Neues aus Sportdeutschland
„Es war und ist eine wilde Reise, die uns an Grenzen gebracht hat“
DOSB: Michael, welche Bedeutung hat die erste WM in Deutschland für euren Sport hierzulande?
Michael Schwarzer: Die mit Abstand größte, die ein Turnier in der noch jungen Geschichte unseres Sports je hatte. Wir haben schon einige internationale Events gespielt, aber noch nie zu Hause und vor allem auch noch nie mit der Aussicht auf die Qualifikation für Olympische Spiele.
Seit Flag Football 2023 ins Olympiaprogramm für Los Angeles aufgenommen wurde, ist sehr viel passiert in eurem Sport. Was sind aus deiner Sicht die wichtigsten Entwicklungsschritte, die gegangen wurden?
Die vergangenen drei Jahre waren wirklich eine super spannende Zeit, die uns in einem Rekordtempo auf ein anderes Niveau gehoben hat. Wir waren anfangs ein normaler nicht-olympischer Fachverband, der über die Aufnahme ins Programm der World Games in die Förderung gerutscht ist. Und nun sind wir zumindest vorläufig ein olympischer Fachverband. Das war und ist eine wilde Reise, denn die notwendigen Strukturen aufzubauen, um den Förderrichtlinien des DOSB und des Fördermittelgebers Bundeskanzleramt gerecht zu werden, war eine Herausforderung, die uns an Grenzen gebracht hat. Wir mussten eine Bundesliga aufbauen, die es in der Form nicht gab, um ein Zuhause für den Regelspielbetrieb zu schaffen. Dazu galt es, das notwendige qualifizierte Personal für den Trainings- und Organisationsbereich zu finden, was sehr wichtig war, um auf internationalem Niveau mithalten zu können. Und wir konnten dank der Unterstützung des DOSB und der Politik auch in den Altersklassen U15 und U17 Jugend-Nationalkader als Unterbau für die A-Nationalmannschaften aufbauen.
Wie hat sich die Zahl der Mitglieder und Vereine über die vergangenen Jahre entwickelt?
In einem Tempo, das uns ehrlich gesagt ein wenig über den Kopf gewachsen ist. Wir gehören weltweit zu den Top drei der am schnellsten wachsenden Sportarten, bei den Frauen ist es meines Wissens die am schnellsten wachsende. Es geht überall steil bergauf. Vor der Aufnahme ins olympische Programm hatten wir 780 Mitglieder in 52 Mannschaften, laut der aktuellen Erhebung von Mai 2026 sind wir nun bei 8784 Mitgliedern in 601 Mannschaften. Um diesem Ansturm gerecht zu werden, haben wir uns mit den Landesverbänden zusammengetan, um zu ergründen, welche Schritte wir gemeinsam gehen konnten. Zum Beispiel musste eine komplette Trainerausbildung implementiert werden, denn es gab schlicht keine Trainerinnen und Trainer, die auf Flag Football spezialisiert waren. Man muss aber die Tackle-Variante und Flag Football unbedingt differenziert betrachten. Das ist der Grund dafür, dass es bislang noch keine A-Lizenz-Inhaber in Deutschland gibt. Strukturell sind wir an manchen Stellen noch nicht so weit, wie wir sein müssten und sein wollten, so ehrlich müssen wir sein.
Welches Potenzial siehst du für den Flag Football im Vergleich zum Tackle-Football in Deutschland?
Der Anstieg wird so lange anhalten, bis der Markt gesättigt ist. Und das kann noch eine ganze Weile dauern. Der Einstieg in den Flag Football ist um ein Vielfaches einfacher als in die Tackle-Variante, denn Flag Football ist deutlich weniger verletzungsträchtig, und man benötigt keine komplette Schutzausrüstung. Das Potenzial ist riesig, vor allem mit Blick darauf, Kinder und Jugendliche an den Sport heranzuführen, aber die Strukturen müssen natürlich mitwachsen. Und was das Zuschauerpotenzial angeht, ist die Tackle-Variante klar dominierend, daran werden auch die Olympischen Spiele nichts ändern. Flag Football ist kein gewachsener Fernsehsport.
Die gesamte Organisation der Ausrichtung der WM übernimmt die Agentur D-Sports. Wie seid ihr als Verband dennoch in die Organisation eingebunden?
Tatsächlich gar nicht. Das lokale Organisationskomitee organisiert alles für alle 32 teilnehmenden Mannschaften. Wir konnten uns nicht einmal selbst ein Hotel buchen. Als bekannt wurde, dass es die WM in Düsseldorf geben wird, haben wir mit dem Landesverband Nordrhein-Westfalen unsere Hilfe für die Akquise von Freiwilligen angeboten. Ansonsten haben wir mit der Ausrichtung als Verband nichts zu tun.
Welche Rolle spielt die Stadt Düsseldorf für den Flag Football?
Eine ganz entscheidende, denn die Stadt hat sehr stark dafür geworben, diese WM ausrichten zu dürfen. Mit den Firecats gibt es in Düsseldorf im Frauenbereich ein absolutes Vorzeigeteam, das viel für das positive Image unseres Sports tut. Außerdem ist Düsseldorf seit 2022 Standort des Hauptquartiers der NFL in Deutschland. Insofern ist die Stadt extrem wichtig für den Flag Football.
In welcher Form unterstützt die NFL die Entwicklung des Flag Footballs in Deutschland?
Seit die NFL Deutschland ihr Büro in Düsseldorf hat, haben wir als Verband endlich Ansprechpartner, die die Probleme und Strukturen in Deutschland kennen. Amerikaner sind von den Vereinsstrukturen, die es hier gibt, schnell überfordert, so etwas gibt es in den USA nicht. Dank der NFL Deutschland, die mit Personal und finanziellen Mitteln wie zum Beispiel über das Projekt „Flag Up“, das Schulen oder Vereinen komplette Ausrüstungssets zur Verfügung stellt, unterstützt, ist Flag Football an die Schulen gekommen. Daraus generieren unsere Vereine eine Menge neuer Mitglieder.
Die Faszination der Vielseitigkeit
Die besondere, weltweit geschätzte Atmosphäre, die der Sportpark Soers in Aachen für den Pferdesport entwickeln kann, hat Julia Krajewski schon früh schätzen gelernt. 17 Jahre war sie alt, als 2006 zum bislang letzten Mal die damals noch als Weltreiterspiele bekannten Weltmeisterschaften in Deutschland ausgetragen wurden. „Ich war damals mit meinen Eltern am Geländetag zu Fuß unterwegs und habe die Stimmung auf mich wirken lassen. Aachen war schon damals wahnsinnig beeindruckend und ist es bis heute geblieben“, sagt die Vielseitigkeitsreiterin, die in dieser Woche vor einer ganz besonderen Herausforderung steht. Im Zuge der Heim-WM, die von diesem Dienstag bis zum 23. August ausgetragen wird, geht sie im Einzel und mit der Mannschaft auf Medaillenjagd. „Eine WM in Aachen als Sportlerin erleben zu dürfen, ist etwas ganz Besonderes. Natürlich ist der Druck hoch, weil das Publikum Erfolge von einheimischen Reitern sehen will. Aber damit kann ich umgehen und freue mich riesig auf die kommenden Tage“, sagt die 37-Jährige.
Ihr Name ist auch Pferdesport-Laien spätestens seit den Olympischen Spielen 2021 in Tokio ein Begriff. Als erste Frau in der Geschichte der Vielseitigkeit, die aus den Teildisziplinen Dressur, Geländeritt und Springen besteht, konnte die Niedersächsin mit ihrer 2023 vom Leistungssport zurückgezogenen Stute Amande de B’Neville Olympiagold gewinnen. „Olympiasiegerin bleibt man für immer, damit kann jeder etwas anfangen“, sagt sie, „die Dinge funktionieren zwar auch danach nicht von allein, aber man bekommt mehr Möglichkeiten, mit Sponsoren oder Pferdebesitzern zu arbeiten.“ Besonders gefreut habe sie sich darüber, dass ihr Triumph viele Mädchen und Frauen dazu inspiriert hat, ebenfalls den Weg in den Pferdesport zu suchen. „Ich habe viele Zuschriften bekommen, auch aus Ländern, in denen es nicht selbstverständlich ist, dass Frauen im Pferdesport aktiv sind“, sagt sie. Persönlich habe sie vor allem in puncto Selbstvertrauen profitiert. „Der Olympiasieg hat mir gezeigt, dass ich ganz oben mithalten kann, er hat mich gelassener werden lassen.“
Vor vier Jahren gewann Julia WM-Gold mit dem Team
Aus sportlicher Sicht ist WM-Gold in der Reitwelt genauso hoch angesehen wie olympisches Gold, auch weil die Welttitelkämpfe ebenfalls nur alle vier Jahre ausgetragen werden. Deshalb strebt Julia, die 2022 in Pratoni del Vivaro (Italien) Gold mit dem Team und Silber in der Einzelwertung gewinnen konnte, in Aachen erneut nach der doppelten Krönung. „Mit dem Team ist eine Medaille absolut drin, für eine Einzelmedaille muss die Tagesform stimmen und vieles perfekt laufen“, lautet ihre ehrliche Selbsteinschätzung. Wenn sie ihr Ziel, in jeder Teildisziplin die bestmögliche Leistung zu bringen, erreicht, dürfte ein Abschneiden wie vor vier Jahren zumindest im Bereich des Machbaren liegen.
Dass in der Vielseitigkeit die Mannschaftswertung, die aus den Einzelergebnissen zusammengesetzt wird, Priorität besitzt und in gewissen Konstellationen das persönliche Abschneiden zurückgestellt werden muss, ist für Julia Krajewski noch nie ein Problem gewesen. „Ich habe es früh gelernt, dass zuerst geschaut wird, wie die beste Teamleistung geliefert werden kann. Wenn das bedeutet, dass man zum Beispiel mit einem eher vorsichtigen Ritt im Gelände die persönlichen Medaillenchancen schmälert, aber das Resultat des Teams absichern kann, ist das für mich fein. Wenn das Team eine Medaille gewinnt, gewinnt in der Regel auch mindestens ein Teammitglied eine Einzelmedaille. Und davon profitiert mal der eine und mal die andere. Im Team fängt man sich gegenseitig auf, deshalb ist eine Teammedaille etwas sehr Besonderes“, sagt sie auch mit Blick auf ihre ersten Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro, als sie mit Samourai du Thot das Streichergebnis lieferte, aber dennoch Teamsilber gewann.
Bundestrainer Thomsen fehlt wegen eines Reitunfalls
In diesem Jahr sind neben ihr der vierfache Olympiasieger Michael Jung (43/Horb) mit Chipmunk, Malin Hansen-Hotopp (48/Hürup) mit Carlitos Quidditch, Libussa Lübbeke (25/Warendorf) mit Caramia und Christoph Wahler (32/Uelzen) mit D'Accord für das Team nominiert. Reservereiter ist Arne Bergendahl (35/Hamminkeln) mit Bronco. Welche vier Duos für den Teamwettbewerb nominiert werden, entscheidet sich kurzfristig. Nicht dabei ist einer, der Julia Krajewski für persönliche Gespräche besonders fehlen wird: Peter Thomsen. Der Bundestrainer erholt sich noch immer von den Folgen eines Reitunfalls im Juni, der 65-Jährige wird vom Franzosen Rodolphe Scherer vertreten. „Das funktioniert gut und hat sich schnell eingespielt. Wir sind nach Peters Ausfall noch einmal enger zusammengerückt und wollen nun für ihn Medaillen holen“, sagt Julia.
Wer die Pferdewirtschaftsmeisterin fragt, worin für sie die Faszination der Vielseitigkeit liegt, erhält eine Antwort, die erahnen lässt, wie tief ihre Leidenschaft für den Sport sitzt, und wie verantwortungsbewusst sie gleichzeitig für die Beziehung zum Sportpartner Pferd eintritt. „Die Herausforderung ist, die Pferde so umfassend und komplex zu trainieren, dass sie alle drei Disziplinen in etwa gleich gut beherrschen. Die Pferde sind quasi Triathleten, sie sind Alleskönner, die Ausdauer im Gelände, Ausdruck in der Dressur und Technik im Springen in sich vereinen“, sagt sie. Immer wieder aufs Neue überrasche sie die Intelligenz der Tiere, die innerhalb weniger Stunden zwischen den Herausforderungen umschalten könnten. „Das ist jedes Mal beeindruckend und deshalb strategisch auch sehr spannend.“
Während in Zeiten, als die Vielseitigkeit noch unter Military firmierte, manchmal geunkt wurde, dass deren Protagonist*innen im Reiten zwar vieles ein bisschen, aber nichts richtig beherrschen würden, hat sich das Ansehen längst gewandelt. „Die besten Vielseitigkeitsreiter halten mittlerweile auch in Wettkämpfen in den Spezialdisziplinen mit der Weltspitze mit. Das Niveau ist wahnsinnig hoch und wird in der Szene respektiert und anerkannt“, sagt Julia, die persönlich keine Lieblingsdisziplin hat. „Das ist pferde- und situationsabhängig. Das größte Talent habe ich wohl in der Dressurarbeit. Beim Springen hat es etwas länger gedauert, bis ich mich sicher fühlte, aber das geht mittlerweile auch problemlos.“ Das größte Augenmerk legt sie sowohl bei sich selbst als auch beim Pferd auf die körperliche Fitness. „Ausdauer- und Konditionsarbeit ist die Basis. Die konditionelle Grundlage beim Pferd muss gut sein, das dient der Gesunderhaltung. Erst danach schauen wir, ob das Pferd mehr Gymnastik oder mehr Sprungtraining braucht. Individualität zu beachten ist extrem wichtig.“
Extremhitze verändert den organisierten Sport
Besonders sichtbar wurde dies in den vergangenen Wochen bei der Tour de France. Erstmals in der Geschichte des Rennens wurde eine Etappe aufgrund extremer Hitze verkürzt, nachdem für Teile der Strecke die höchste Hitzewarnstufe ausgerufen worden war. Gleichzeitig bereiteten sich die Organisatoren auf weitere Einschränkungen bis hin zu möglichen Etappenabsagen vor, sollte sich die Wetterlage weiter verschärfen. Die Gesundheit von Athlet*innen, Helfer*innen und Zuschauer*innen stand dabei im Mittelpunkt der Entscheidungen.
Auch in Deutschland hat die Hitzewelle Auswirkungen auf den Sportbetrieb. Zahlreiche Sportvereine und Veranstalter reagierten in den vergangenen Wochen mit angepassten Trainingszeiten in den frühen Morgen- oder Abendstunden, zusätzlichen Trink- und Kühlmöglichkeiten sowie Änderungen bei Turnieren und Laufveranstaltungen, um die gesundheitlichen Belastungen für Teilnehmende und Ehrenamtliche zu reduzieren.
Zwei Stars, ein Ziel: Die Boom-Disziplin zum EM-Gold führen
Die deutsche Leichtathletik hat in den vergangenen Monaten so einige Geschichten geschrieben, die es rechtfertigen, mit großer Vorfreude und ebensolcher Titelhoffnung auf die Europameisterschaften zu schauen, die vom 10. bis 16. August in der mittelenglischen Stadt Birmingham ausgetragen werden. Es gibt jedoch keine andere Disziplin, in der die Medaillenträume so gleichmäßig auf die Geschlechter verteilt sind wie im 3.000-Meter-Hindernislauf. Wie passend also, dass sich die beiden Mittelstreckenstars, die die nationalen Rekorde über diese Distanz halten, in der Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt zu ausführlichen Mediengesprächen stellten, um den Boom zu ergründen und ihre Zielstellungen zu untermauern.
Dass es einen Boom gibt, darin sind sich Gesa Felicitas Krause und Frederik Ruppert einig. Auch wenn Frederik, der Ende Mai beim Diamond-League-Meeting in Rabat (Marokko) als erster Europäer die magische Acht-Minuten-Marke knackte und in 7:57,80 Minuten den Europarekord pulverisierte, ihn nicht auf seine Disziplin beschränken würde. „Grundsätzlich sehe ich, dass viele deutsche Leichtathleten in den vergangenen Jahren deutliche Leistungssteigerungen erreichen konnten. Die Trainingsmethodik und das Material haben sich so sehr verbessert, dass körperliche Voraussetzungen nicht mehr die entscheidende Rolle spielen“, sagt der 29-Jährige von der LAV Stadtwerke Tübingen. Und bessere Leistungen sorgten dafür, dass die Konkurrenz mitgezogen würde. „2025 war es zum Beispiel Mo Abdilaahi, der uns mit seinem deutschen Rekord über 5.000 Meter inspiriert hat“, sagt er. Gesa, die für den Verein Silvesterlauf Trier an den Start geht, sieht das ähnlich. „Konkurrenz belebt nun einmal das Geschäft, und je mehr starke Leute wir haben, desto besser. Das ist auf den 3.000 Meter Hindernis aktuell sehr gut zu beobachten“, sagt die 33-Jährige, die 2019 in Doha (Katar) in 9:03,30 Minuten den aktuell geltenden deutschen Rekord aufstellte.
Gesa holt überzeugend den deutschen Meistertitel
Bei den deutschen Meisterschaften am 25./26. Juli in Bochum-Wattenscheid wurde das vor allem im Frauenrennen deutlich. Gesa Krause siegte in Meeting-Rekordzeit von 9:24,40 Minuten. Hinter ihr reihten sich drei weitere Titelträgerinnen der vergangenen vier Jahre ein: ihre Vereinskollegin Olivia Gürth (24/9:27,08), Lea Meyer (28) vom VfL Löningen in 9:30,96 und Adia Budde (21/LAV Stadtwerke Tübingen) in 9:43,41. Dagegen musste das deutsche Topduell bei den Männern ausfallen. Während Karl Bebendorf (30) vom Dresdner SC über seine Stammstrecke trotz eines Sturzes in 8:21:01 Minuten seinen siebten DM-Erfolg feierte, zog Ruppert den Härtetest über die flachen 5.000 Meter vor und gewann dort dank seiner immensen Spurtstärke nach einem Bummelrennen in 14:08,18 Minuten. „Das war schon gut so“, sagte Bebendorf, den mit Ruppert eine dicke Freundschaft verbindet, „es reicht, wenn wir dann bei der EM aufeinandertreffen.“
TAFISA European Sport for All Games – Was steckt dahinter?
Was sind die TAFISA European Sport for All Games?
Die TAFISA European Sport for All Games sind das europäische Festival für Breitensport und traditionelle Spiele und Sportarten. Die Veranstaltung stellt Bewegung, Teilhabe, Begegnung und kulturellen Austausch in den Mittelpunkt und macht den Sport für Menschen jeden Alters erlebbar. Das Festival wird von der Limerick Sports Partnership gemeinsam mit dem Weltbreitensportverband TAFISA ausgerichtet.
Wann findet das Festival statt?
Die TAFISA European Sport for All Games finden 2026 in ihrer dritten Ausgabe in Limerick, Irland, statt. Die Veranstaltung läuft vom 7. bis 10. August. An verschiedenen Orten in Limerick können Besucher*innen traditionelle Sportarten und Spiele kennenlernen, Vorführungen erleben und zahlreiche Angebote selbst ausprobieren.
Welche Sportarten und Spiele sind mit dabei?
Das Programm umfasst rund 50 Sportarten und Spiele aus ganz Europa. Dazu gehören unter anderem:
- Fassrollen
- Gymnastik
- Hufeisenwerfen
- Pétanque (Boule-Spiel)
- Serbisches Ringen
- Tamburello
- Tanz
- Tauziehen
Vorführungen und Mitmachangebote laden Interessierte dazu ein, die unterschiedlichen Sportarten und Spiele selbst auszuprobieren.
Wer kann teilnehmen?
Die Spiele richten sich ausdrücklich an Menschen jeden Alters. Familien, Kinder und Jugendliche, ältere Menschen, Vereine und Gemeinschaftsgruppen sind eingeladen, die Angebote kennenzulernen und selbst aktiv zu werden.
Außerdem wurden Sportvereine dazu aufgerufen, Teil der Veranstaltung zu werden und traditionelle Sportarten oder Spiele aus ihren Ländern zu präsentieren. Auch deutsche Sportvereine konnten sich darum bewerben.
Wer ist für die deutsche Delegation dabei?
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entsendet eine Delegation nach Limerick, um Sportdeutschland mit traditionellen Sportarten und Breitensportangeboten zu repräsentieren.
Nach abgeschlossener Bewerbungsphase fiel die Entscheidung auf den SV Oberelspe e.V. Die Garde- und Showtanzgruppe „Grüne Funken Oberelspe“ reist mit acht Personen unter dem Slogan „Unser Tanz erzählt Tradition. Unsere Reise führt nach Irland“ zu dem Festival in Limerick.
Was ist das Ziel des Festivals?
Die European Sport for All Games wollen zeigen, dass Sport und Bewegung allen Menschen offenstehen, unabhängig von Alter, Leistungsniveau oder sportlichem Hintergrund.
Im Mittelpunkt stehen die Begegnung von Menschen und Kulturen, die Förderung von Bewegung und Teilhabe sowie die Bewahrung und Vermittlung traditioneller Sportarten und Spiele. Die verschiedenen europäischen Delegationen geben Einblicke in ihre Sport- und Bewegungskultur und laden Besucher*innen zum Mitmachen ein.
Damit leistet das Festival einen Beitrag zu einer aktiven, inklusiven und lebendigen Sportkultur und macht zugleich das gemeinsame europäische Kulturerbe traditioneller Sportarten und Spiele sichtbar.
Weitere Informationen rund um das Festival gibt es hier.
Sportabzeichen mit den Kleinsten: Warum Bewegung Kinder stark macht
Schon kurz nach 8.30 Uhr herrschte oberhalb des Seeparkstadions bei Sonnenschein reges Treiben. Kinder einer Kita-Gruppe des Kinder- und Familienzentrums Sprungbrett in Freiburg rannten, balancierten, sprangen und lachten. Doch statt Leistung und Bestzeiten standen bei den Kleinsten Abenteuer und Fantasie im Mittelpunkt. „Wir begleiten den Hasen Hoppel und den Igel Bürste auf ihrem Weg durch den Eichenwald zu ihrer Freundin Frau Eule. Sie hat heute Geburtstag. Unterwegs warten spannende Abenteuer auf uns, aber gemeinsam schaffen wir das“, rief Sina Müksch von der Badischen Sportjugend den Kindern zu.
Was folgte, war das Mini-Sportabzeichen mit Hoppel und Bürste. Ein Bewegungsangebot für Drei- bis Sechsjährige, das spielerisch die Freude an Bewegung vermittelt. Die Kinder meisterten verschiedene Bewegungsabläufe und körperliche Herausforderungen. Ganz nebenbei schulten sie wichtige motorische Fähigkeiten in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. „Es motiviert Kinder und ist in eine Bewegungsgeschichte eingebettet. Daran haben sie Spaß und können sich ausprobieren“, erklärt Studentin Müksch, die bei der Badischen Sportjugend Freiburg ihr Praxissemester absolviert und dort insbesondere für das Mini-Sportabzeichen zuständig ist. „Am Ende bekommen alle eine Urkunde und einen Anstecker, das motiviert zusätzlich und alle gehen mit einem Lächeln nach Hause.“
Herausragende Frankfurter Sportjournalistin starb mit 68 Jahren
Evi Simeoni berichtete mehr als 40 Jahre in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) unter anderem über Rudern, Formel 1, Ski alpin, Gewichtheben, Ringen und über den Pferdesport, der ihr ganz besonders am Herzen lag. Bekannt war sie aber vor allem für ihre stets sorgfältig recherchierten Reportagen über die Geschichten hinter den Athlet*innen, Trainer*innen und allen Beteiligten im Sport, ganz besonders in der internationalen Sportpolitik. „Sosehr ihr Herz auch pochend schlug für die Leistungen der Menschen, für die kraftvolle Synchronisation der Ruderer im Achter, für den Mut der Abfahrtsläufer, für die Schnelldenker in den Formel-1-Cockpits und die Eleganz von Pferd und Reiter bei schwierigsten Pirouetten, so sehr zog es sich zusammen, wenn Evi Simeoni nur den Hauch der Manipulation spürte“, schrieb FAZ-Sportchef Anno Hecker in seinem Nachruf.
Evi Simeoni berichtete von Olympischen Spielen, von Weltmeisterschaften, von Sessions des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und prägte den Stil des FAZ-Sportteils. Dabei schreckte sie nicht vor den schwierigen Themen des Sports zurück, sondern brachte mit ihrem kritischen Blick Ungereimtheiten, Missstände und Angriffe auf die Werte des Sports zutage. Sie war bekannt für ihr einfühlsames, aber auch hartnäckiges Nachfragen, bis wirklich alle Details ausrecherchiert und sattelfest waren, um dann in ihrem eleganten Sprachstil zu berichten, was zu berichten war. Dabei blieb sie stets fair und gab den Menschen die Möglichkeit, sich zu erklären. Für ihre exzellente journalistische Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet und war zweimal Sportjournalistin des Jahres. Darüber hinaus machte sie sich auch einen Namen als Autorin von mehreren Büchern.
Auch IOC- und DOSB-Ehrenpräsident Thomas Bach war von ihrer herausragenden journalistischen Leistung beeindruckt: „Evi Simeoni war eine der ganz Großen im deutschen Sportjournalismus. Sie hat sich den Themen einfühlsam zugewandt und ihren Gesprächspartnern aufgeschlossen zugehört, um sich dann ihre eigene Meinung zu bilden. Man konnte spüren, wie ihr manche Themen auch selbst nahe gegangen sind und sie emotional aufgewühlt haben. Ihre große sprachliche Ausdruckskraft hat ihren journalistischen und literarischen Werken Nachdruck und Tiefe verliehen. Ich werde sie vermissen.”
Evi Simeoni wurde 68 Jahre alt. Der DOSB wird ihr ein ehrendes Andenken bewahren.
„Das ist für uns manchmal schon fast zu schön, um wahr zu sein“
DOSB: Isabell, vor der Heim-WM in Frankfurt sind, so scheint es, wieder einmal alle Augen auf Darja gerichtet. Wie gelingt es ihr und euch, mit diesem Interesse bestmöglich umzugehen und es in Leistung zu kanalisieren?
Isabell Sawade: Indem wir ihr die notwendigen Freiräume schaffen und auch Dinge von ihr fernhalten. Natürlich freuen wir uns über das große Interesse, aber gerade vor so einem herausragenden Ereignis wie einer Heim-WM müssen wir darauf achten, dass sie sich aufs Training fokussieren kann. Das bedeutet, dass wir Termine reduzieren, wo es möglich ist. Sie hat trotzdem noch sehr viele zusätzliche Dinge auf dem Zettel. Aber bislang gelingt es ihr sehr gut, eine Balance zu finden. Viele Menschen erwarten von Darja mittlerweile Siege und denken, das sei ganz normal. Aber das ist weit gefehlt. Ich bin für jeden Wettkampf, den sie gewinnt, sehr dankbar, weil ich weiß, wie schwierig das ist. Es gibt so viele Kleinigkeiten, die passen müssen. Fehlerfreies Turnen ist harte Arbeit, und ich setze niemals voraus, dass sie immer gewinnt. Aber sie hat einfach dieses Talent, bei den Saisonhöhepunkten zu performen. Seit sie 2022 in den Erwachsenenbereich gekommen ist, hat sie bei allen Höhepunkten ihre persönliche Bestleistung gebracht. Das ist für uns manchmal schon fast zu schön, um wahr zu sein. Man muss auch damit rechnen, dass es nicht immer so funktionieren wird.
Darja hat jüngst beim Weltcupfinale in vier Kategorien abgeräumt, sie ist Olympiasiegerin, WM-Titelverteidigerin. Woraus zieht sie die größte Motivation, immer weiter erfolgreich sein zu wollen?
Die Erwartungshaltung an sie ist zu Recht hoch. Aber das Wichtigste ist, dass es ihre eigenen Ziele sind, ihre eigene Motivation, und nichts, was von außen kommt. Sie hat schon in jungen Jahren sehr viel erreicht, hat sich als 17-Jährige einen Platz im deutschen Olympiateam gesichert und in Paris die Goldmedaille geholt. Ich bin aber überzeugt davon, dass sie noch einige Jahre auf diesem Niveau weitermachen kann. Sie wird nicht müde, und wir versuchen, ihr Freiräume zu schaffen, damit sie nach großen Wettkämpfen wie Olympia oder WM Zeit findet, um sich um andere Dinge zu kümmern. Wenn sie aufhört, soll sie nicht sagen müssen, dass es in ihrem Leben nichts anderes als den Sport gab. Außerdem setzen wir Anreize, indem wir sie zum Beispiel zu einem Wettkampf schicken, bei dem ihr das Umfeld nicht liegt, um ihr das Leben auch mal etwas schwieriger zu machen und dadurch ihre Motivation neu anzufachen. Es wird immer wieder neue Herausforderungen geben, und Darja ist bereit, diese anzunehmen.
Siehst du in den kommenden Jahren ein Problem für sie, diese Motivation zu bewahren? Was macht es mit ihr, schon als Teenager einen solchen Stellenwert zu haben?
Sie geht sehr gut damit um. Sie ist absolut nicht abgehoben, sondern sehr bodenständig. Sie macht das alles nicht nur für sich, sondern auch für alle anderen im Team. Sie freut sich riesig, dass sie sich, ihrer Familie, aber auch Deutschland so etwas geben kann. Deshalb glaube ich auch nicht, dass sie Probleme bekommen wird, sich die Motivation zu bewahren. Viele hören nach Olympiagold auf, weil sie das Gefühl haben, nichts mehr erreichen zu können. Darja war nach Paris auch müde, aber sie steckt sich immer wieder neue Ziele. Olympische Spiele in Los Angeles sind sehr reizvoll für sie.
Wohin kann Darjas Reise noch führen? Welche Ziele bleiben, welche könnte sie sich neu setzen?
Sportlich gesehen ist das tatsächlich nicht einfach, sie hat alles gewonnen bis auf die European Games, die im kommenden Jahr in Istanbul stattfinden und deshalb auch sehr interessant für sie sind. Aber sie hat auch noch nie eine Heim-WM erlebt, entsprechend groß ist die Vorfreude auf Frankfurt. Auch Los Angeles reizt sie sehr. Die Bestätigung, dass sie zeigen kann, was sie kann, spielt immer eine gewisse Rolle, obwohl sie ja längst bewiesen hat, dass sie keine Eintagsfliege war. Es wird künftig aber eher um neue Emotionen und Erfahrungen gehen als um Titel. Neue Herausforderungen entstehen dadurch, dass sich das Umfeld verändert. Darja bleibt die, die sie ist, aber das Team um sie herum verändert sich, und auch die Wertungsvorschriften wechseln alle vier Jahre, so dass es interessant ist, sich auf dem neuen Level zurechtzufinden. In Paris hat sie davon profitiert, dass die Körperschwierigkeiten im Fokus standen, die sie großartig beherrscht. Jetzt ist es deutlich komplexer, du musst auch in der Artistik und Ausführung vorne sein, und das könnte für Darja einen Reiz darstellen, obwohl sie auch schon gezeigt hat, dass sie das kann.
In der Rhythmischen Sportgymnastik ist es wie im Gerätturnen üblich, in jungem Alter auf Weltspitzenniveau zu performen. Wie verändert das den Mindset dieser jungen Menschen, sind sie alle früher erwachsen als in anderen Sportarten?
Nicht unbedingt erwachsener, aber disziplinierter und in einem jungen Alter schon sehr verantwortungsbewusst. In der Rhythmischen Sportgymnastik beginnt das Seniorenalter schon mit 16, das bedeutet, dass das Erwachsenwerden im Hochleistungsbetrieb stattfindet. Allerdings verläuft diese Phase bei jedem Menschen anders. Für uns im Trainerteam ist es deshalb eine Herausforderung, für jede den richtigen Weg zu finden und sie darauf angemessen zu begleiten. Wir hatten früher viele Gymnastinnen, die früh aufgehört haben. Damals sind wir am Erwachsenwerden manchmal gescheitert, und ich glaube, das machen wir heute besser.
Man kennt es aus anderen Sportarten auch: Wenn es eine national derart dominante Persönlichkeit wie Darja gibt, ist es für die anderen im Team naturgemäß schwieriger, angemessene Aufmerksamkeit zu erhalten, selbst wenn sie auch Spitzenleistung erbringen. Wie geht ihr im Team damit um?
Natürlich liegt der Fokus auf Darja, aber sie selbst macht daraus keine große Sache. Wer gesehen hat, wie sie sich in Paris nach ihrem Olympiasieg um Margarita Kolosov gekümmert hat, die Vierte war und die verpasste Medaille betrauerte, konnte sich ein Bild davon machen, wie das Team zusammenhält. Das Interesse an Margarita war damals im Übrigen auch groß, genauso wie im vergangenen Jahr an Anastasia Simakova, die bei der WM in Rio Bronze mit dem Reifen gewonnen hat. Wir versuchen auch, die Aufmerksamkeit bewusst auf andere zu lenken und zu zeigen, dass das ganze Team gut ist. Wir hatten in den vergangenen Jahren das Glück, fünf richtig starke Turnerinnen zu haben. Zuletzt gab es zwar viel Verletzungspech, aber grundsätzlich haben wir die stärkste Trainingsgruppe der Welt. Und da ist es spannend zu sehen, wie diese Gruppe gemeinsam mit Rückschlägen umgeht. Margarita zum Beispiel hatte nach Paris hart zu kämpfen, sie hatte ein schwaches Jahr 2025, jetzt war sie wieder verletzt. Jeder Mensch hat mal eine Krise. Aber wir lernen gemeinsam, wie wir es schaffen, aus solchen Phasen gestärkt als Team herauszukommen.
Wie ordnest du grundsätzlich die Entwicklung der Rhythmischen Sportgymnastik in Deutschland ein? Erzeugen die Erfolge eine Sogwirkung, wollen mehr Mädchen und junge Frauen dem nacheifern?
Die Entwicklung ist grandios. Wir hatten 1984 die olympische Bronzemedaille für Regina Weber, aber die Goldmedaille, die Darja 2022 bei ihrer ersten WM-Teilnahme gewonnen hat, war die erste WM-Medaille für Deutschland überhaupt. Und seitdem hat sie zehn weitere WM-Goldmedaillen und Olympiagold gewonnen. Das ist eine unglaubliche Bilanz. Unsere Herausforderung ist: Wie schaffen wir es, diese Erfolge zu verstetigen? Nach oben zu kommen ist einfacher, als dort zu bleiben. Es geht darum, Bodenhaftung zu bewahren und harte Arbeit in den Vordergrund zu stellen. Nichts kommt automatisch, dessen müssen wir uns bewusst sein. Wir sind sicherlich ein wenig erfolgsverwöhnt. Die Ansprüche wachsen, manche von außerhalb denken, alles käme von allein. Darja hat bei der WM 2025 in Rio de Janeiro fünf Goldmedaillen geholt, aber im Fokus stand, dass sie mit dem Reifen ohne Medaille geblieben ist. Das finde ich schade und unfair, aber so ist es leider. Wir versuchen also, Erfolge zu würdigen und zu feiern und Rückschläge auszuhalten und zu verarbeiten. Um auf die Frage nach der Sogwirkung zu antworten: Wir haben mehr Zuspruch, mehr Anfragen, aber dadurch entstehen neue Herausforderungen, denn wir bräuchten mehr Trainerinnen und Trainer und mehr Hallenzeiten, einfach mehr Kapazitäten, um die Wartelisten abzuarbeiten. Quantität in Qualität umzuwandeln, das wird die Aufgabe der kommenden Jahre sein.
6 Tipps für Sport bei Hitze: So bleibst du fit und gesund im Sommer
Wer bei hohen Temperaturen aktiv ist, setzt dem Körper zusätzlichem Stress aus. Geht dies mit einer hohen Luftfeuchtigkeit einher, wird die Schweißabgabe und Hitzebalance besonders gefährdet. Das Risiko für Hitzeschäden wie Sonnenstich, Kreislaufprobleme oder Hitzschlag steigt deutlich. Symptome hierfür sind u.a. heiße und trockene Haut, Kopfschmerz, Schwindel und Übelkeit.
Sportler*innen zählen daher laut WHO zu den Risikogruppen für klimabedingte Gesundheitsrisiken. Besonders belastend sind schlecht belüftete Sporthallen oder intensive Belastungen in praller Sonne. Deshalb gilt: Achtsam bleiben - und rechtzeitig gegensteuern.
6 Tipps für gesundes Training bei Hitze
1. Die richtigen Tageszeiten wählen
Trainiere möglichst in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend, wenn es kühler ist. Meide die Mittagssonne.
2. Viel und regelmäßig trinken
Trinke vor, während und nach dem Sport ausreichend Wasser oder isotonische Getränke. Warte nicht erst auf das Durstgefühl - der Körper braucht frühzeitig Flüssigkeit.
3. Pausen im Schatten einlegen
Gönn dir während der Trainingseinheiten bewusste Erholungsphasen - idealerweise an einem schattigen Ort. Das entlastet Kreislauf und reguliert die Hitzebalance.
4. Leichte und atmungsaktive Kleidung tragen und UV-Schutz nicht vergessen
Funktionskleidung unterstützt die Verdunstung von Schweiß und hält dich länger kühl. Denke auch an eine Kopfbedeckung, Sonnencreme und Sonnenbrille. Vermeide dunkle Farben - sie speichern Wärme stärker.
5. Für Abkühlung sorgen
Nutze feuchte Tücher, Sprühflaschen oder Kühlpads für zwischendurch - das hilft dem Körper, sich besser zu regulieren und schützt vor Überhitzung.
6. Kein Sport bei Krankheit
Wenn du dich krank fühlst, etwa bei Fieber, Magen-Darm-Problemen oder einer Erkältung: Lass das Training aus! Der Kreislauf ist bereits geschwächt - Hitze kann das gefährlich verstärken.
Hitze muss kein Sportverderber sein - wenn du achtsam bist und auf deinen Körper hörst. Mit diesen Tipps bleibst du auch bei Sommerwetter aktiv und gesund. Zudem leisten DOSB und die Verbände Hilfestellungen und haben mit Expert*innen wie Prof. Dr. phil. Sven Schneider vom Universitätsklinikum Heidelberg unter anderem einen Musterhitzeschutzplan und weitere allgemeine Verhaltenstipps aufgestellt.
Wiedersehenstreffen 50 Jahre nach Olympia
Bob, Fechten, Reiten, Rodeln, Rudern, Schwimmen, Ski, Turnen – die Liste der von den eingeladenen Athlet*innen ausgeübten Sportarten könnte noch lange weitergehen. Doch für die über 100 Gäste und ihre Begleitungen zählten am Freitag, dem 24. Juli, vor allem die Geschichten, die sich nach ihrer sportlichen Karriere und nach dem Moment, wo sich ihre Wege voneinander trennten, ereigneten. „Die Lebenswege könnten unterschiedlicher kaum sein“, berichtete Norbert Hahn, ehemaliger Rennrodler, Olympiasieger von 1976 und 1980 sowie von 1990 bis 2018 deutscher Bundestrainer, im Gespräch. „Während einige von uns, wie auch ich, das Glück hatten, als Trainer im Sport bleiben zu dürfen, mussten andere beruflich ganz von vorne anfangen.“ Die Lebenswege haben sich dabei auch nicht nur sinnbildlich, sondern auch geographisch voneinander getrennt. Die weiteste Anreise hatten wohl die Gäste aus Philadelphia. Umso größer war die Freude über das Wiedersehen nach 50 Jahren. Auch Norbert Hahn freute sich, „all die alten Gesichter wiederzusehen.“
Der Rahmen der Finals, die dieses Jahr auch als Mini-Olympia bezeichnet wurden, könnte dabei kaum passender gewesen sein. Die erfolgreichsten Athlet*innen einer ganzen Generation kamen bei einer der größten und prestigeträchtigsten deutschen Sportveranstaltung des Jahres nach langer Zeit wieder zusammen und bejubelten dabei eine neue Generation deutscher Top-Athlet*innen. Die Finals brachten genau jene Emotionen zurück, die auch die geladenen Gäste vor 50 Jahren angetrieben hatten, Höchstleistungen zu erbringen.
Ab jetzt heißt es voller Fokus auf LA28
Drei Tage mit Touren durch die Venues, Präsentationen und One-on-One-Meetings boten auch uns die Möglichkeit, uns intensiv mit LA28 auseinanderzusetzen und in unsere Planungen des Projekts so richtig einzusteigen und Los Angeles kennenzulernen.
Beeindruckende Sportstätten
Ein klassisches Element eines jeden World Press Briefings ist die sogenannte Venue Tour, bei der ausgewählte Sportstätten besichtigt werden können. Los Angeles hat davon besonders beeindruckende Exemplare zu bieten: das historische Los Angeles Memorial Coliseum, in dem man die Geschichte der Olympischen Spiele von 1932 und 1984 förmlich einatmen kann. Das 2028 Stadium (aka Sofi Stadium), in dem aktuell die NFL-Teams der LA Rams und LA Chargers spielen und 2028 die Eröffnungsfeier sowie die Schwimmwettbewerbe stattfinden werden. Oder der 2024 eröffnete hypermoderne Intuit Dome, Heimat der LA Clippers und 2028 Austragungsort der Basketballwettbewerbe.
In Venice Beach, Santa Monica und Long Beach werden in zwei Jahren insbesondere temporäre Sportstätten vor unvergleichlichen Backdrops entstehen. Die Triathlet*innen werden gleich neben dem Muscle Beach in Venice um die Medaillen kämpfen, die Beachvolleyballer*innen werden am Alamo Beach in Long Beach aufschlagen. Vor allem an diesen Orten ist das LA-Feeling zu spüren, das man erwartet.
Unterkünfte und Verkehr
Aus Mediensicht stehen bei solchen Planungs-Meetings vor allem zwei Fragen im Mittelpunkt: wo können wir unsere Teams unterbringen und wie kommen sie von dort zu den Sportstätten? In LA28 wird es seit längerer Zeit wieder ein Mediendorf geben: auf dem Campus der University of Southern California (USC) stehen knapp 600 Betten zur Verfügung. Daneben werden seitens des OCOG weitere Zimmer in Hotels zu festgelegten Preisen angeboten, um die insgesamt 6.000 Presse-Vertreter*innen (TV-Rechteinhaber nicht eingerechnet) unterbringen zu können. Der Vorteil der Buchung eines vom OCOG angebotenen Hotels ist der Anschluss an das Transport-Netzwerk für die Medien. Dieses verbindet die offiziellen Unterkünfte mit Transport-Hubs von denen man dann an die Venues kommt.
In LA, wie auch schon in Paris, werden Journalist*innen neben dem offiziellen Medien-Transport auch die Metro nutzen können. Ein Selbsttest in der vergangenen Woche hat gezeigt, dass die Metro für bestimmte Strecken durchaus eine Alternative darstellen kann. Von Downtown LA nach Santa Monica benötigt man etwa eine Stunde, ebenso von Downtown nach Long Beach. Bis 2028 soll die Linie D in den Westen der Stadt noch ausgebaut werden, so dass auch die University of California LA (UCLA) und somit das Olympische Dorf angebunden sein wird.
Die Entfernungen und Reisezeiten zwischen den einzelnen Clustern sind nicht zu unterschätzen. Wenn man mehrere Sportarten an einem Tag besuchen möchte, sollte man sich solche aussuchen, die in einem Cluster liegen. Dass der Verkehr in LA herausfordernd ist, ist kein Geheimnis. Jedoch war er das auch im Vorfeld der Spiele in Paris, London oder Rio. Am Ende ist man dann meist besser durchgekommen, als vorher befürchtet.
Fazit
Nach sechs Tagen in Los Angeles bin ich mehr denn je überzeugt: die Spiele von LA28 werden für die Athlet*innen die größt- und bestmögliche Bühne bieten, die sie sich wünschen können. Die kommenden zwei Jahre wird das Organisationskomitee dafür nutzen, genau das zu verwirklichen und allen, die an den Spielen teilnehmen werden, unvergessliche Momente zu bescheren, die für immer bleiben werden.
DOSB dankt Dr. Christiane Schenderlein für die Zusammenarbeit
Die Abberufung von Dr. Christiane Schenderlein als Staatsministerin für Sport und Ehrenamt zum gegenwärtigen Zeitpunkt kommt für den Deutschen Olympische Sportbund (DOSB) unerwartet.
Der DOSB dankt Frau Dr. Schenderlein für die gute und angenehme Zusammenarbeit trotz teils unterschiedlicher Interessen in den vergangenen 14 Monaten. Sie hat entscheidende Maßnahmen für den Sport in Deutschland auf den Weg gebracht und umgesetzt. Bei zentralen, sportpolitischen Vorhaben wie dem Sportfördergesetz, dem Zentrum für Safe Sport, der Sportmilliarde und der Olympiabewerbung sind wichtige Meilensteine für den Sport erreicht worden. Dabei war die Staatsministerin stets für den konstruktiven Austausch mit dem organisierten Sport offen.
Für ihre weiteren Aufgaben als Staatssekretärin im Gesundheitsministerium wünscht der DOSB Frau Dr. Schenderlein alles Gute und viel Erfolg. Durch die enge Verknüpfung der Themen Sport und Gesundheit baut der DOSB darauf, auch in Zukunft mit Frau Dr. Schenderlein, im Sinne einer gesünderen Bevölkerung, eng zusammenarbeiten zu können.
Angesichts weiterer richtungsweisender Entscheidungen für den Sport, insbesondere bei der Olympiabewerbung, muss so schnell wie möglich die Neubesetzung dieser für den Sport zentralen Position in der Bundesregierung erfolgen.




