Neues aus Sportdeutschland
„Kein Verein muss sich positionieren, aber jeder sollte sich widerstandsfähig machen“
DOSB: Nina, die neue Fassung der Positionierung, die heute veröffentlicht wird, erneuert und ergänzt die erste von 2020. Warum war es notwendig, diese nach relativ kurzer Zeit so umfassend zu überarbeiten?
Nina Reip: Um diese Frage zu beantworten, bedarf es zunächst einer Klärung: Was ist eine gute Halbwertzeit für eine Positionierung, was soll diese leisten? Ist sie eine einmalige Veröffentlichung, um Haltung zu zeigen? Oder ist sie vielmehr ein Instrument der Organisationsentwicklung, das als inhaltliche Richtschnur fungiert? Es geht bei dieser Positionierung um ein Grundsatzpapier für die Deutsche Sportjugend und den Deutschen Olympischen Sportbund. Genau wie bei einer Satzung, die ja auch ein Grundlagendokument ist, das Veränderungen unterliegt, ist bei einer Positionierung Weiterentwicklung wichtig. Sie ist nicht statisch, sondern sie lebt, weil wir mit ihr und an ihr arbeiten, und das haben wir nun getan.
Was sind denn die wichtigsten Veränderungen, die dazu geführt haben?
Wir haben in den vergangenen sechs Jahren einen vielfältigen gesellschaftlichen Wandel erlebt, angefangen durch die Verwerfungen der Corona-Pandemie. Wir sind als gesamte Gesellschaft veränderten Diskursen, multiplen Krisen und neuen weltpolitischen Begebenheiten ausgesetzt, und all das spiegelt sich in Sportvereinen. Außerdem haben sich auch dsj und DOSB weiterentwickelt, wir haben Themen vorangetrieben, Maßnahmen umgesetzt und lernen zudem von Entwicklungen in unseren Mitgliedsorganisationen. Im Juli 2025 erschien das aktualisierte Gutachten von Richard Gebhardt zur Sportpolitik der AfD, damit haben wir uns intensiv auseinandergesetzt. Dazu kam im September 2025 unser Hearing in der DOSB-Geschäftsstelle in Frankfurt am Main, bei dem die dsj- und DOSB-Mitgliedsorganisationen ihre Erfahrungen geschildert und ihre Bedarfe formuliert haben. Dadurch haben wir vieles noch einmal besser verstanden und uns inhaltlich damit auseinandergesetzt, was wir heute anders formulieren würden als in der Positionierung von 2020. Daraus ist letztlich die überarbeitete Fassung entstanden, die wir heute veröffentlichen.
Wie funktioniert eine solche Überarbeitung technisch, wer ist dafür zuständig und wer hat den DOSB und die dsj extern dazu beraten?
Da es eine gemeinsame Positionierung ist, haben DOSB und dsj zunächst intern die Überarbeitung vorgenommen. Hierzu hat die 2025 geschäftsbereichsübergreifend gebildete Kompetenzgruppe „Sport und Demokratie“ den Auftrag zur Überarbeitung erhalten. Diese hat sich mit Personen aus den Führungskreisen von DOSB und dsj ausgetauscht und zu ausgewählten Themen auch Expert*innen von außerhalb zurate gezogen. Hier wäre exemplarisch Robert Claus zu nennen, der als Fachmann für die Themen Vielfalt und Antidiskriminierung, Rechtsextremismus und Prävention im Sport renommiert ist. Daraus ist die aktualisierte Positionierung entstanden, die sich in drei Bereiche gliedert. Einen Kerntext mit Positionierung und zwei Anhänge. Einer beinhaltet den Maßnahmenkatalog und Handlungsprämissen, die konkret für DOSB und dsj gelten, der andere eine Begriffserklärung als Hilfsinstrument.
Die Einstiegssätze in die neue Positionierung klingen durchaus dramatisch. Was sind die wichtigsten Entwicklungen, die die darin geschilderten Sorgen so deutlich haben wachsen lassen?
Dies muss man aus zwei Perspektiven betrachten. Zum einen sind die Sorgen groß, weil wir die Probleme sehen. Wir haben zwar auch vor sechs Jahren die Augen nicht verschlossen, aber wir erleben nun, dass die Breite des Sports anders für antidemokratische Haltungen und Handlungen sensibilisiert ist, weil es sie mittlerweile selbst betrifft, und das flächendeckend in ganz Deutschland. Andererseits sind die Sorgen gewachsen, weil die Probleme deutlich massiver auftreten. Es gibt eine Partei, die an vielen Stellen antidemokratisch agiert und rechtsextremes Gedankengut verbreitet. Dadurch verschieben sich Grenzen, der Blick auf die Gesellschaft verändert sich, so dass es mittlerweile so gut wie jede Person im Sport betreffen kann. Dazu kommen Entwicklungen auf globaler Ebene, die auf Deutschland abstrahlen. Die Kriege in der Ukraine oder im Nahen Osten haben direkten Einfluss auf die Lage der Menschen in Deutschland, zum Beispiel durch steigende Spritpreise oder durch Konflikte mit antisemitischem Hintergrund, die auf den Sportplätzen stellvertretend ausgetragen werden.
Das Verhältnis von Sport und Demokratie ist vielfältig. An welchen Stellen siehst du gerade das Thema Demokratiebildung in Vereinen und Verbänden, das auf Vereinsebene niedrigschwellig durch Teilhabe an Wahlen oder das Erlernen von Strukturen gefördert werden kann, durch äußere Einflüsse bedroht?
Das ist eine komplexe Frage. Wir müssen zunächst klarstellen, was wir unter Demokratie verstehen. Es gibt auch in Deutschland Menschen, die die liberale Demokratie abschaffen wollen, aber nicht die Demokratie an sich. Selbst in Sportvereinen, die antidemokratisch aufgestellt sind, wird man auf Wahlen nicht verzichten, aber es stellt sich die Frage, wie offen und zugänglich diese noch sein werden. Sportvereine werden immer Orte des Zusammenseins bleiben, aber auf Grundlage welcher Werte ist dieses Zusammensein organisiert und bleiben Sportvereine ein Ort der Begegnung, der inklusiv ist? Zudem sind es nicht unbedingt äußere Einflüsse, die eine Bedrohung darstellen. Unterwanderungen gibt es, das ist eine Strategie der AfD, die seit 2019 laut entsprechendem Papier existiert. Aber die Mehrheit der Vereine leidet nicht an Unterwanderung. Ihre Herausforderung sind die Mitglieder, die schon da sind und sich den Raum nehmen, ihre antidemokratischen und menschenfeindlichen Haltungen zu propagieren. Der Umgang mit diesen Mitgliedern ist der Knackpunkt. Wie können Sportvereine mit ihnen umgehen, gleichzeitig die Hand reichen und die Werte verteidigen? Das ist herausfordernd, aber machbar.
Es ist in der neuen Positionierung auch davon die Rede, dass sich antidemokratisches Verhalten stärker aus dem digitalen in den analogen Bereich verschoben hat. Ist es belegbar, dass sich mehr Menschen aus der Anonymität des Internets herauswagen und Beleidigungen oder Bedrohungen offener ausgesprochen werden?
Tatsächlich ist eindeutig festzustellen, dass die Hemmschwelle, auch öffentlich bestimmte Aussagen zu treffen, die vor einigen Jahren nicht konsensfähig gewesen wären, deutlich niedriger geworden ist. Es gibt seit vielen Jahren entsprechende Vorbilder im digitalen Raum, von denen sich Menschen Verhaltensweisen abschauen und diese aus dem Netz ins reale Miteinander überführen. Leider bleiben solche Aussagen heute in beiden Räumen zu oft unwidersprochen. Wenn Verletzungen der Menschenwürde aber keine Grenzen gesetzt werden und die Gesellschaft nicht durch allgemeingültige Werte getragen wird, dann werden extreme Einstellungen mehrheitsfähig, und genau das beobachten wir gerade. Sportvereinen erwächst daraus zwar die große Chance, sich deutlich gegen jegliche Form der Radikalisierung zu positionieren, aber auch eine große Verantwortung. Es empfiehlt sich sehr, dass Vereinsmitglieder untereinander aushandeln, worin ein gutes Zusammenleben besteht.
Es ist unter anderem von rechtsextremen und von autoritär-linken Interventionen die Rede. Worin unterscheiden sich die politischen Extreme in ihrer Einflussnahme?
Wir haben nicht nur mit den politischen Extremen zu tun, sondern auch mit religiösem Extremismus. Um es klar zu sagen: In Deutschland ist im Bereich des organisierten Sports der Rechtsextremismus die größte Herausforderung, darauf liegt unser Fokus – bei der Arbeit und in der Positionierung. Wir erkennen aber ausdrücklich an, dass es andere Herausforderungen wie zum Beispiel den links-antiimperialistischen oder religiös motivierten Antisemitismus gibt, der insbesondere seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 zugenommen hat. Dazu kommen Organisationen wie die Grauen Wölfe, die ihren Extremismus auch außerhalb der Türkei bei uns verbreiten. Grundsätzlich sind es unterschiedliche Zielgruppen im Sport, die von den verschiedenen Phänomenen betroffen sind, deshalb braucht es eine Differenzierung und eine dezidiert individuelle Betrachtung. Gleichsetzung hilft hier nicht, ist vielmehr Taktik.
Inwieweit sind andere Formen von Extremismus im deutschen Sport denn ein Problem?
Es gibt deutschlandweit mehr als 150 Fußballvereine, die mit der türkischen Community verbunden sind. Ein kleiner Teil davon sind Anhänger der rechtsextremen Ideologie der Grauen Wölfe. Hinzu kommen Mitglieder in anderen Sportvereinen ohne dezidierten türkischen Hintergrund. Als Mehrheitsgesellschaft haben wir das oft gar nicht auf dem Schirm. Aber wir wollen und müssen dafür sensibilisieren und Aufklärung leisten. Bei der Fußball-EM der Männer 2024 gab es mehrfach Vorfälle mit dem Zeigen des Wolfsgrußes, den die Mitglieder der rechtsextremen Grauen Wölfe nutzen, auch durch Spieler auf dem Platz. Wir gehen davon aus, dass das auch bei der WM im Sommer in Nordamerika ein Thema sein wird. Es ist unsere Verantwortung, auch diese Problemfelder aufzuzeigen. Hier geht es nämlich nicht nur um das Zeigen von rechtsextremen Symbolen, sondern um eine gewalttätige Organisation, die hiermit ihre Vormacht in Sportvereinen verdeutlicht und Fußballvereine als Rekrutierungsorte für junge Menschen nutzt. Deshalb hatte die dsj im Januar 2025 das Projekt „kontakt. – ultranationalistische und rechtsextreme Bewegungen im Sportumfeld“ als Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gestartet. Darin wurden die Grauen Wölfe und in diesem Jahr auch die kroatischen Nachfolgeorganisationen der faschistischen Ustascha-Bewegung und ihre Auswirkungen auf den organisierten Sport in Deutschland untersucht. Leider fällt dieses Projekt zum Jahresende der Streichung von Fördermitteln zum Opfer, was wir sehr bedauern, weil die Arbeit sehr wichtig ist.
In welchem Ausmaß erleben Vereine oder Verbände politische Einflussnahme, Einschüchterungsversuche und sogar Übergriffe, und wie haben diese sich über die vergangenen Monate verändert?
Wir haben dazu leider kein systematisches und flächendeckendes Monitoring, das können wir aktuell noch nicht leisten. Aber wir haben aus dem Hearing im September viele Erkenntnisse dazu gewonnen, dass es einen klaren Anstieg dieser Fälle gibt, in Sportvereinen oder zum Beispiel über Kleine Anfragen oder parlamentarische Offensiven, über die Vereine sehr kritisch angegangen werden. Drohungen als Strategie zur Einschüchterung sind sehr verbreitet, wir haben dazu Materialien, um Betroffenen Hilfestellung leisten zu können, damit sie sich zur Wehr setzen können. Die AfD fährt eine Doppelstrategie, und zwar durch Anbiederung, indem sie mehr Mittel für den Sport verspricht, aber gleichzeitig durch Ablehnung und Diskreditierung, wenn der Sport Werte lebt.
IDAHOBITA* 2026: Gemeinsam stark gegen Queerfeindlichkeit
Sport sollte für alle Menschen ein sicherer und respektvoller Raum sein – unabhängig von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität. Dennoch erleben LSBTIQ*-Athlet*innen noch immer Vorurteile und Ausgrenzung, sei es auf dem Spielfeld, in der Umkleidekabine oder in ihrem Alltag.
Deshalb rufen wir dazu auf, am 17. Mai auf den IDAHOBITA* aufmerksam zu machen und Solidarität sowie Sensibilität im Sport sichtbar zu zeigen. Hier sind einige Möglichkeiten, wie ihr euch beteiligen könnt:
- Aufklärung und Sensibilisierung: Fragt eure Freund*innen, Familie und Kolleg*innen, ob sie den IDAHOBITA* kennen, tauscht euch über das Thema aus und macht auf ihn aufmerksam.
- Offizielle Gedenkveranstaltung: 17:00 Uhr am Mahnmal "Frankfurter Engel" (Klaus-Mann-Platz) zum Gedenken an die Verfolgung von Homosexuellen.
- Aktionstag/Markt der Vielfalt: Die Regenbogencrew der AHF und diverse Vereine gestalten einen Aktionstag, oft rund um die Hauptwache.
- Mitmachen: Macht mit bei der Kampagne „Demokratie ist Teamsport“ des Queeren Netzwerks NRW und des Landessportbundes NRW. Unter dem Motto „At the heart of democracy“ setzt die Aktion ein Zeichen für demokratische Werte und Vielfalt im Sport. Mehr Infos findet ihr unter Mitmach-Kampagne zum IDAHOBITA 2026: Demokratie ist Teamsport! - Queeres Netzwerk NRW
Trikottag wieder ein großer Erfolg! Der DOSB sagt herzlich Danke
Crunches und Seilspringen waren nicht so gut gelaufen, deshalb hatte Helen schon bei ihrer Community um Entschuldigung dafür gebeten, „dass ihr mir hier beim Versagen zuschauen müsst!“ Doch dann standen Liegestütze auf dem Programm, und von Versagen war keine Spur mehr. 16 sauber ausgeführte Wiederholungen hätte sie benötigt, um in ihrer Altersklasse die Anforderung für das Sportabzeichen in Gold zu erfüllen, 20 brachte sie im Innenhof der DOSB-Zentrale in Frankfurt am Main auf die Matte, ohne dabei auch nur aus der Puste zu geraten. Dafür gab es Applaus von Imke Hoppe und Matthias Hübner, die als „Prüfer“ die Übungen überwachten. Und für Helen, die Sport studiert, lange Basketball gespielt und jetzt Bouldern für sich entdeckt hat, die Erkenntnis, dass ihr allgemeiner Fitnesszustand durchaus zu Höherem bestimmt ist.
„Ich habe coole Einblicke bekommen und gespürt, wie groß der Sportsgeist hier ist“, sagte die Kölnerin, die am Mittwoch als besonderer Gast den Trikottag im DOSB miterlebte. Als „Almostfeline“ ist die Content Creatorin, die ihr Alter und ihren Nachnamen zum Schutz der Privatsphäre geheim hält, auf diversen Social-Media-Plattformen aktiv. Am Trikottag war sie, bekleidet mit dem „Köln 99ers“-Trikot der Rollstuhlbasketball-Nationalspielerin Lisa Bergenthal, fast fünf Stunden auf Twitch live, um einmal umfassend darzustellen, was der Dachverband des organisierten Sports so alles macht.
DOSB-Mitarbeitende meistern Trikottag-Challenge erfolgreich
Neben Imke Hoppe, Referentin Breiten- und Gesundheitssport, und Matthias Hübner, Leiter Digitalisierung, sprach sie zum Beispiel mit Leon Ries, Vorstand Jugend, über das Thema E-Sports und mit Niklas Pinsker aus dem Ressort Olympiabewerbung über die Pläne des DOSB, Olympische und Paralympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 in Deutschland auszurichten. Begleitet wurde sie über den Tag von Steffen Jackobs, Referent Verbandskommunikation, der nicht nur kenntnisreich die Führung durch das Haus des Sports übernahm, sondern zum Abschluss des Trikottags auch die DOSB-Laufgruppe neu belebte, die künftig wieder an jedem Mittwoch nach Feierabend im Frankfurter Stadtwald unterwegs sein soll.
Um zu überprüfen, ob im DOSB auch vielfältig aktiv Sport getrieben wird, hatte Helen eine Trikottag-Challenge vorbereitet mit 18 verschiedenen Aufgaben, die ihre Gesprächspartner*innen gemeinsam mit ihr ausführen sollten. Das gefiel auch Otto Fricke. Der Vorstandsvorsitzende des DOSB, der zum Start und zum Abschluss des Streams zu Wort kam, entschied sich für „30 Sekunden auf einem Bein stehen“ – und schaffte dies nach einem Wackler zum Einstieg souverän. Für den 60-Jährigen, der stilecht das Trikot des Crefelder HTC über Hemd und Krawatte trug, war es der erste Trikottag im DOSB. „Mein Trikot trage ich bei der Arbeit zwar über Hemd und Krawatte, aber trotzdem mit voller Überzeugung“, sagte er, „dieser Tag macht deutlich, dass Sportvereine ein zentraler Bestandteil im Leben von Millionen von Menschen sind. Sportvereine stärken unseren Zusammenhalt, sie fördern Gesundheit und Wertevermittlung. Ich bin froh, dass der DOSB diesen Tag ausgerufen hat und wünsche mir weit über den Trikottag hinaus mehr Wertschätzung für das, was die 86.000 Sportvereine jeden Tag für uns alle leisten.“
Kooperationen im Sport: Gemeinsam mehr erreichen
Dem organisierten Sport werden viele Aufgaben zugeschrieben: die Unterstützung des Ehrenamts, die Stärkung von Teilhabe und Inklusion, Förderung der Gesundheit sowie die Entwicklung des Leistungssports bei gleichzeitiger Sicherung von Fairness und Integrität. Um diese Aufgaben bestmöglich zu erfüllen und seiner Verantwortung als Dachverband des deutschen Sports gerecht zu werden, kooperiert der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit vielen gesellschaftlichen und politischen Akteuren. Im Folgenden beleuchten wir diese Partnerschaften.
Der organisierte Sport selbst
Der DOSB pflegt einen engen Austausch mit seinen 103 Mitgliedsorganisationen sowie zu Organisationen und Stakeholdern der Olympischen Bewegung wie dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) oder den olympischen Dachverbänden auf globaler (ANOC) und europäischer Ebene (EOC), inklusive des EOC EU Büros in Brüssel.
Im Folgenden betrachten wir Kooperationen, die sowohl in ihrer Wirkung als auch hinsichtlich der beteiligten Organisationen in weite Bereiche gesellschaftlicher und politischer Handlungsfelder hineinreichen. Sowohl national als auch international verfolgt der DOSB das Ziel, gesellschaftliche Werte wie Integration, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Demokratie zu fördern sowie internationale Verständigung und die gesellschaftliche Bedeutung des Sports zu stärken.
Deutschlandweite Wirkung
Um diese Ziele zu erreichen und die Bedeutung des Sports in Politik und Gesellschaft zu festigen, geht der DOSB gezielt deutschlandweite Partnerschaften ein.
Das Bündnis für Gemeinnützigkeit (BfG) beispielsweise vereint zehn große zivilgesellschaftliche Institutionen wie den Bundesverband Deutscher Stiftungen e.V. und den Deutschen Kulturrat. Gemeinsam geben sie dem Ehrenamt eine Stimme gegenüber der Politik. Die Ziele des BfG sind verbesserte Rahmenbedingungen für Ehrenamtliche und die Anerkennung bürgerschaftlichen Engagements.
Das Bündnis „Zusammen für Demokratie“ setzt noch stärker an der Praxis an. Die 76 zivilgesellschaftlichen Organisationen unterstützen Engagement mittels unbürokratischer Hilfe sowie konkreter Maßnahmenpakete. Die Kampagne #DuEntscheidest zur Bundestagswahl 2025 rief mit Banner- und Social-Media-Aktionen zum Eintreten für demokratische Werte, Menschenrechte, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt auf und motivierte Menschen zur aktiven Beteiligung an einer offenen, gerechten und solidarischen Gesellschaft. Der DOSB kooperiert seit gut zwei Jahren mit dem Bündnis, das Gewerkschaften, Bildungsakteure, Zivilgesellschaften, religiöse Körperschaften und den Sport vereint.
Kooperationen im Sport: Gemeinsam mehr erreichen
Dem organisierten Sport werden viele Aufgaben zugeschrieben: die Unterstützung des Ehrenamts, die Stärkung von Teilhabe und Inklusion, Förderung der Gesundheit sowie die Entwicklung des Leistungssports bei gleichzeitiger Sicherung von Fairness und Integrität. Um diese Aufgaben bestmöglich zu erfüllen und seiner Verantwortung als Dachverband des deutschen Sports gerecht zu werden, kooperiert der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit vielen gesellschaftlichen und politischen Akteuren. Im Folgenden beleuchten wir diese Partnerschaften.
Der organisierte Sport selbst
Der DOSB pflegt einen engen Austausch mit seinen 103 Mitgliedsorganisationen sowie zu Organisationen und Stakeholdern der Olympischen Bewegung wie dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) oder den olympischen Dachverbänden auf globaler (ANOC) und europäischer Ebene (EOC), inklusive des EOC EU Büros in Brüssel.
Im Folgenden betrachten wir Kooperationen, die sowohl in ihrer Wirkung als auch hinsichtlich der beteiligten Organisationen in weite Bereiche gesellschaftlicher und politischer Handlungsfelder hineinreichen. Sowohl national als auch international verfolgt der DOSB das Ziel, gesellschaftliche Werte wie Integration, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Demokratie zu fördern sowie internationale Verständigung und die gesellschaftliche Bedeutung des Sports zu stärken.
Deutschlandweite Wirkung
Um diese Ziele zu erreichen und die Bedeutung des Sports in Politik und Gesellschaft zu festigen, geht der DOSB gezielt deutschlandweite Partnerschaften ein.
Das Bündnis für Gemeinnützigkeit (BfG) beispielsweise vereint zehn große zivilgesellschaftliche Institutionen wie den Bundesverband Deutscher Stiftungen e.V. und den Deutschen Kulturrat. Gemeinsam geben sie dem Ehrenamt eine Stimme gegenüber der Politik. Die Ziele des BfG sind verbesserte Rahmenbedingungen für Ehrenamtliche und die Anerkennung bürgerschaftlichen Engagements.
Das Bündnis „Zusammen für Demokratie“ setzt noch stärker an der Praxis an. Die 76 zivilgesellschaftlichen Organisationen unterstützen Engagement mittels unbürokratischer Hilfe sowie konkreter Maßnahmenpakete. Die Kampagne #DuEntscheidest zur Bundestagswahl 2025 rief mit Banner- und Social-Media-Aktionen zum Eintreten für demokratische Werte, Menschenrechte, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt auf und motivierte Menschen zur aktiven Beteiligung an einer offenen, gerechten und solidarischen Gesellschaft. Der DOSB kooperiert seit gut zwei Jahren mit dem Bündnis, das Gewerkschaften, Bildungsakteure, Zivilgesellschaften, religiöse Körperschaften und den Sport vereint.
Badmintonabteilung des VfL Bochum setzt starkes Zeichen für Krebsprävention
Der VfL Bochum 1848 – Badminton e.V. freute sich über besonderen Besuch und eine außergewöhnliche Trainingseinheit: Team D-Athletin Miranda Wilson, aktuell eine der besten Badmintonspielerinnen Deutschlands, absolvierte gemeinsam mit 18 Vereinsmitgliedern aus dem Jugend- und Seniorenbereich ein exklusives Training im Rahmen der Vereinschallenge „Jede Minute zählt“.
Nach einem gemeinsamen Warm-up sorgten anspruchsvolle Übungen auf der Koordinationsleiter, kombinierte Schritt- und Schlagabfolgen auf dem Halbfeld und einem abschließenden „Kaiserturnier“ für sportliche Herausforderungen und gleichzeitig viel Begeisterung bei den Teilnehmenden. Mit großer Energie und hoher Motivation brachte Miranda die Gruppe ordentlich ins Schwitzen und machte den Aktionstag zu einem besonderen Erlebnis für den gesamten Verein. Im Anschluss an das Training durften sich zudem die Kinder der U13 über verloste Profi-Trikots freuen.
„In Deutschland ist der Druck größer als überall sonst in der Welt“
Auf dem Derbygelände im Hamburger Stadtteil Klein Flottbek ist André Thieme nicht nur gern gesehen, sondern allseits bekannt. Viermal konnte der 51 Jahre alte Berufsreiter aus Plau am See das Deutsche Springderby, das seit 1920 ausgetragen wird, gewinnen: 2007, 2008 und 2011 jeweils mit Nacorde, im vergangenen Jahr erstmals mit Paule S, mit dem er den anspruchsvollen Parcours auch an diesem Sonntag (17. Mai, 13.50 Uhr) in Angriff nehmen wird. Warum er das Derby so sehr schätzt, worauf er in dieser Saison noch setzt und welchen Stellenwert Olympische Spiele für ihn haben, erklärt der Einzel-Europameister von 2021 im DOSB-Interview.
DOSB: André, es gibt seit Jahren nur wenige Spitzenreiter, die neben dem Fünfsterne-Hauptspringen am Samstag auch im Derby starten. Warum ist das so, und warum ist es für dich keine Option, auf das Derby zu verzichten?
André Thieme: Für mich ist dieses Springen in Deutschland eine absolute Kultveranstaltung, die auf einer Stufe mit dem CHIO in Aachen steht. Früher war der Status des Derbys noch deutlich höher, Aachen und Hamburg waren die Klassiker, die jeder Reiter gewinnen wollte, weltberühmte Events wie Wimbledon im Tennis. Der Hype ist etwas zurückgegangen, weil viele heute den modernen Pferden solche altmodischen und extravaganten Sprünge wie den Großen Wall oder Pulvermanns Grab nicht mehr zumuten wollen. Der Derby-Parcours hat sich seit mehr als 100 Jahren nicht verändert, und weil es einen solchen Parcours nicht noch einmal gibt, scheuen viele Topreiter davor zurück, ein Pferd nur für ein einmal im Jahr stattfindendes Event auszubilden. Es gibt zwar auch in Hickstead, La Baule und Falsterbo Derbys, aber die sind längst nicht so prestigeträchtig wie Hamburg. Für mich jedoch liegt genau in dieser Einzigartigkeit aber der Reiz.
Wie beschreibst du diesen Reiz? Was unterscheidet das Derby von den vielen Fünfsterne-Springen, die es jede Woche gibt?
Es ist eigentlich ein komplett eigener Sport. In den Fünfsterne-Springen geht es heute vorrangig um die Zeit, sie sind viel technischer, aber auch eintöniger, weil die Hindernisse fast ausschließlich aus Stangen bestehen. Man braucht dafür intelligentere, pfiffigere Pferde, die sehr speziell trainiert werden und es nicht gewohnt sind, mit einem Hindernis wie dem Großen Wall konfrontiert zu werden, an dem man zunächst fünf Meter Höhenunterschied überwinden und dahinter direkt ein Hindernis überspringen muss. Im Springreitsport muss man heute sehr sensibel im Umgang mit den Pferden sein, weil jedes noch so kleine Fehlverhalten auf Video festgehalten und angeprangert werden kann. Da sind sofort 100 Leute da, die den Sport in den Dreck ziehen wollen. Im Derby jedoch geht es manchmal etwas rauer zu, da kann es passieren, dass der Zügel mal etwas fester gestrafft wird. Wenn das Pferd darauf trainiert ist, ist das unproblematisch. Aber viele Topreiter, die jedes Wochenende auf einem anderen Fünfsterne-Turnier starten, haben dazu nicht die Zeit, deshalb starten nur noch wenige beim Derby. Dazu kommt, dass das Preisgeld auf der Fünfsterne-Tour deutlich höher ist, was ich sehr schade finde. Die Einzigartigkeit des Derbys würde ein höheres Preisgeld absolut rechtfertigen.
Inwiefern hat das Derby zu deiner Bekanntheit beigetragen?
Für mich hat die Faszination des Derbys gar nichts eingebüßt. In Hamburg kommen die Menschen nicht wegen des Großen Preises am Samstag, die kommen, um traditionell am Sonntag das Derby zu sehen. Und für mich hat das Derby die Möglichkeit geboten, in die Geschichtsbücher unseres Sports zu kommen. Hier viermal gewonnen zu haben, das ist etwas ganz Besonderes für mich. Die Aussicht, eine Legende wie Fritz Thiedemann einholen zu können, der fünf Siege geschafft hat, ist ein wahnsinniger Ansporn.
Rekordsieger ist Nelson Pessoa aus Brasilien, der zwischen 1962 und 1994 sieben Siege schaffte. Wie ist das möglich, was braucht es dafür?
Vor allem ein überragendes Derbypferd. Ein solches immer wieder neu aufzubauen, ist ein riesiger Aufwand, den ich aber gern auf mich nehme. Es kostet sehr viel Zeit, das Pferd für das Derby zu trainieren und auf die Besonderheiten vorzubereiten. Und dann braucht man auch das Glück, ein Pferd zu finden, das nicht nur beim Derby, sondern auch bei anderen großen Springen erfolgreich sein kann. Mit Nacorde hatte ich dieses Glück, mit ihm habe ich Große Preise gewonnen und Nationenpreise bestritten, aber er war kein Superstar bei Fünfsterne-Springen. Mit Contadur, der auf höchstem Niveau siegfähig war, konnte ich das Derby dagegen nie gewinnen.
Mit Chakaria, mit der du 2021 Einzel-Europameister geworden bist, hast du es nie versucht. Warum nicht?
Sie würde im Derby nicht funktionieren. Sie ist ein internationaler Superstar, hat jede Woche die Chance auf große Fünfsterne-Springen, da muss man das Derby nicht riskieren. Ich gehe mit ihr am Samstag im Großen Preis an den Start.
Trikottag-Umfrage zeigt breite Unterstützung für Sportvereine
Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) anlässlich des bundesweiten Trikottags am 13. Mai in Auftrag gegeben hat und für die durch die Marktforschungs-Agentur One8Y mehr als 2.000 Menschen befragt wurden.
Demnach geben 71 % der Befragten an, dass die Politik mehr in Sportvereine investieren sollte. Für den Großteil der Bevölkerung stellen die 86.000 Sportvereine im Land einen unverzichtbaren Teil des Zusammenlebens dar. So geben jeweils mehr als 80 % der Befragten an, dass Sportvereine insgesamt wichtig für unsere Gesellschaft seien und einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisteten.
„Es geht im Verein um Sport, aber es geht doch auch um vieles mehr!“
Sportvereine sind zentrale Orte für Zusammenhalt, Gesundheit und Engagement. Der Bundespräsident würdigt die rund 86.000 Vereine und 29 Millionen Mitgliedschaften als „riesigen Schatz“ für das Land. Ehrenamtliche tragen maßgeblich dazu bei, dass Begegnung, Bewegung und Gemeinschaft täglich gelebt werden. Zugleich wird deutlich: Um diese Leistungen sichtbar zu machen und die Zukunft des Vereinssports zu sichern, braucht es mehr Anerkennung und bessere Rahmenbedingungen.
„Kein Job der Welt gibt dir das, was der Sport geben kann“
Manchmal nervt es schon, da ist Grit Jurack ehrlich. „Das Training mit den Kindern ist die schöne Seite. Anstrengend wird es, wenn wir die Eltern davon überzeugen müssen, wieviel Arbeit das ist, und dass wir auf ihre Unterstützung angewiesen sind. Oft müssen wir die Eltern dahingehend erziehen, dass Werte wie Disziplin und das Einhalten von Verpflichtungen unerlässlich sind, wenn man einen Teamsport betreibt“, sagt die 48-Jährige, die beim TSV Glücksburg 09 als ehrenamtliche Handballtrainerin mehrere Jugendteams anleitet. Ihr Rezept, um ausreichend Unterstützung zu erhalten, klingt einfach, kann aber in der Umsetzung oft quälend lang dauern: „Ich höre einfach nicht auf zu fragen, bis ich jemanden finde, der es macht“, sagt sie.
Mit 306 Länderspielen ist die gebürtige Leipzigerin, die ihre Karriere 2012 wegen eines schweren Knorpelschadens in der Schulter beenden musste, bis heute Rekordnationalspielerin des Deutschen Handball-Bundes (DHB). Ein Status, auf den sie sich nichts einbildet. „Kinder denken doch nicht darüber nach, wer ich bin oder was ich mal erreicht habe. Die interessiert, was wir als Nächstes im Training üben“, sagt sie. Beim TSV trainiert sie den Sohn des Bundesligacoaches Nicolej Krickau, der aktuell die Füchse Berlin betreut. „Nicolej hat meinem Team mal erzählt, dass ich früher selbst ganz anständig Handball gespielt habe, da waren alle völlig überrascht“, erzählt sie und wirkt dabei ein wenig peinlich berührt, so als hätte jemand ein Geheimnis ausgeplaudert, das sie unbedingt im Verborgenen belassen wollte.
Einstieg in den Trainerjob über Betreuung der eigenen Kinder
Dabei ist die 1,86 Meter große Linkshänderin, die zu ihrer aktiven Zeit im rechten Rückraum zu Hause war, ein perfektes Beispiel dafür, wie ehemalige Spitzenathletinnen und -athleten nach der Karriere ihre Erfahrungen und auch ihre Begeisterung an die nachfolgenden Generationen weitergeben können. „Ich wünschte, dass es viel mehr solcher Beispiele gäbe. Natürlich hat nicht jeder nach der Karriere die Zeit, ein Ehrenamt im Sport zu übernehmen. Aber ich kann es wirklich nur allen empfehlen. Auch wenn es oftmals anstrengend ist und viel Zeit in Anspruch nimmt, macht es wahnsinnig viel Spaß, mit den Kindern und Jugendlichen zu arbeiten“, sagt sie.
Gemeinsam mit ihrem Ehemann Michael Döring, der Athletiktrainer beim Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt ist, betreut Grit Jurack eine männliche C-Jugend, die sie nach dieser Saison allerdings abgibt und stattdessen mit einer F-Jugend neu startet. Ihr Einstieg in den Job als Trainerin war, wie so häufig, die Betreuung der eigenen Kinder. „Als unser älterer Sohn, der jetzt 16 Jahre alt ist und Fußball spielt, sechs Jahre alt war, habe ich zum ersten Mal Training für die Kleinen angeboten“, erinnert sie sich. Wenn sie sich mit ihren Teams darüber unterhält, welche Erlebnisse die Erinnerungen an die Jugendzeit im Sport prägen, dann sind es keine Meisterschaften oder Siege, sondern die privaten Beziehungen, die dadurch entstehen, Teil einer Gemeinschaft zu sein. „Das zeigt mir immer wieder, wie wichtig es ist, dass wir diese Gemeinschaft erhalten.“
Auftakt zur Sportmilliarde: So werden die Gelder verteilt
Am 22. April hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die geförderten Projekte des ersten Teils des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS I) bekanntgegeben. 314 Sportstätten, Schwimmbäder und Vereinsheime in zahlreichen Kommunen Deutschlands dürfen sich über eine Förderung des Bundes freuen, mit der die Sanierung oder Modernisierung ihrer Projekte mit bis zu 45 Prozent der Gesamtkosten bezuschusst werden.
Der DOSB hat die Liste der geförderten Projekte analysiert. Hier erfahrt ihr, was genau gefördert wurde, wie hoch die durchschnittliche Fördersumme ist und welches Bundesland besonders oft berücksichtigt wurde.
„Sport ist quasi ein Allheilmittel”
DOSB: Herr Professor Reuter, wie geläufig ist Ihnen das Format Trikottag?
Ulrich Reuter: Ich habe schon vom Trikottag gehört, aber intensiv damit beschäftigt habe ich mich bisher nicht.
Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband ist im Sport sehr involviert, nicht zuletzt auch in der Wirtschaftsinitiative für die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele. Warum ist dieses Engagement für den Sport Ihrem Unternehmen so wichtig?
Sport ist Emotion, Sport ist Leidenschaft, Sport ist identitätsstiftend. Sport hat eine Kraft, die eine einzigartige Wirkung auf Menschen ausübt. Insofern ist Sport ein starker gesellschaftlicher Kitt. Er bringt ganz unterschiedliche Menschen zusammen und vereint sie. Zentrale Werte des Sports sind Fairness, Toleranz und Respekt. Nicht nur geopolitisch betrachtet sind diese Werte heute wichtiger denn je. Auch für die Sparkassen, die ja dem Gemeinwohl verpflichtet sind, haben sie einen sehr hohen Stellenwert. Denn Sparkassen sind für alle Kundengruppen ein verlässlicher Partner. Sie sind dort, wo sie gebraucht werden, bei ihren Kundinnen und Kunden vor Ort.
Warum bringen Sie sich gleichermaßen im Leistungs- wie auch im Breitensport ein?
Ganz einfach, weil der Breitensport die Menschen ebenso verbindet wie der Leistungssport. Athletinnen und Athleten beispielsweise vom Team Deutschland sind starke Vorbilder. Sie stehen für die genannten Prinzipien und vermitteln gesellschaftliche Werte. Wer sich einmal intensiv mit einer paralympischen Athletin ausgetauscht hat, weiß, was es heißt, Herausforderungen anzunehmen und in positive Energie zu wandeln. Und im Breitensport kommen Menschen vor Ort mit unterschiedlichen Begabungen und ganz unterschiedlichen Alters zusammen und verfolgen ihre Ziele. Gestützt durchs Ehrenamt im Verein. Beides ist für unsere Gesellschaft wichtig.
Sport und Wirtschaft haben einiges gemeinsam, können aber auch einiges voneinander lernen. Worin sehen Sie diese gegenseitigen Lerneffekte?
Wir reden heutzutage viel über Work-Life-Balance und wie wir uns individuell am besten entfalten können. Der Leistungssport zeigt aber noch mal ganz andere Möglichkeiten auf. Nämlich, wie es auch Spaß machen kann, sich durchzubeißen, um gemeinsam als Team großartiges zu erreichen. Ein anderes Beispiel ist der Umgang mit einzelnen Athletinnen und Athleten. Trainerinnen und Trainer müssen oftmals mit sehr unterschiedlichen Sportlertypen arbeiten und jeweils eine individuelle Ansprache finden, um diese zu Höchstleistungen zu motivieren. Diese Erfahrungen und Kenntnisse können auch für Führungskräfte in der Wirtschaft sinnvoll sein. Leistungsbereitschaft, Motivation und die richtige Ansprache sind auch in Wirtschaftsunternehmen wichtig. Auch hier geht es um gemeinschaftlichen Erfolg; um Ziele, die erreicht werden müssen. Daneben sind Wirtschaftsunternehmen wichtige Unterstützer des Sports. Sportstätten, Ausrüstung, Organisation: Alles muss auch im Sport immer wieder angepasst oder erneuert werden. Schon deswegen ist der gegenseitige Austausch wichtig.
Worin sehen Sie die wichtigsten Aspekte, die Sport zum Funktionieren unserer Gesellschaft beitragen kann?
Es ist vor allem das Gemeinschaftsgefühl, unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Status. Zudem leistet der Sport auch Gesundheitsarbeit, sowohl im Sinne von Prävention und Fitness als auch in der Rehabilitation, körperlich wie psychisch. Er ist also quasi ein Allheilmittel.






