. Die von der Sporthilfe geförderten Athletinnen und Athleten honorierten die Leistungen der Magdeburgerin und wählten sie mit 36,05 Prozent zur „Sportlerin des Monats“ Dezember 2025. Eine Auszeichnung, die sie bereits ein Jahr zuvor - im Dezember 2024 - erhalten hatte.

Isabel Gose setzte sich bei der Wahl gegen die Handball-Nationalmannschaft der Frauen (35,71%) und die U21-Hockey-Nationalmannschaft der Männer (28,23%) durch. Bei der Heim-WM gewannen die deutschen Handballerinnen in einem beeindruckenden mitreißenden Turnier die Silbermedaille. Trotz der verpassten Sensation im Finale ist es die erste WM-Medaille für die deutschen Frauen seit 18 Jahren. Die U21-Hockey-Junioren verteidigten ihren WM-Titel beim Junior World Cup in Indien. Damit feierte der DHB-Nachwuchs bereits den achten WM-Titel insgesamt.

Für ihre herausragenden Leistungen waren die Athletinnen und Athleten von der Athletenkommission im DOSB, von SPORT1 und von der Sporthilfe für die Wahl nominiert worden.

Anders als bei Medien- oder Publikumswahlen stimmen hier ausschließlich Deutschlands beste Nachwuchs- und Spitzenathletinnen und
-athleten ab und verleihen der Auszeichnung damit ihre ganz besondere Bedeutung. Mit der Auszeichnung ist zudem eine Einladung zum Ball des Sports verbunden, der am 21. Februar 2026 in der Festhalle Frankfurt stattfindet.

www.sporthilfe.de

Diese Events finden 2026 am Sportstandort Deutschland statt

Die Augen sportbegeisterter Fans in Deutschland sind 2026 oft ins Ausland gerichtet. Die bevorstehenden Olympischen und Paralympischen Winterspiele in Italien (6. bis 22. Februar), die Fußballweltmeisterschaft der Männer in Nord- und Mittelamerika (11. Juni bis 19. Juli) oder die Handball-EM der Frauen in Osteuropa (3. bis 20. Dezember) rücken internationale Austragungsorte stark in den Fokus. Wer internationalen Spitzensport live erleben möchte, muss dafür aber nicht zwingend weit reisen, denn: Deutschland ist auch 2026 wieder gefragter Gastgeber zahlreicher Sportgroßveranstaltungen und Topevents aus olympischen und nicht-olympischen Sportarten.

Damit auch ihr jetzt schon euer Sportjahr 2026 im eigenen Land planen könnt, haben wir eine Liste von Events zusammengestellt, die im Laufe des Jahres in Deutschland stattfinden. Sie zeigt, wie vielfältig der Sportkalender hierzulande ist - vom Wintersport über nationale und internationale Turniere bis hin zu Welt- und Europameisterschaften.

Internationale Sportveranstaltungen und Topevents aus olympischen und nicht-olympischen Sportarten, die 2026 in Deutschland stattfinden

Die Neuheiten bei den Olympischen Winterspielen 2026

Wie auch schon zu den Olympischen Spielen in Paris gibt es zu den Winterspielen in Mailand Cortina wieder einige Neuerungen. 

Hier eine Übersicht.

Ein Debüt, viele Neuheiten 

Skibergsteigen, kurz Skimo (Skimountaineering), feiert im italienischen Bormio sein olympisches Debüt. Pro Nation dürfen je zwei Frauen und Männer im Sprint und in der Mixed-Staffel starten, wo kurze, anspruchsvolle Kurse mit Aufstieg, Abfahrt und Tragepassagen bewältigt werden. 

Neben diesem Debüt wurden neue Events in das Programm aufgenommen.

Die Rennrodlerinnen bekommen in Cortina d'Ampezzo einen Doppelsitzer-Wettkampf. Dieser war bereits bei den Männern etabliert und ergänzt das bestehende Programm von Einsitzer und Team-Staffel. Das Skeleton bekommt ebenfalls Zuwachs. Wie auch das Rennrodeln findet es im neuen Sliding Centre in Cortina statt und wird ergänzt durch eine Mixed-Staffel. 

Im Skispringen werden die Disziplinen der Frauen durch Medaillenkämpfe auf der Großschanze vervollständigt. Bisher bestand deren Wettkampfprogramm nur aus dem Springen von der Normalschanze und dem Mixed-Team-Springen. Im Freestyle-Ski sind die Parallel-Wettbewerbe für Männer und Frauen erstmals dabei. Die sogenannten Dual Moguls werden in Livigno für große Showeinlagen sorgen und ergänzen das breite Programm von nun 15 Wettbewerben. 

Die neue, nach Geschlechtern getrennte Team-Kombination feiert im alpinen Skisport ihre Premiere. Sie ersetzt Parallel-Team-Event und die Einzel-Kombinationsrennen und besteht aus Abfahrt und Slalom. Diese werden jeweils von zwei Athlet*innen eines Teams bestritten. Der Mannschaftswettbewerb in der Nordischen Kombination wird durch einen Teamsprint mit zwei Starter*innen ersetzt, bestehend aus einem Sprungwettbewerb und einer Langlaufstaffel. Abschließend gibt es im Skilanglauf eine Angleichung der Renndistanzen. Demnach gelten bei den Wettkämpfen im Val di Fiemme die gleichen Distanzen für Männer und Frauen.

Die geschlechtergerechtesten Winterspiele

Dank der Einführung neuer Mixed- und Frauen-Events werden die Olympischen Winterspiele 2026 die bisher geschlechtergerechtesten Winterspiele sein, mit einem Frauenanteil von 47 Prozent (im Vergleich zu 45,4 Prozent bei den Winterspielen 2022 in Peking).

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