Neues aus Sportdeutschland
Die 10 besten Team D Momente bei den Olympischen Winterspielen 2026
Und auch abseits der Wettkämpfe haben die Athlet*innen des Team Deutschland für denkwürdige Szenen gesorgt. Wir werfen einen Blick zurück auf die 10 schönsten, komischsten, verrücktesten und denkwürdigsten Momente dieser Winterspiele.
Grazie Mille Italia: Olympische Winterspiele 2026 offiziell beendet
Der Rahmen für die Schlussfeier der XXV. Olympischen Winterspiele hätte kaum eindrucksvoller sein können: Das ikonische Freiluft-Theater im historischen Zentrum Veronas wurde um 30 n. Chr. in der frühen römischen Kaiserzeit erbaut, ist damit älter als das Kolosseum in Rom und wird am 6. März auch die Eröffnungsfeier der Paralympischen Spiele ausrichten. Die Organisatoren inszenierten eine stilvolle Abschlusszeremonie unter dem Motto „Beauty in Action“, die die Schönheit Italiens würdigte und zugleich den symbolischen Übergang zu den Winterspielen 2030 in den französischen Alpen markierte. Verantwortlich für die farbenfrohe Feier in der Arena von Verona mit starkem kulturellem Einschlag war der künstlerische Leiter Alfredo Accatino.
Rund 20 Team-D-Athlet*innen liefen, angeführt vom Fahnenträger-Duo und erfolgreichsten deutschen Winterolympioniken Tobias Wendl (38/RC Berchtesgaden) und Tobias Arlt (38/WSV Königssee), in die Arena von Verona ein. Die Rodel-Doppelsitzer hielten die Fahne gemeinsam und harmonierten auch bei dieser Aufgabe als eingespieltes Duo.
Erfolgreiche Olympische Winterspiele 2026 gehen zu Ende
Olaf Tabor, Chef de Mission des Team D: „Die Athlet*innen haben uns mit ihren Leistungen bei den Olympischen Winterspielen große Freude bereitet und Millionen von Menschen begeistern. Wir hätten uns natürlich in einigen Sportarten ein paar mehr Medaillen gewünscht. Die vielen vierten Plätze zeigen, wie nah wir an der Weltspitze dran sind, aber es sind insbesondere für die Athlet*innen sehr undankbare Platzierungen. Wir sehen, dass andere Nationen stärker werden und uns das Leben auch im Wintersport nicht leicht machen. Trotzdem fällt mein Fazit insgesamt positiv aus und ich bin stolz auf das, was unser Team hier in den vergangenen zwei Wochen gezeigt hat.“
„Wir sind stolz auf die Leistung unseres gesamten Teams“
DOSB: Olaf, die Anzahl von 27 in Peking 2022 gewonnenen Medaillen können wir noch schaffen, auch wenn das erhoffte Ziel, am Ende unter den Top drei im Medaillenspiegel zu stehen, von Team D nicht mehr erreicht werden kann. Wie fällt dein Fazit aus?
Olaf Tabor: Ich habe vor Beginn der Spiele die Vorleistungen aus dem olympischen Winter als Grundlage dafür genommen, die Zielstellung zu begründen, mit der wir hier angereist sind. Wir wussten, dass wir uns einen harten Wettkampf mit einigen anderen Nationen liefern würden, die ebenfalls die Ambition auf einen Platz unter den ersten drei haben. Das erste Ziel war, die Medaillenausbeute von Peking erneut zu erreichen. Um das zweite Ziel zu erreichen, haben wir leider nicht genug Goldmedaillen gewonnen. Dennoch bin ich mit unserem Abschneiden überhaupt nicht unzufrieden, insbesondere weil die drei Sportarten im Eiskanal hervorragend geliefert haben. Aber auch, weil wir in einigen anderen Sportarten und mit unseren jungen Athletinnen und Athleten bewiesen haben, dass sie international konkurrenzfähig sind. Zweifellos ist es aber auch so, dass wir in zu vielen Disziplinen die Vorleistungen nicht bestätigen konnten und deshalb die erhofften Platzierungen nicht erreicht haben.
Mit bislang zwölf vierten Plätzen führt Deutschland die „Blech-Wertung“ an. Dazu kamen einige weitere Dramen wie die mit wenigen Hundertstelsekunden verpassten Goldmedaillen von Emma Aicher in der Abfahrt oder Laura Nolte im Monobob, auch das Sturzpech von Vinzenz Geiger im Teamsprint der Nordischen Kombination oder das Einfädeln von Lena Dürr am ersten Tor im zweiten Slalomlauf waren tragisch. Ist eine solche Häufung unglücklichen Abschneidens nur Pech?
Es war tatsächlich eine in dieser Form noch nicht vorgekommene Häufung an vierten Plätzen, die teilweise zwischen tragisch und dramatisch einzuordnen sind. Diese Plätze möchte niemand gern haben, am meisten ärgern sich die Athletinnen und Athleten darüber. Wir sehen aber gleichermaßen, dass auch vierte Plätze Weltklasseleistungen sind, die deutlich machen, dass wir international absolut konkurrenzfähig sind. Wir sind stolz auf die Leistungen aller unserer Athletinnen und Athleten aus dem Team Deutschland, die hier alles gegeben haben. Ihre Leistungen haben, das zeigen die Einschalt- und Nutzungsquoten der Medien deutlich, Millionen von Menschen begeistert und mitgerissen und den Wintersport in seiner ganzen Vielfalt präsentiert. Die Häufung der vierten Plätze ist sicherlich eine Mischung aus Pech und eigenen Fehlern. Für den Abbruch des Wettkampfs im Super-Team-Wettbewerb der Skispringer zum Beispiel können die Athleten gar nichts. Aber es hat auch Situationen gegeben, in denen Fehler dazu geführt haben, dass das Quäntchen zur Bronzemedaille gefehlt hat.
Im Eiskanal haben wir im Vergleich zu Peking drei Goldmedaillen – die beiden in den Einzelwettbewerben im Skeleton und der Männer-Doppelsitzer im Rodeln – nicht gewonnen. Müssen wir daraus konstatieren, dass die anderen Nationen in allen Bereichen aufholen und wir uns in einem nie dagewesenen Konkurrenzkampf befinden?
Diese Entwicklung ist tatsächlich in allen Sportarten zu beobachten. Wir sollten sehr froh sein, dass wir im Eiskanal immer noch eine Dominanz haben. Aber der Rest der Welt schaut auf unsere Technik und auf das, was wir einsetzen, um im Eiskanal die Nummer eins zu sein. Es gibt auch andere Nationen, die sehr gutes Material haben und starke Pilotinnen und Piloten, die uns die Medaillen streitig machen. Aber so muss Wettkampf sein, anders wollen wir es gar nicht, denn wir wollen Wettbewerb, in dem die Besten gewinnen - auch wenn wir dabei mal das Nachsehen haben. Wir können auch im Eiskanal nicht immer auf Platz eins fahren. Gleichzeitig haben wir im Zweierbob der Männer absolute Besonderheit gezeigt, dass wir auch weiterhin in der Lage sind, das gesamte Podium zu besetzen.
Abseits des Eiskanals macht es auf manche Beobachter den Eindruck, als seien wir abgehängt. Mit Blick auch auf die Vorleistungen in diesem Winter: Wie viele Sorgen bereitet dir das Abschneiden in Kernsportarten wie Biathlon, Eisschnelllauf oder Nordischer Kombination bei diesen Spielen?
So wie die Schlittensportarten unsere Domäne sind, sind die Skandinavier in den Nordischen Skisportarten besonders stark oder die Niederländer im Eisschnelllauf und Shorttrack. Deshalb bin ich zunächst einmal froh, dass wir mit dem Eiskanal eine Medaillenbank haben, auf die wir bauen können. Das reicht aber in der Tat nicht für die internationalen Topplatzierungen. Wir müssen eingestehen, dass wir in einigen Kernsportarten nicht in der Lage waren, die angesichts der Vorleistungen erwartbaren Ergebnisse abzurufen, und das müssen wir gesondert analysieren. Wir brauchen aber einen differenzierten Blick, dürfen die Anschlussplatzierungen zwischen Rang vier und acht nicht außer Acht lassen. Diese Analyse werden wir sehr ausführlich mit den Fachverbänden durchführen, ihnen dafür aber die notwendige Zeit lassen. Ich hatte schon vor der Abreise der unterschiedlichen Teilmannschaften allerdings das Gefühl, dass sie mit der Aufarbeitung bereits begonnen haben, woran es gelegen hat und wie man es abstellen kann. Dort, wo wir Rückstände auf die Weltspitze haben, werden wir mit den jungen Kräften die Lücken schließen müssen. Das wird eine herausfordernde Aufgabe werden, aber unser Anspruch muss es natürlich sein. Wir müssen auch schauen, was andere Nationen besser machen, und auch das wird Inhalt der Auswertungsgespräche mit den Verbänden sein.
Wieviel Zeit nehmen diese Auswertungsgespräche in Anspruch, und wie sehr wird sich das Ergebnis bei den Olympischen Spielen am Ende auf die Förderung auswirken?
Darauf lässt sich keine generelle Antwort geben. Einiges ist in überschaubarer Zeit in den Griff zu bekommen, anderes benötigt deutlich mehr Zeit. Wir haben gesehen, dass wir ausreichend Personal haben, das in der Weltspitze ankommen kann. Womit wir ein Problem haben, ist die Umsetzung des vorhandenen Potenzials in tatsächliche Podiumsplatzierungen. Die Konversionsrate der Topnationen ist teilweise erheblich besser als unsere. Wenn wir Antworten darauf hätten, warum das so ist, hätten wir sie längst gegeben. Zusammen mit den Fachverbänden müssen wir sie finden. Für die Bundesmittelförderung der Sportarten setzen wir ein potenzialorientiertes System ein, das zurückliegende Erfolge und künftige Potenziale einer Sportart berücksichtigt. Es geht sowohl um das Abschneiden bei den jüngsten Olympische Spielen als auch um Erfolgsaussichten der aktuellen Athleten in den kommenden Jahren. Die Förderung hängt schon länger nicht mehr nur von den Ergebnissen der letzten Zielwettkämpfe ab. Vereinfacht bedeutet das: Wer bei diesen Winterspielen nicht wie erhofft performt hat, kann über nachgewiesene Potenziale dennoch auf seinem Förderniveau bleiben.
„Wir sind stolz auf die Leistung unseres gesamten Teams“
DOSB: Olaf, die Anzahl von 27 in Peking 2022 gewonnenen Medaillen können wir noch schaffen, auch wenn das erhoffte Ziel, am Ende unter den Top drei im Medaillenspiegel zu stehen, von Team D nicht mehr erreicht werden kann. Wie fällt dein Fazit aus?
Olaf Tabor: Ich habe vor Beginn der Spiele die Vorleistungen aus dem olympischen Winter als Grundlage dafür genommen, die Zielstellung zu begründen, mit der wir hier angereist sind. Wir wussten, dass wir uns einen harten Wettkampf mit einigen anderen Nationen liefern würden, die ebenfalls die Ambition auf einen Platz unter den ersten drei haben. Das erste Ziel war, die Medaillenausbeute von Peking erneut zu erreichen. Um das zweite Ziel zu erreichen, haben wir leider nicht genug Goldmedaillen gewonnen. Dennoch bin ich mit unserem Abschneiden überhaupt nicht unzufrieden, insbesondere weil die drei Sportarten im Eiskanal hervorragend geliefert haben. Aber auch, weil wir in einigen anderen Sportarten und mit unseren jungen Athletinnen und Athleten bewiesen haben, dass sie international konkurrenzfähig sind. Zweifellos ist es aber auch so, dass wir in zu vielen Disziplinen die Vorleistungen nicht bestätigen konnten und deshalb die erhofften Platzierungen nicht erreicht haben.
Mit bislang zwölf vierten Plätzen führt Deutschland die „Blech-Wertung“ an. Dazu kamen einige weitere Dramen wie die mit wenigen Hundertstelsekunden verpassten Goldmedaillen von Emma Aicher in der Abfahrt oder Laura Nolte im Monobob, auch das Sturzpech von Vinzenz Geiger im Teamsprint der Nordischen Kombination oder das Einfädeln von Lena Dürr am ersten Tor im zweiten Slalomlauf waren tragisch. Ist eine solche Häufung unglücklichen Abschneidens nur Pech?
Es war tatsächlich eine in dieser Form noch nicht vorgekommene Häufung an vierten Plätzen, die teilweise zwischen tragisch und dramatisch einzuordnen sind. Diese Plätze möchte niemand gern haben, am meisten ärgern sich die Athletinnen und Athleten darüber. Wir sehen aber gleichermaßen, dass auch vierte Plätze Weltklasseleistungen sind, die deutlich machen, dass wir international absolut konkurrenzfähig sind. Wir sind stolz auf die Leistungen aller unserer Athletinnen und Athleten aus dem Team Deutschland, die hier alles gegeben haben. Ihre Leistungen haben, das zeigen die Einschalt- und Nutzungsquoten der Medien deutlich, Millionen von Menschen begeistert und mitgerissen und den Wintersport in seiner ganzen Vielfalt präsentiert. Die Häufung der vierten Plätze ist sicherlich eine Mischung aus Pech und eigenen Fehlern. Für den Abbruch des Wettkampfs im Super-Team-Wettbewerb der Skispringer zum Beispiel können die Athleten gar nichts. Aber es hat auch Situationen gegeben, in denen Fehler dazu geführt haben, dass das Quäntchen zur Bronzemedaille gefehlt hat.
Im Eiskanal haben wir im Vergleich zu Peking drei Goldmedaillen – die beiden in den Einzelwettbewerben im Skeleton und der Männer-Doppelsitzer im Rodeln – nicht gewonnen. Müssen wir daraus konstatieren, dass die anderen Nationen in allen Bereichen aufholen und wir uns in einem nie dagewesenen Konkurrenzkampf befinden?
Diese Entwicklung ist tatsächlich in allen Sportarten zu beobachten. Wir sollten sehr froh sein, dass wir im Eiskanal immer noch eine Dominanz haben. Aber der Rest der Welt schaut auf unsere Technik und auf das, was wir einsetzen, um im Eiskanal die Nummer eins zu sein. Es gibt auch andere Nationen, die sehr gutes Material haben und starke Pilotinnen und Piloten, die uns die Medaillen streitig machen. Aber so muss Wettkampf sein, anders wollen wir es gar nicht, denn wir wollen Wettbewerb, in dem die Besten gewinnen - auch wenn wir dabei mal das Nachsehen haben. Wir können auch im Eiskanal nicht immer auf Platz eins fahren. Gleichzeitig haben wir im Zweierbob der Männer absolute Besonderheit gezeigt, dass wir auch weiterhin in der Lage sind, das gesamte Podium zu besetzen.
Abseits des Eiskanals macht es auf manche Beobachter den Eindruck, als seien wir abgehängt. Mit Blick auch auf die Vorleistungen in diesem Winter: Wie viele Sorgen bereitet dir das Abschneiden in Kernsportarten wie Biathlon, Eisschnelllauf oder Nordischer Kombination bei diesen Spielen?
So wie die Schlittensportarten unsere Domäne sind, sind die Skandinavier in den Nordischen Skisportarten besonders stark oder die Niederländer im Eisschnelllauf und Shorttrack. Deshalb bin ich zunächst einmal froh, dass wir mit dem Eiskanal eine Medaillenbank haben, auf die wir bauen können. Das reicht aber in der Tat nicht für die internationalen Topplatzierungen. Wir müssen eingestehen, dass wir in einigen Kernsportarten nicht in der Lage waren, die angesichts der Vorleistungen erwartbaren Ergebnisse abzurufen, und das müssen wir gesondert analysieren. Wir brauchen aber einen differenzierten Blick, dürfen die Anschlussplatzierungen zwischen Rang vier und acht nicht außer Acht lassen. Diese Analyse werden wir sehr ausführlich mit den Fachverbänden durchführen, ihnen dafür aber die notwendige Zeit lassen. Ich hatte schon vor der Abreise der unterschiedlichen Teilmannschaften allerdings das Gefühl, dass sie mit der Aufarbeitung bereits begonnen haben, woran es gelegen hat und wie man es abstellen kann. Dort, wo wir Rückstände auf die Weltspitze haben, werden wir mit den jungen Kräften die Lücken schließen müssen. Das wird eine herausfordernde Aufgabe werden, aber unser Anspruch muss es natürlich sein. Wir müssen auch schauen, was andere Nationen besser machen, und auch das wird Inhalt der Auswertungsgespräche mit den Verbänden sein.
Wieviel Zeit nehmen diese Auswertungsgespräche in Anspruch, und wie sehr wird sich das Ergebnis bei den Olympischen Spielen am Ende auf die Förderung auswirken?
Darauf lässt sich keine generelle Antwort geben. Einiges ist in überschaubarer Zeit in den Griff zu bekommen, anderes benötigt deutlich mehr Zeit. Wir haben gesehen, dass wir ausreichend Personal haben, das in der Weltspitze ankommen kann. Womit wir ein Problem haben, ist die Umsetzung des vorhandenen Potenzials in tatsächliche Podiumsplatzierungen. Die Konversionsrate der Topnationen ist teilweise erheblich besser als unsere. Wenn wir Antworten darauf hätten, warum das so ist, hätten wir sie längst gegeben. Zusammen mit den Fachverbänden müssen wir sie finden. Für die Bundesmittelförderung der Sportarten setzen wir ein potenzialorientiertes System ein, das zurückliegende Erfolge und künftige Potenziale einer Sportart berücksichtigt. Es geht sowohl um das Abschneiden bei den jüngsten Olympische Spielen als auch um Erfolgsaussichten der aktuellen Athleten in den kommenden Jahren. Die Förderung hängt schon länger nicht mehr nur von den Ergebnissen der letzten Zielwettkämpfe ab. Vereinfacht bedeutet das: Wer bei diesen Winterspielen nicht wie erhofft performt hat, kann über nachgewiesene Potenziale dennoch auf seinem Förderniveau bleiben.
Wendl / Arlt tragen deutsche Fahne bei Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele 2026
Mit ihrer Goldmedaille im Doppelsitzer als Teil der Rodel-Staffel am 12. Februar verewigten sich Wendl und Arlt in der deutschen Olympiahistorie. Gemeinsam kommen sie auf insgesamt sieben Gold- und eine Bronzemedaille seit den Olympischen Winterspielen von Sotschi 2014 und übertrafen damit ihre ehemalige Teamkollegin Natalie Geisenberger (38), die sechsmal Gold und einmal Bronze gewinnen konnte. Beide kündigten bereits an, dass diese Olympischen Spiele ihre letzten gewesen sein werden.
Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB): „Tobias Wendl und Tobias Arlt sind gemeinsam mehr als zehn Jahre lang in der absoluten Weltspitze um Medaillen gefahren. Was sie geschaffen haben, bleibt für immer. Wir freuen uns sehr, dass wir mit den Tobis zwei wunderbare Fahnenträger gefunden haben. Sie haben sich diese Auszeichnung absolut verdient. Wir werden sie im Team D vermissen und hoffen, ihnen mit dem Erlebnis als Fahnenträger einen würdigen Abschied bereiten zu können.“
Weikerts Olympia-Mission: Mit viel Herzblut den deutschen Sport repräsentieren
Wieviel Herz er für jene hat, denen er vorsteht, kann erahnen, wer Thomas Weikert dabei beobachtet, wie er beim Live-Sport mitgeht. Am Donnerstagnachmittag sitzt der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) im DOSB-Pressebüro im Hotel La Montanina in Livigno. Eigentlich hatte er ins eine Autostunde entfernt gelegene Bormio fahren und die Skibergsteiger bei ihrem historischen Olympiadebüt anfeuern wollen, aber der starke Schneefall in den italienischen Alpen verhinderte den Trip. Und so nimmt der 64-Jährige vor einem großen Bildschirm Platz und verfolgt darüber, wie zunächst Tatjana Paller knapp an Bronze vorbeischrammt und danach die Nordischen Kombinierer die erhoffte Medaille verpassen.
Und er wirkt dabei fast so angespannt wie die Athletinnen und Athleten selbst. Missgeschicke scheint er fast persönlich zu nehmen, Gelungenes feiert er wie einen eigenen Triumph an der Tischtennisplatte; er flucht und schimpft, lacht und feiert, zu bestaunen ist die gesamte Bandbreite an Emotionen, die Sportschauen in Menschen auslösen kann. „Ich liebe es, Sport live zu erleben, aber oftmals kann ich es nicht genießen, weil ich viel zu nervös bin. Manchmal muss ich mich in meinen Kommentaren zügeln. Ich bin emotional einfach zu involviert“, sagt er.
In Gesprächen mit Athlet*innen trifft er meist den richtigen Ton
Natürlich ist der Präsident des Dachverbands des organisierten Sports nicht vorrangig nach Italien gereist, um Sport zu schauen. Aber dass er es regelmäßig einrichten kann, freut ihn. Und es ist auch wichtig, schließlich trifft Thomas Weikert viele der Menschen, mit denen er sprechen möchte, dort, wo Sport passiert. „Eine meiner Hauptaufgaben ist die Vernetzung mit internationalen Kolleginnen und Kollegen und den Mitgliedern des Internationalen Olympischen Komitees, aber ich unterhalte mich auch sehr gern mit Volunteers an den Wettkampfstätten, oder auch mit Fans, denn auch deren Ansichten sind für mich interessant“, sagt er – und erzählt eine Anekdote, die passend veranschaulicht, wie unprätentios der erste Mann im deutschen Sport mit seinem Amt umgeht.
In Cortina hätten ihn in der Fanzone zwei deutsche Fans angesprochen, ob er ein Foto von ihnen machen könne. Machte er. „Dann haben sie gefragt, woher ich denn diese Team-D-Bekleidung hätte, wo man diese kaufen könne. Ich habe gesagt, dass ich die gestellt bekommen habe. Warum das, wollten sie wissen. Da habe ich gesagt, dass ich der Präsident bin. Das konnten die gar nicht fassen!“ Und so wurde innerhalb kurzer Zeit aus dem Fotografen ein Fotomotiv. „Die haben bestimmt 15, 20 Bilder mit mir gemacht!“
Es ist dieser hemdsärmelige Charme, der Weikert auch in Gesprächen mit Athletinnen und Athleten zumeist den richtigen Ton treffen lässt. Der Rechtsanwalt aus Limburg, der bei seiner Wahl im Dezember 2021 „weniger Anzug und mehr Trikot“ versprach, hört zu und freut sich, wenn Team-D-Mitglieder in Gesprächen kein Blatt vor den Mund nehmen. „Mir ist es wichtig zu verstehen, was unsere Athletinnen und Athleten bewegt, und das geht nur, wenn sie offen und ehrlich mit mir sein können“, sagt er. Ob im Deutschen Haus in Cortina, im Olympischen Dorf in Mailand oder an den Wettkampfstätten - überall sucht Weikert den Kontakt. „Ich nehme aus diesen Gesprächen sehr viel mit und empfinde den gegenseitigen Umgang als sehr wertschätzend“, sagt er.
DOSB setzt sich für Verbleib der Nordischen Kombination im olympischen Programm ein
„Die Nordische Kombination ist ein traditionsreicher und prägender Bestandteil der Olympischen Winterspiele. Sie steht seit 1924 ununterbrochen im olympischen Programm und verkörpert in besonderer Weise die Vielfalt und Faszination des Wintersports“, sagt DOSB-Präsident Thomas Weikert.
Vor dem Hintergrund der Diskussionen um das Programm der Winterspiele 2030 in den Französischen Alpen betont der DOSB ausdrücklich die weitreichende strukturelle Bedeutung der Disziplin. Die Nordische Kombination ist nicht nur in Deutschland, sondern in zahlreichen Nationen eine zentrale Basis- und Ausbildungsdisziplin für Kinder und Jugendliche. Sie bildet vielerorts das Fundament der Nachwuchsentwicklung im nordischen Skisport. Ein Wegfall aus dem olympischen Programm hätte daher erhebliche Auswirkungen über die Disziplin selbst hinaus. Betroffen wären insbesondere die Strukturen im Langlauf und vor allem im Skispringen, deren Nachwuchsarbeit eng mit der Nordischen Kombination verzahnt ist. Ein Ausschluss würde somit nicht nur eine einzelne Sportart treffen, sondern gewachsene Förder- und Ausbildungsstrukturen in vielen Ländern nachhaltig schwächen.
Was ist eine Gesundheitsfördernde Lebenswelt Sportverein?
Jana Semrau ist seit März 2025 Professorin für Sport, Bewegung und Gesundheitsförderung im Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bremen. Ihr Thema ist die Entwicklung, Umsetzung, Verbreitung und Evaluation von Ansätzen der bewegungsbezogenen Gesundheitsförderung in unterschiedlichen Lebenswelten Sie ist unter anderem gewähltes Mitglied im Sprecherrat der Kommission Gesundheit der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, gewählte stellvertretende Vorsitzende des Fakultätentages Sportwissenschaft und hat als Expertin in der BVPG-Arbeitsgruppe „Bewegung, Sport und Gesundheit“ mitgewirkt. Für den DOSB übernimmt sie die wissenschaftliche Begleitung zur Entwicklung des Themenfeldes „Gesundheitsfördernde Lebenswelt Sportverein“.
Vom Einzelangebot zum ganzheitlichen Ansatz
DOSB: Frau Prof. Semrau, was ist aus Ihrer Sicht eine „gesundheitsfördernde Lebenswelt“ im Sportverein?
Prof. Jana Semrau: Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, weil verschiedene Akteure darunter unterschiedliche Ansätze verstehen. Manche Akteure sehen darunter allein das Angebot von Gesundheitssport in Sportvereinen. Manche gehen weiter und beziehen die gesundheitsfördernden Wirkungen verschiedener Sportarten und Disziplinen - einschließlich der dafür notwendigen Rahmenbedingungen - mit ein. Das umfassendste Konzept geht bis hin zu einem sozial-ökologischen Verständnis von Sportvereinen. Hier gelten Sportvereine als eigene Lebenswelt, in dem der Verein und weitere Akteure gemeinsam beteiligt sind, um mehr als eine gesundheitsbezogene Verhaltensweise oder Thema zu fördern.
Und lassen sich diese Ansätze auf die Sportvereine in Deutschland anwenden?
Alle diese Ansätze enthalten wichtige Elemente passen aber nicht 1:1 auf die Situation der Sportvereine in Deutschland mit ihren bereits vorhandenen unterschiedlichen Aktivitäten im Bereich Gesundheit. Wir haben daher mit Expert*innen aus dem DOSB, seinen Mitgliedsorganisationen und der Wissenschaft ein gemeinsames Verständnis entwickelt, wonach wir unter einer gesundheitsfördernden Lebenswelt Sportverein einen Sportverein verstehen, der gezielt Strukturen, Rahmenbedingungen und Angebote aufweist und weiterentwickelt, um die Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Mitglieder, der gesamten Vereinsgemeinschaft und darüber hinaus nachhaltig zu fördern. Dabei wird der Sportverein nicht nur als abgrenzbares Setting für sportliche Aktivitäten betrachtet, sondern als ganzheitliches Lebensumfeld, zu dem alle Menschen Zugang haben, unabhängig von Alter, geschlechtlicher und sexueller Identität, Nationalität oder Ethnie, Religion oder Weltanschauung, Behinderungen und/oder sozialer Herkunft. Die Gesundheitsförderung spiegelt sich in allen Handlungen aller internen und externen Akteure des Sportvereins wider. Damit nähern wir uns auch konkret dem DOSB-Ziel 2035 „100% sind im Sportvereinsumfeld sicher, willkommen und gesünder“.
Die Welt der Pins - Warum sind sie so beliebt?
Zwischen Straßenrand und Venue-Eingang, in den Mensen der Olympischen Dörfer oder auf den Tribünen - Überall dort findet während der Olympischen Spiele in Mailand Cortina rege Interaktion statt. „Do you have Pins?“, lautet oft die einleitende Frage. Es geht um die Anstecker der über 90 Nationen. In den verschiedensten Farben, mit ganz unterschiedlichen Motiven und variierend im Seltenheitsgrad sind die Pins sowie das sich daraus entwickelte Tauschgeschäft bei Olympischen Spielen mittlerweile Tradition. Ausgehend von den Nationalen Olympischen Komitees (NOK‘s) finden sie über die Athlet*innen ihren Weg an die Austragungsorte sowie auch dieses Jahr nach Norditalien.
Biathlon-Staffel erhält Olympia-Gold von Sotschi 2014
Die offizielle Übergabe fand im Rahmen der Olympischen Winterspiele Mailand Cortina 2026 in Antholz statt. Zwischen den Verfolgungswettkämpfen wurden die Athleten vor rund 20.000 Zuschauer*innen in der Antholzer Biathlon Arena in einer feierlichen Zeremonie geehrt. Unter den Gästen befanden sich auch Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil sowie eine DOSB-Delegation um DOSB-Präsident Thomas Weikert und den Vorstandsvorsitzenden Otto Fricke.
Team Deutschland überzeugt zur Halbzeit der Winterspiele
Klar ist bereits jetzt: Diese Spiele begeistern die Fans.
Mit fast 1,3 Millionen verkauften Tickets und einer Auslastung in den Wettkampfstätten von durchschnittlich 85 Prozent stellen diese Spiele ein grandioses Comeback nach den Winterspielen in Peking 2022 dar, die coronabedingt ohne Zuschauer auskommen mussten.
Die Einschaltquoten im deutschen Fernsehen sind im Vergleich zu den vorherigen Winterspielen deutlich gewachsen - was unter anderem ein Effekt der fehlenden Zeitverschiebung sein wird, zeigt doch auch das große Interesse der Fans an den Winterspielen im Herzen Europas an traditionellen Wettkampforten.
Otto Fricke, DOSB-Vorstandsvorsitzender: „Das Besondere am Sport und an Olympischen Spielen ist, dass das, was das Team D hier macht, zu einem Resultat führt, das bei vielen Menschen und im Team selbst ein Lächeln erzeugt. Unsere Athletinnen und Athleten gehen mit gutem Beispiel voran, sie zeigen starke Leistungen, die oft - aber nicht immer - zu Medaillen führen und sie sind nahbar und zugänglich. Es wird gefeiert mit Familie, Freunden und Fans vor Ort und über digitale Wege in Deutschland. Diese Spiele transportieren die ganze Freude, die von Wintersport ausgeht.“






