Neues aus Sportdeutschland
Koalitionsvertrag: Verantwortung für ein fittes Deutschland
„Verantwortung für Deutschland“. Unter diesem Titel haben die Spitzen von CDU, CSU und SPD am Mittwoch, 9. April 2025, ihren 146-seitigen Koalitionsvertrag vorgestellt. Die Koalitionäre präsentierten sowohl eine inhaltliche Einigung als auch die Ressortaufteilung - eine konkrete Besetzung von Ministerämtern steht derweil noch aus. Dem Sport ist in Kapitel 4 „Starker Zusammenhalt, standfeste Demokratie“ der Abschnitt „Kommunen, Sport, Ehrenamt“ gewidmet. Hier finden sich die zentralen Vorhaben der Koalitionäre für die Anliegen des Sports.
Positiv fällt auf: Die Parteien erkennen die herausragende Bedeutung von Sport und Bewegung für das Gemeinwohl an. Sie bekennen sich zur Stärkung des organisierten Sports - in der Spitze und in der Breite.
Ticketverkauf für Mailand Cortina 2026 gestartet
Nach den ersten Verkaufsfenstern im vergangenen Februar gibt es nun die Gelegenheit, Tickets im freien Verkauf zu erwerben. Noch bis zum 6. Mai können Sportfans mit der Early-Bird Aktion bei ausgewählten Wettbewerben sparen.
Jede Person kann bis zu 25 Tickets erwerben, die vollständig digitalisiert sind. Das offizielle Zahlungsmittel ist Visa, langjähriger Partner der Olympischen und Paralympischen Spiele.
Es ist möglich, Tickets für sich selbst und für andere Personen zu erwerben, wobei die Namen der Ticketinhaber*innen von der Person, die den Kauf abschließt, vor den Wettkämpfen eingetragen werden müssen. Ab Dezember 2025 kann über die offizielle Ticket-App für Mailand Cortina 2026 kostenlos der/die Ticketinhaber*in gewechselt werden.
Das Ticket-Programm für Mailand Cortina 2026 ist zusammen mit dem Hospitality-Programm von On Location die einzige offizielle und sichere Quelle für den Kauf von Tickets für die anstehenden Olympischen und Paralympischen Winterspiele.
Beim Kauf von Tickets oder Hospitality-Paketen außerhalb der offiziellen Plattform gehen Käufer*innen das Risiko ein, dass die Tickets oder Hospitality-Pakete nicht geliefert oder vom Organisationskomitee Mailand Cortina 2026 gemäß den Bestimmungen und Bedingungen storniert werden.
Im Rahmen der ersten Verkaufsphase wurden bereits 660.000 Eintrittskarten verkauft. Die meisten Tickets wurden in Italien, gefolgt von Deutschland, den USA, Großbritannien, der Schweiz, den Niederlanden und Frankreich erworben.
Koalitionsvertrag: DOSB begrüßt Maßnahmen zur Stärkung des Sports
Im 146-seitigen Entwurf, der sich auf immerhin gut drei Seiten dem Sport widmet, wird nachdrücklich unter Wahrung der Autonomie des Sports die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele unterstützt und eine ausreichende Finanzierung auch anderer Sportgroßveranstaltungen befürwortet. Zudem wird die CDU einen Staatsminister/eine Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt stellen. Außerdem wird die Dringlichkeit einer Stärkung der Sportinfrastruktur anerkannt und mit einer Milliarde Euro finanziert. „Das ist eine richtige und gute Grundlage, auf der wir weiter aufbauen müssen. Wir werden darauf drängen, dass daraus eine dauerhafte und verlässliche Finanzierung wird“, sagt Volker Bouffier, DOSB-Vorstand mit besonderen Aufgaben.
5 Ringe - 5 Fragen: So geht es weiter mit der Olympiabewerbung
Wie ist der Status Quo der deutschen Olympiabewerbung?
Der DOSB arbeitet seit 2023 intensiv an einer Olympiabewerbung und hat in den vergangenen zwei Jahren den Grundstein für eine erfolgreiche deutsche Bewerbung gelegt. Das Vorhaben des DOSB genießt breite Unterstützung aus Kommunal-, Landes- und Bundespolitik, in der Wirtschaft und in weiten Teilen der Bevölkerung.
Nun gibt der DOSB bekannt, wie die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem finalen Bewerbungskonzept aussehen. In drei Schritten soll bis spätestens Herbst 2026 entschieden, welche Stadt bzw. Region in das internationale Rennen um die Spiele 2036, 2040 oder 2044 eintritt.
Wo könnten die Spiele stattfinden?
Der DOSB hat in den vergangenen Jahren gemeinsam mit dem Bund und mehreren Städten und Bundesländern verschiedene Grobkonzepte entwickelt. Dabei wurden auch Konzepte in Erwägung gezogen, bei denen die Wettbewerbe auf mehrere Städte verteilt werden.
Vor dem Hintergrund der internationalen Wettbewerbsfähigkeit sowie den Erfahrungen mit den Olympischen und Paralympischen Spielen 2024 in Paris hat der DOSB im vergangenen Jahr beschlossen, den Fokus auf Konzepte mit einem zentralen Austragungsort und einem Olympischen bzw. Paralympischen Dorf für möglichst viele Athlet*innen zu legen.
Aktuell werden vier verschiedene Regionalkonzepte von den jeweiligen Städten, Bundesländern und deren Partnern ausgearbeitet. Die Zentren dieser Konzepte sind die Städte Berlin, Hamburg, München und die Region Rhein-Ruhr.
Nichtsdestotrotz soll die Nutzung bestehender Sportstätten maximiert werden. Vor diesem Hintergrund können auch ergänzende Standorte infrage kommen.
Wie entscheidet der DOSB, wo die Spiele stattfinden sollen?
Bis Ende Mai 2025 reichen die vier interessierten Städte/Regionen erste Unterlagen zu ihren Konzepten ein. Anschließend prüft der DOSB, ob die Konzepte die operativen Mindestanforderungen erfüllen. Betrachtet werden insbesondere Sportstätten sowie erste Konzepte für ein Olympisches bzw. Paralympisches Dorf. Der DOSB bewertet die eingereichten Konzepte bis Ende September und stellt die Ergebnisse auf seiner Mitgliederversammlung am 6. Dezember 2025 in Frankfurt vor.
In der zweiten Stufe erhalten die Bewerber die Möglichkeit, bis Ende Juni 2026 ein Referendum durchzuführen. Zwar ist ein positives Votum formal keine Voraussetzung für das Internationale Olympische Komitee (IOC) und wird deshalb auch vom DOSB nicht gefordert, dennoch respektiert der DOSB, wenn eine Gebietskörperschaft ein solches Verfahren zur Absicherung der Bewerbung durchführen möchte oder muss. In diesem Fall unterstützt der DOSB diesen Prozess im Rahmen seiner Möglichkeiten.
In der finalen dritten Stufe wird anhand einer gemeinsam mit dem Bund zu entwickelnden Bewertungsmatrix das endgültige Konzept ausgewählt. Ausschlaggebend sind dabei insbesondere die internationale Wettbewerbsfähigkeit und die Wirtschaftlichkeit der eingereichten Vorschläge. Die Entscheidung soll bis zum Herbst 2026 fallen.
Was möchte der DOSB mit einer Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele erreichen?
Der DOSB verfolgt das Ziel, gemeinsam mit zahlreichen Partnern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft Olympische und Paralympische Spiele zu gestalten, die in möglichst vielen Bereichen unseres Landes positive Impulse setzen. Besonders im Sport sollen vielfältige Entwicklungen angestoßen werden. Wir wollen Deutschland in Bestform bringen. Im Mittelpunkt des Bewerbungsprozesses steht deshalb, dass der DOSB zwar einen Bewerber auswählt, aber das gesamte Land hinter dem Projekt vereinen will. Dazu gehört, der Bevölkerung zu verdeutlichen, welchen Wert die Spiele für die Gesellschaft haben können.
Was sind international die nächsten Schritte?
Deutschland ist ein erfahrener Ausrichter von Sportgroßveranstaltungen. Kaum ein anderes Land richtet mehr Welt- und Europameisterschaften aus, mit den World University Games in diesem Sommer in der Region Rhein-Ruhr und Berlin sowie den World Games 2029 in Karlsruhe stehen zudem zwei internationale Multisportevents im Kalender. Der DOSB befindet sich seit Beginn des Jahres in regelmäßigem, vertrauensvollem Austausch mit dem IOC.
Entsprechend des Beschlusses der Mitgliederversammlung 2024 wird der DOSB in diesem Jahr in den sogenannten „Continuous Dialogue“ - die nächste formelle Phase des reformierten Bewerbungsverfahrens - eintreten. Mit diesem Schritt ist Deutschland dann auch international offiziell ein Interessent für die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele.
Wann das IOC die Spiele 2036 und folgende vergibt, ist aktuell noch unklar. Hierzu wartet der DOSB die Entwicklung unter der neu gewählten IOC-Präsidentin Kirsty Coventry ab.
Event-Inklusionsmanager*in im Sport: Nikolai Johann
Der Landessportbund (LSB) Sachsen-Anhalt: Für Nikolai Johann ist das wie „eine Familie, bei der ich mich angekommen und zu Hause fühle“.
Seit 2023 ist der 35-Jährige u.a. federführend für die landesweite Weiterbildungsreihe „Inklusionsberater*innen im Sport“ verantwortlich. Acht bis 15 Menschen mit Behinderungen werden in diesem Rahmen zu Expert*innen in eigener Sache ausgebildet, um Vereinen bei der Schaffung nachhaltiger, inklusiver Sportangebote und zu barrierefreien und inklusiven Sportveranstaltungen zu beraten und zu begleiten.
„Sport in Zeiten von Krieg und Frieden“
Patricia Wiater von der Universität Erlangen erörterte auf Basis des Völkerrechts und der Menschenrechte, wie der Sport mit Konflikten umgehen kann, und verwies auf die Olympische Charta, die das Friedensgebot enthalte und sich zum Schutz der Menschenrechte bekenne. „Eine Gleichgültigkeit des Sports gegenüber Konflikten unter dem Deckmantel der Neutralität schließt dies aus.“ Zugleich müssten das Internationale Olympische Komitee und die internationalen Verbände klare Richtlinien entwickeln, welche Arten von Konflikten zum Ausschluss oder zur Suspendierung von Teams und Athlet*innen führen sollen. Ansonsten stehe angesichts von weltweit 120 bewaffneten Konflikten der Vorwurf von Doppelstandards und Doppelmoral im Raum.
Spitzensport und Kultur für alle - die Rhine-Ruhr 2025 FISU World University Games als Blaupause
Was ihm die Ausrichtung der World University Games (WUG) bedeutet, wird auch über die Entfernung, die Videocalls nun einmal mit sich bringen, deutlich. „Das ist ein lang gehegter Traum, an dem wir seit vielen Jahren arbeiten“, sagt Jörg Förster. „Für mich persönlich schließt sich im Sommer ein Kreis, denn bereits im Jahr 2005 hatte ich mit dem damaligen Leiter des Hochschulsports Hamburg, Thomas Beyer, eine Präsentation zur Bewerbung um die damals noch Universiade genannten Weltspiele der Studierenden ausgearbeitet.” Der Anlauf missglückte; umso mehr freut sich Jörg Förster, nun vom 16. bis 27. Juli die Elite der studierenden Spitzensportler*innen in der Region Rhein-Ruhr unter Einbindung Berlins begrüßen zu können.
Am Montagabend (7. April) wurde mit einem Kick-off-Event in Mülheim an der Ruhr der 100-Tage-Countdown eingeläutet, an diesem Dienstag (8. April) gehen die Tickets für die Wettkämpfe in den 18 Sportarten in den Verkauf (alle Informationen dazu hier).
„Wir sind jetzt voll in der Umsetzungsphase, alle wichtigen Aufträge sind vergeben, unser Fokus ist nun direkt auf die Spiele gerichtet“, sagt Sina Diekmann. Sie ist seit drei Jahren bei der Veranstaltungs-gGmbH angestellt, die der ADH gründen musste, um die Organisation und Ausrichtung stemmen zu können. „Ich war Mitarbeiterin Nummer fünf, mittlerweile sind wir bei rund 250, Tendenz stetig steigend“, sagt die 35-Jährige, die sich als Chief Sports Officer um alle Themen rund um die sportliche Durchführung kümmert.
Um zu verdeutlichen, was das für eine Aufgabe ist, hilft ein Blick auf die Zahlen. Fast 8.500 Athlet*innen aus rund 150 Nationen, die nicht älter als 25 Jahre alt sein dürfen und als Studierende eingeschrieben sein müssen, werden an den seit 1959 existierenden und seit 1973 im Zweijahresrhythmus ausgetragenen Sommerspielen teilnehmen. Deutschland ist mit rund 350 Aktiven am Start, so viele wie noch nie. Das Budget von knapp 160 Millionen Euro steuern der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen in etwa gleichen Teilen bei. Sechs Städte - neben Berlin sind das Essen, Duisburg (1989 bislang einziger deutscher Ausrichter einer Universiade), Bochum, Mülheim an der Ruhr und Hagen - sind beteiligt. Ein zentrales Dorf für Athlet*innen gibt es nicht, die Teilnehmenden werden in Hotels in der Nähe ihrer Wettkampfstätten untergebracht, um eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu ermöglichen. „Wir wollen auch ein Zeichen setzen, dass ein Sportevent dieser Größe in puncto Nachhaltigkeit machbar ist“, sagt Jörg Förster.
Neustart mit 26: Der harte Weg der Yvonne Li
Ein wenig komisch wird es sich anfühlen, das verhehlt Yvonne Li nicht. Wenn die 26-Jährige an diesem Mittwoch in Horsens (Dänemark) bei der Einzel-EM im Badminton nach Freilos in Runde eins zu ihrem Auftaktmatch gegen Keisha Fatima Azzahra (Aserbaidschan) antritt, ist es für sie wie ein Neustart der Karriere. „Ich bin hier mit gemischten Gefühlen angereist. Auf der einen Seite kann ich nach der langen Pause sportlich keine Wunderdinge erwarten, was mich entspannter sein lässt. Auf der anderen Seite will ich meine beste Leistung zeigen, was Druck erzeugt. Aber ich bin auf jeden Fall froh, dass es wieder losgeht“, sagt die deutsche Nummer eins.
Dass sie diesen Status noch immer hat, obwohl sie eine lange Leidenszeit und eine einschneidende Entscheidung hinter sich bringen musste, spricht für die Qualität, die die Tochter chinesischer Eltern im schnellsten Rückschlagspiel der Welt auf den Court bringt. Yvonne Li war zu ihrer besten Zeit 2023 auf Rang 21 der Weltrangliste zu finden, aktuell wird sie an Position 94 geführt. Die Gründe dafür sind vielfältig, in erster Linie liegen sie aber im körperlichen Bereich. Eine Knieverletzung warf sie im vergangenen Jahr vor den Olympischen Spielen in Paris zurück, ein Ermüdungsbruch im rechten Mittelfuß zwang sie in den vergangenen drei Monaten zur Pause. Mitte Oktober war ein Knochenödem festgestellt worden, vier Tage vor den Hylo Open in Saarbrücken, einem der zwei deutschen Topturniere. „Ich habe schweren Herzens für Saarbrücken abgesagt, dann aber zu früh wieder angefangen, um die Asien-Tour zu spielen. Mitte Dezember im Rahmen der Team-EM-Qualifikation habe ich gespürt, dass etwas mit dem Fuß immer noch nicht stimmte“, sagt Yvonne.
Von den Ärzten immer wieder zum Nichtstun verdonnert zu werden, habe sie mental stark belastet. Die Diagnose Mittelfußbruch, die Anfang Januar gestellt wurde, kam wie ein Schock, da sie zuvor einen Monat komplett pausiert hatte und es trotzdem zum Ermüdungsbruch gekommen war. Seit drei Wochen ist die Rechtshänderin nun wieder voll im Training, „und ich habe Vertrauen in den Fuß, was gut für den Kopf ist“, sagt sie. Aber weil ihr seit Mitte Dezember die Wettkampfpraxis fehlt, ist sie selbst gespannt darauf, wie ihr der Wiedereinstieg gelingen wird. „Wird schon werden, Badminton ist schließlich das altbekannte Brot“, sagt sie.
So viel Gelassenheit war nicht immer die Regel bei Yvonne Li, die in der Vergangenheit bisweilen darunter litt, sich zu sehr unter Druck zu setzen und darunter die Lockerheit einzubüßen, die ihrem Spiel hilft. Bei den Olympischen Spielen in Paris hatte sie dann das Pech, eine extrem schwere Vorrundengruppe erwischt zu haben. Dennoch gelang es ihr, gegen die Topspielerinnen Chen Yu Fei aus China (14:21, 21:17, 9:21) und Mia Blichfeldt aus Dänemark (14:21, 21:14, 12:21) auf Augenhöhe mitzuhalten. „Das war schon bitter. Ich hatte aus meiner Sicht vielleicht mein bestes Badminton gespielt, und fand es deshalb etwas schade, nicht für noch mehr Aufmerksamkeit für meinen Sport sorgen zu können“, sagt sie.
„Die Wirkung von Bewegung wird noch zu häufig unterschätzt“
DOSB: Der Weltgesundheitstag lenkt einmal im Jahr den Blick auf ein sehr wichtiges Themenspektrum. Welche Bedeutung hat er aus Sicht der Krankenkassen?
Melanie Dold: Er ist ein sehr relevanter Tag, der an die Gründung der Weltgesundheitsorganisation erinnert und an dem Themen mit globaler Resonanz im Mittelpunkt stehen. Die gesetzlichen Krankenkassen greifen ihn gern auf, um Themen zur Gesunderhaltung ihrer Versicherten in den Vordergrund zu rücken. In diesem Jahr ist die Gesundheit von Müttern und Neugeborenen das Schwerpunktthema. Allein mehr als 1000 Kurse zu Beckenbodenkräftigung sind verfügbar, und dank der nach Corona deutlich umfangreicheren Angebote im digitalen Bereich sind diese Kurse niedrigschwellig zu absolvieren. Die Krankenkassen sind in Form von Präventionsangeboten schon sehr lange in den Weltgesundheitstag involviert.
Im DOSB sprechen wir oft von der Bedeutung von Sport für die Gesunderhaltung, bei den Angeboten der Krankenkassen geht es vorrangig um Bewegung. Können Sie einmal aus Ihrer Sicht den Unterschied zwischen Sport und Bewegung definieren?
Mit Blick auf den Leitfaden Prävention ist Sport eine zielgerichtete, leistungsorientierte Aktivität, bei der es um einen Weiterentwicklungsprozess bis hin zur Perfektionierung geht. Bewegung zur Gesundheitsförderung ist ein gesundheitlicher Ansatz, der sämtliche Ressourcen trainiert. Einseitige Belastungen wie in spezifischen Sportarten sind zu vermeiden, die Dosierung ist sehr wichtig. Bewegung muss niedrigschwellig in den Alltag integriert werden können, um eine Verhaltensänderung zu befördern.
Selina Freitag ist Sporthilfe Sportlerin des Monats März
Die WM-Zweite im Skispringen, Selina Freitag, ist mit 45,3 Prozent von den Sporthilfe-geförderten Athlet*innen zur Sportlerin des Monats März gewählt worden. Die 23-Jährige hatte bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Trondheim gleich drei Medaillen gewonnen - jeweils Silber von der Normal- und von der Großschanze sowie Team-Bronze gemeinsam mit Juliane Seyfarth, Katharina Schmid und Agnes Reisch.
Bei der von der Sporthilfe durchgeführten Wahl „Sportler/Sportlerin des Monats“ stimmen anders als etwa bei Medien- oder Publikumswahlen ausschließlich Deutschlands beste Nachwuchs- sowie Spitzenathlet*innen ab und geben der Auszeichnung damit ihre ganz besondere Note.
Selina Freitag setzte sich bei der Wahl gegen die Staffel-Weltmeister in der Nordischen Kombination in der Besetzung mit Johannes Rydzek, Wendelin Thannheimer, Julian Schmid und Vinzenz Geiger durch (38,2%), die bei der WM in Trondheim die Goldmedaille nach dem Springen von der Großschanze und dem Skilanglauf auf der 4x5-km-Strecke gewonnen hatten. Auf Platz drei wählten die Sporthilfe-Athlet*innen „Bob-Dominator“ Francesco Friedrich (16,5%). Der 34-Jährige hatte sich bei der Weltmeisterschaft in Lake Placid die WM-Titel Nummer 15 und 16 seiner Karriere gesichert. Friedrich siegte im Zweier und war auch im Viererbob mit seinen Anschiebern Matthias Sommer, Alexander Schüller und Felix Straub nicht zu schlagen.
Für ihre herausragenden Leistungen waren die Athletin und die Athleten von der Athletenkommission im DOSB, von SPORT1 und von der Sporthilfe für die Wahl nominiert worden. Insgesamt hatten die deutschen Athletinnen und Athleten im März knapp 30 Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften gewonnen.
Zurück zu alter Stärke: Wie der olympische Sommersport die Trendwende schaffen will
Eineinhalb spannende Konferenztage neigten sich ihrem Ende entgegen, als Olaf Tabor die Frage aufwarf, die sich viele Teilnehmende im Konferenzraum Arena in der Zentrale des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Frankfurt am Main stellten. „Wir haben viel gearbeitet, sehr engagiert und fachlich fundiert diskutiert, was uns zeigt, wie wichtig diese Veranstaltung war“, sagte der Vorstand Leistungssport im DOSB, „aber was machen wir nun damit?“ Eine Frage war das, deren Beantwortung in der Tiefe einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte. Schließlich war die Olympiakonferenz mit dem Arbeitstitel „Team D auf dem Weg in die Zukunft: Analyse und Ableitungen aus dem Olympiazyklus Paris”, zu der der DOSB in dieser Form erstmals geladen hatte, als Anstoß dazu gedacht, wichtige Veränderungen nicht nur zu diskutieren, sondern endlich auch umzusetzen. Mit dem Ziel, den Abwärtstrend der Sommersportarten zu stoppen und in der Medaillenwertung langfristig wieder unter die besten fünf der Welt vorzustoßen.
Wie schwierig diese Aufgabe ist, davon bekamen die rund 120 geladenen Gäste, darunter sowohl Sportverantwortliche und Bundestrainer*innen aus den olympischen Sommersportverbänden als auch Leiter*innen der Olympiastützpunkte, Vertreter*innen der Landessportbünde und der DOSB-Athletenkommission, einen Eindruck, der zwar nicht neu war, aber unterstrich, wie quälend der über Jahre aufgestaute Frust bei einigen geworden ist. Sachliche, aber deutliche Kritik war indes ausdrücklich erwünscht. „Wir haben dieses Format gewählt, um offen und direkt die Punkte anzusprechen, die uns daran hindern, eine bessere Performance zu bringen als bei den Spielen in Paris, bei denen wir mit der Gesamtleistung nicht zufrieden sein konnten. Deshalb war uns diese Analyse und die notwendige kritische Diskussion sehr wichtig“, erklärte Olaf Tabor, dessen Team aus dem Geschäftsbereich Leistungssport die Konferenz vorbereitet hatte, den Ansatz.
Ausdrücklich sollte die Aussprache zunächst intern erfolgen, um Vertraulichkeit und eine professionelle Atmosphäre zu garantieren. Dass einige Teilnehmende den späten Zeitpunkt der Analyse kritisierten, nahm Tabor als wichtige Anregung auf, sagte aber auch: „Solche wichtigen Termine müssen anständig vorbereitet werden.“ Und das war diese Konferenz, die vom ehemaligen ARD-Sportkoordinator und heutigen Geschäftsführer der Finals GmbH, Hagen Boßdorf, kompetent und mit viel Fachkenntnis moderiert wurde, zweifelsohne.
LEAP to Lausanne: Internationale Einblicke für deutsche Sportführungskräfte
Das Leadership-Programm, initiiert vom DOSB und dem Bundesministerium des Innern und für Heimat, bereitet Führungskräfte aus den DOSB-Mitgliedsorganisationen gezielt auf Aufgaben in internationalen Sportverbänden vor. Zum Auftakt besuchte die Delegation den Volleyball-Weltverband FIVB. Präsident Fabio Azevedo, der zuvor elf Jahre als Generalsekretär tätig war, präsentierte die strategische Ausrichtung des Verbandes und betonte die Bedeutung der internationalen Vernetzung in der Olympischen Bewegung.
Ein weiteres Highlight war der Austausch mit James Carr, Executive Director der Association of Summer Olympic International Federations (ASOIF). Schwerpunkt des Gesprächs war die Governance Review, mit der ASOIF alle zwei Jahre die Good-Governance-Entwicklung der Olympischen Weltverbände analysiert und vergleichbar macht.
Besuch im Olympic House und Gespräch mit IOC-Präsident Thomas Bach
Ein ganztägiger Besuch des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) führte die LEAP-Teilnehmer*innen in das beeindruckende Olympic House, eines der nachhaltigsten Bürogebäude der Welt. Im Gespräch mit IOC-Präsident Thomas Bach standen sein Werdegang in die internationale Sportpolitik sowie die Herausforderungen der Olympischen Bewegung im Fokus. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung von Leadership und Vernetzung auf internationaler Ebene.
Ein weiteres Highlight war die Ehrung der Teilnehmer*innen an den Olympischen und Paralympischen Spielen in der LEAP-Gruppe: Sie durften sich mit ihren Unterschriften auf der Athletes’ Wall verewigen. „Schon am ersten Tag in Lausanne war ich von den lehrreichen Einblicken begeistert. Besonders wertvoll war der Austausch mit internationalen Entscheidungsträgern, der mir neue Perspektiven auf die Governance-Strukturen der Olympischen Weltverbände eröffnete. Ich bin dankbar, dass mir das LEAP-Programm die einzigartige Möglichkeit gibt, meine Führungskompetenzen gezielt auszubauen und mich auf zukünftige internationale Aufgaben vorzubereiten“, sagte Paralympicssiegerin und Mitglied in der DOSB-Athletenkommission Mareike Miller.