Neues aus Sportdeutschland

Das neue Sportprogramm für die Olympischen Spiele Los Angeles 2028

Mehr Frauen als Männer und neue Wettbewerbe mit mehr Medaillen als je zuvor: Die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hat am 9. April das Wettbewerbsprogramm und die Anzahl der Startplätze für die Olympischen Spiele Los Angeles 2028 beschlossen.

Mit 351 Medaillen-Entscheidungen wird es 22 mehr geben als noch in Paris 2024 (329). Gleichzeitig wird das Limit von 10.500 Athletinnen und Athleten in den Kernsportarten eingehalten. Hinzu kommen 698 Startplätze für die fünf vom Ausrichter LA 2028 vorgeschlagenen Sportarten Baseball/Softball, Cricket, Flagfootball, Lacrosse und Squash.

Der Leiter der Abteilung Verbandsberatung & Sportförderung im DOSB, Robert Bartko, ordnet die Entscheidung ein: „Aus sportlicher Sicht bietet diese Entwicklung mehrere Chancen: Die stärkere Präsenz von Frauen kann die Beliebtheit und Sichtbarkeit weiblicher Athletinnen sowie deren Sportarten weiter steigern. Insbesondere die Erweiterung der Frauenfußball-Wettbewerbe auf 16 Teams zeigt das wachsende Interesse an Frauenteamsportarten“, so Bartko. „Diese Entwicklung stellt uns alle im Leistungssport noch stärker vor die Aufgabe, Nachwuchsathletinnen gezielt zu fördern und gleichwertige Trainings- und Wettkampfbedingungen für Frauen und Männer sicherzustellen. Das neue Programm steht für eine zukunftsweisende Entwicklung, die nicht nur die Geschlechterparität stärkt, sondern auch das Potential hat, die Vielfalt und Attraktivität des olympischen Sports insgesamt zu fördern.“

Gemeinsam erfolgreich die Zukunft gestalten

Daniel Dwars hat im März 2025 als Nachfolger von Zakia Chlihi die Leitung des zuständigen Referats im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) übernommen. Bianca Tamadon fungiert seit September 2024 als Bundesprogrammleitung auf Seiten des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB). Im Mittelpunkt des gemeinsamen Treffens standen das persönliche Kennenlernen und die strategische Zukunftsausrichtung des Bundesprogramms.

Zukunftsstrategie: Integration durch Sport langfristig stärken

Ein zentrales Thema des Treffens war der laufende Strategieprozess für die kommende Förderperiode von 2027 bis 2029. Dabei standen grundsätzliche Fragen zur Zukunft des Programms im Mittelpunkt: Was ist die langfristige Vision von IdS? Wie kann die Teilhabe von Menschen mit Migrationsgeschichte noch weiter gefördert werden? Welche Maßnahmen sind notwendig, um das Programm nachhaltig weiterzuentwickeln? Ziel ist es, bis Ende des Jahres eine finalisierte Strategie vorzulegen, die diesen Fragen Rechnung trägt.

Der kulturelle Hotspot des deutschen Sports

Die Leidenschaft zu spüren, die aus jedem seiner wohl gesetzten Worte spricht, ist allein schon die Reise nach Köln wert. Wenn Dr. Andreas Höfer ansetzt, um über die Vorzüge seines Arbeitsplatzes zu referieren, dann wird eines sofort deutlich: Der Direktor des Deutschen Sport & Olympia Museums (DSOM) in Köln ist einer jener glücklichen Menschen, für die der Beruf eine Berufung ist. Seit Oktober 2013 führt Höfer die 1999 eröffnete Institution, die vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) seit ihren Anfängen finanziell unterstützt wird. „Wir sind der kulturelle Hotspot des deutschen Sports“, sagt er. Um das zu überprüfen, hilft nur eins: ein Besuch der 2700 m² großen Ausstellungsfläche. 

Um das barrierefrei zugängliche Museum in herrlicher Uferlage im Rheinauhafen zu erreichen, muss man zunächst der Versuchung widerstehen, in das benachbarte Lindt-Schokoladenmuseum abzudriften. Wem das gelingt, der wird direkt im Eingangsbereich mit einem spektakulären Exponat belohnt: Ein Original-Bolide, mit dem Michael Schumacher 1995 für Benetton Renault in der Formel 1 seinen zweiten von sieben WM-Titeln holte, und der den Auftakt eines Rundgangs durch Jahrhunderte der Sportgeschichte bildet, auf dem die rund 100.000 Sportfans, die das Museum im Schnitt pro Jahr besuchen, nicht nur einmal Gänsehaut bekommen. 

Sonderausstellung zu American Football

Aufgeteilt ist das Haus grob in zwei Bereiche: In die Dauerausstellung im ersten Stock, die sich mittels einer als Laufbahn gestalteten Timeline chronologisch von der Antike bis in die heutige Zeit vorarbeitet und von verschiedenen Themenräumen flankiert wird. Und in die Sonderausstellung im Erdgeschoss, die von wechselnden Exponaten geprägt ist und die Möglichkeit eröffnet, auch einmal monothematisch in die Tiefe zu gehen. So geschehen im vergangenen Jahr, als das Museum seinen 25. Geburtstag mit einer Sonderausstellung feierte, die in dem liebevoll und akribisch gestalteten Begleitband „25 Short Sport Stories“ verewigt wurde, der anhand der Geschichten von 25 besonderen Ausstellungsstücken die 25 Jahre des Bestehens lebendig werden lässt. 

Und der nächste Höhepunkt naht. Am 27. April eröffnet eine Ausstellung zum Thema American Football, an der Kurator Kai Hilger aktuell noch mit Hochdruck arbeitet. Am Beispiel der Detroit Lions wird dargestellt, wie der professionelle und kommerziell enorm erfolgreiche Spielbetrieb in der US-Profiliga NFL funktioniert. In Deutschland ist der Sport, der 2028 in Los Angeles mit der Variante Flag Football olympisch wird, seit Jahren ein Quotenbringer für RTL, der vor allem junge Sportfans anzieht. „Diese Zielgruppe über eine solche Ausstellung mit unserem Museum in Kontakt zu bringen, ist ein wichtiger Aspekt“, sagt Hilger, der hofft, dass der deutsche Lions-Star-Receiver Amon-Ra St. Brown, dessen Mutter aus Leverkusen stammt, die bis 8. Juni laufende Ausstellung besuchen wird. 

Wer sich nun fragt, was die NFL mit der deutschen Sport- und Olympiageschichte zu tun hat, der wird von Bettina Lehmann aufgeklärt. „Wir verstehen uns in erster Linie natürlich als ein Museum für nationale Sport- und Olympiageschichte, aber wir schauen auch auf Themen, die weltweit interessieren und auf Deutschland abstrahlen“, sagt die Leiterin der Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit. Eins der herausragenden Exponate im Museum sind Original-Handschuhe von Muhammad Ali, die die 2016 verstorbene Boxlegende signiert hat. Sie stammen aus dem privaten Fundus des ehemaligen WDR-Sportchefs Kurt Brumme, der im Partykeller seines Kölner Wohnhauses eigens gesammelte Devotionalien angehäuft und diese dem Museum nach seinem Tod vor 20 Jahren vermacht hatte. In einem separaten Raum, der Kurt-Brumme-Galerie, können diese besichtigt werden. 

Schwerpunkt Olympische Spiele

Ein deutlicher Schwerpunkt liegt aber zweifellos auf der Geschichte Olympischer Spiele. Das beginnt damit, dass das alte Zollhaus, in dem das Museum untergebracht ist, von 1896 datiert; dem Jahr, in dem in Athen die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit stattfanden. Und setzt sich fort über die Olympia-Lounge, in der mit Ausnahme der Spiele 1952 in Helsinki alle Fackeln der Sommerspiele von 1936 bis heute ausgestellt sind, die durch die Ausrichterländer getragen wurden, bis hin zu den Sonderräumen für die drei Ausgaben des Fünf-Ringe-Spektakels, die in Deutschland ausgetragen wurden: 1936 in Berlin (Sommer) und Garmisch-Partenkirchen (Winter) sowie 1972 in München. Von letzteren legen beispielsweise ein Wettkampfshirt von Hochsprung-Olympiasiegerin Ulrike Meyfarth und signierte Handschuhe von Box-Olympiasieger Dieter Kottysch die beeindruckendsten Zeugnisse ab. 

Dass Exponate von ihren Besitzer*innen an das Museum weitergereicht werden, ist der einfachste Weg, diese zu erhalten. „Wir haben kein großes Budget, um Ausstellungsstücke zuzukaufen, deshalb sind wir darauf angewiesen, dass wir diese leihen können oder im besten Fall überlassen bekommen“, sagt Kurator Hilger. In Gregor Baldrich beschäftigt das DSOM zudem einen bestens vernetzten Sammler, der die einschlägigen Börsen und das Internet nach Exponaten durchsucht. Dabei ist interessant zu wissen, dass nur rund zwei Prozent der Ausstellungsstücke, die sich im Besitz des Museums befinden, dort auch ausgestellt werden können. Die anderen rund 98 Prozent lagern in drei Depots in Köln – und kommen zum Einsatz, wenn Sonderausstellungen oder eine Umgestaltung der Dauerausstellung es ermöglichen. 

Letztere ist für das Jahresende geplant, wenn im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele in Mailand Cortina im Februar 2026 im Bereich „Ehrenrunde“ ein Fokus auf den Wintersport gelegt werden soll. Auf der „Ehrenrunde“ erzählen interaktive Spinde, die die Anmutung einer Umkleidekabine hervorrufen, Geschichten bekannter Sportstars. Einen Wintersport-Raum kann das Museum aber auch jetzt schon bieten, dort hängen ein Eiskunstlauf-Dress von Kati Witt und ein schicker Skianzug von Rosi Mittermaier. Auch eine der prominenten Absagen geht auf eine Wintersportlerin zurück. Biathlon-Königin Magdalena Neuner reagierte auf die Bitte, ihr Gewehr zu spenden, entschieden. „Biathleten trennen sich aus Prinzip nicht von ihrem Sportgerät, lautete die Begründung“, erinnert sich Kai Hilger. 

Event-Inklusionsmanager*in im Sport: Julia Nietzel

Wenn Julia Nietzel sich selbst beschreibt, dann fallen ihr viele Charakterzüge ein. Sie mag keine Ungerechtigkeiten, sei gerne unter Menschen, setze sich für andere ein. Vor allem aber sei sie eines: empathisch. 

Mit diesem Einfühlungsvermögen geht sie nicht nur privat durchs Leben, anwendbar ist es auch in vielen Situationen in ihrem Job als Event-Inklusionsmanagerin (EVI) auf der „INSEL“, dem inklusiven Freizeitgelände der Stiftung Pfennigparade und in den Angeboten des INSEL.Zeit-Verein.

Bewegungsangebote für Menschen mit Einsamkeitserleben

Häufiges Erleben von Einsamkeit mindert nicht nur die Lebensqualität älterer Menschen, sondern kann auch gesundheitliche Folgen haben. Doch es gibt Lösungen - insbesondere im und durch Sport.

Zitat Christoph Wenz (Referent im Ressort Breiten- und Gesundheitssport beim Deutschen Olympischen Sportbund) “Zahlreiche Sportvereine setzen auf gezielte Programme, um Seniorinnen und Senioren zu vernetzen und ihre körperliche Aktivität sowie soziale Teilhabe zu fördern.”

Ein Beispiel ist der „Spaziergehtreff“ der Turngemeinde 1904 Kriegsheim in Rheinhessen, bei dem seit zehn Jahren gemeinsame Runden durch die umliegenden Ortschaften mit anschließendem Frühstück im Mehrgenerationenhaus organisiert werden. Durch die gemeinsamen Spaziergänge entstehen Kontakte und Freundschaften, die über den Sport hinausreichen.

Bei gemeinsamen Übungen unter der Leitung von Konrad Reiter Mitglied des Seniorenrats des Badischen Turnerbundes (BTB), konnten die Teilnehmenden erleben, wie schnell man durch gemeinsame Bewegung in Gespräch kommt und neue Kontakte knüpfen kann .Konrad Reiter ist selbst begeisterter Übungsleiter und beobachtet in seinen Gruppen immer wieder aufs Neue, dass Sport verbindet, Freude macht und dabei helfen kann, Einsamkeit im Alter zu lindern: “Ich stelle fest, dass viele ältere Menschen deshalb zu mir in die Sportkurse kommen, weil sie sich einsam fühlen. Geselligkeit, Kontaktaufnahme und gemeinsamer Austausch sind wichtige Gründe für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.”

Koalitionsvertrag: Verantwortung für ein fittes Deutschland

„Verantwortung für Deutschland“. Unter diesem Titel haben die Spitzen von CDU, CSU und SPD am Mittwoch, 9. April 2025, ihren 146-seitigen Koalitionsvertrag vorgestellt. Die Koalitionäre präsentierten sowohl eine inhaltliche Einigung als auch die Ressortaufteilung - eine konkrete Besetzung von Ministerämtern steht derweil noch aus. Dem Sport ist in Kapitel 4 „Starker Zusammenhalt, standfeste Demokratie“ der Abschnitt „Kommunen, Sport, Ehrenamt“ gewidmet. Hier finden sich die zentralen Vorhaben der Koalitionäre für die Anliegen des Sports. 

Positiv fällt auf: Die Parteien erkennen die herausragende Bedeutung von Sport und Bewegung für das Gemeinwohl an. Sie bekennen sich zur Stärkung des organisierten Sports - in der Spitze und in der Breite. 

Ticketverkauf für Mailand Cortina 2026 gestartet

Nach den ersten Verkaufsfenstern im vergangenen Februar gibt es nun die Gelegenheit, Tickets im freien Verkauf zu erwerben. Noch bis zum 6. Mai können Sportfans mit der Early-Bird Aktion bei ausgewählten Wettbewerben sparen. 

Jede Person kann bis zu 25 Tickets erwerben, die vollständig digitalisiert sind. Das offizielle Zahlungsmittel ist Visa, langjähriger Partner der Olympischen und Paralympischen Spiele. 

Es ist möglich, Tickets für sich selbst und für andere Personen zu erwerben, wobei die Namen der Ticketinhaber*innen von der Person, die den Kauf abschließt, vor den Wettkämpfen eingetragen werden müssen. Ab Dezember 2025 kann über die offizielle Ticket-App für Mailand Cortina 2026 kostenlos der/die Ticketinhaber*in gewechselt werden.

Das Ticket-Programm für Mailand Cortina 2026 ist zusammen mit dem Hospitality-Programm von On Location die einzige offizielle und sichere Quelle für den Kauf von Tickets für die anstehenden Olympischen und Paralympischen Winterspiele.   

Beim Kauf von Tickets oder Hospitality-Paketen außerhalb der offiziellen Plattform gehen Käufer*innen das Risiko ein, dass die Tickets oder Hospitality-Pakete nicht geliefert oder vom Organisationskomitee Mailand Cortina 2026 gemäß den Bestimmungen und Bedingungen storniert werden.  

Im Rahmen der ersten Verkaufsphase wurden bereits 660.000 Eintrittskarten verkauft. Die meisten Tickets wurden in Italien, gefolgt von Deutschland, den USA, Großbritannien, der Schweiz, den Niederlanden und Frankreich erworben. 

Koalitionsvertrag: DOSB begrüßt Maßnahmen zur Stärkung des Sports

Im 146-seitigen Entwurf, der sich auf immerhin gut drei Seiten dem Sport widmet, wird nachdrücklich unter Wahrung der Autonomie des Sports die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele unterstützt und eine ausreichende Finanzierung auch anderer Sportgroßveranstaltungen befürwortet. Zudem wird die CDU einen Staatsminister/eine Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt stellen. Außerdem wird die Dringlichkeit einer Stärkung der Sportinfrastruktur anerkannt und mit einer Milliarde Euro finanziert. „Das ist eine richtige und gute Grundlage, auf der wir weiter aufbauen müssen. Wir werden darauf drängen, dass daraus eine dauerhafte und verlässliche Finanzierung wird“, sagt Volker Bouffier, DOSB-Vorstand mit besonderen Aufgaben.

5 Ringe - 5 Fragen: So geht es weiter mit der Olympiabewerbung

Wie ist der Status Quo der deutschen Olympiabewerbung? 

Der DOSB arbeitet seit 2023 intensiv an einer Olympiabewerbung und hat in den vergangenen zwei Jahren den Grundstein für eine erfolgreiche deutsche Bewerbung gelegt. Das Vorhaben des DOSB genießt breite Unterstützung aus Kommunal-, Landes- und Bundespolitik, in der Wirtschaft und in weiten Teilen der Bevölkerung. 

Nun gibt der DOSB bekannt, wie die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem finalen Bewerbungskonzept aussehen. In drei Schritten soll bis spätestens Herbst 2026 entschieden, welche Stadt bzw. Region in das internationale Rennen um die Spiele 2036, 2040 oder 2044 eintritt. 

Wo könnten die Spiele stattfinden? 

Der DOSB hat in den vergangenen Jahren gemeinsam mit dem Bund und mehreren Städten und Bundesländern verschiedene Grobkonzepte entwickelt. Dabei wurden auch Konzepte in Erwägung gezogen, bei denen die Wettbewerbe auf mehrere Städte verteilt werden. 

Vor dem Hintergrund der internationalen Wettbewerbsfähigkeit sowie den Erfahrungen mit den Olympischen und Paralympischen Spielen 2024 in Paris hat der DOSB im vergangenen Jahr beschlossen, den Fokus auf Konzepte mit einem zentralen Austragungsort und einem Olympischen bzw. Paralympischen Dorf für möglichst viele Athlet*innen zu legen. 

Aktuell werden vier verschiedene Regionalkonzepte von den jeweiligen Städten, Bundesländern und deren Partnern ausgearbeitet. Die Zentren dieser Konzepte sind die Städte Berlin, Hamburg, München und die Region Rhein-Ruhr.

Nichtsdestotrotz soll die Nutzung bestehender Sportstätten maximiert werden. Vor diesem Hintergrund können auch ergänzende Standorte infrage kommen.

Wie entscheidet der DOSB, wo die Spiele stattfinden sollen? 

Bis Ende Mai 2025 reichen die vier interessierten Städte/Regionen erste Unterlagen zu ihren Konzepten ein. Anschließend prüft der DOSB, ob die Konzepte die operativen Mindestanforderungen erfüllen. Betrachtet werden insbesondere Sportstätten sowie erste Konzepte für ein Olympisches bzw. Paralympisches Dorf. Der DOSB bewertet die eingereichten Konzepte bis Ende September und stellt die Ergebnisse auf seiner Mitgliederversammlung am 6. Dezember 2025 in Frankfurt vor.  

In der zweiten Stufe erhalten die Bewerber die Möglichkeit, bis Ende Juni 2026 ein Referendum durchzuführen. Zwar ist ein positives Votum formal keine Voraussetzung für das Internationale Olympische Komitee (IOC) und wird deshalb auch vom DOSB nicht gefordert, dennoch respektiert der DOSB, wenn eine Gebietskörperschaft ein solches Verfahren zur Absicherung der Bewerbung durchführen möchte oder muss. In diesem Fall unterstützt der DOSB diesen Prozess im Rahmen seiner Möglichkeiten.  

In der finalen dritten Stufe wird anhand einer gemeinsam mit dem Bund zu entwickelnden Bewertungsmatrix das endgültige Konzept ausgewählt. Ausschlaggebend sind dabei insbesondere die internationale Wettbewerbsfähigkeit und die Wirtschaftlichkeit der eingereichten Vorschläge. Die Entscheidung soll bis zum Herbst 2026 fallen.  

Was möchte der DOSB mit einer Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele erreichen? 

Der DOSB verfolgt das Ziel, gemeinsam mit zahlreichen Partnern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft Olympische und Paralympische Spiele zu gestalten, die in möglichst vielen Bereichen unseres Landes positive Impulse setzen. Besonders im Sport sollen vielfältige Entwicklungen angestoßen werden. Wir wollen Deutschland in Bestform bringen. Im Mittelpunkt des Bewerbungsprozesses steht deshalb, dass der DOSB zwar einen Bewerber auswählt, aber das gesamte Land hinter dem Projekt vereinen will. Dazu gehört, der Bevölkerung zu verdeutlichen, welchen Wert die Spiele für die Gesellschaft haben können. 

Was sind international die nächsten Schritte? 

Deutschland ist ein erfahrener Ausrichter von Sportgroßveranstaltungen. Kaum ein anderes Land richtet mehr Welt- und Europameisterschaften aus, mit den World University Games in diesem Sommer in der Region Rhein-Ruhr und Berlin sowie den World Games 2029 in Karlsruhe stehen zudem zwei internationale Multisportevents im Kalender. Der DOSB befindet sich seit Beginn des Jahres in regelmäßigem, vertrauensvollem Austausch mit dem IOC.

Entsprechend des Beschlusses der Mitgliederversammlung 2024 wird der DOSB in diesem Jahr in den sogenannten „Continuous Dialogue“ - die nächste formelle Phase des reformierten Bewerbungsverfahrens - eintreten. Mit diesem Schritt ist Deutschland dann auch international offiziell ein Interessent für die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele. 

Wann das IOC die Spiele 2036 und folgende vergibt, ist aktuell noch unklar. Hierzu wartet der DOSB die Entwicklung unter der neu gewählten IOC-Präsidentin Kirsty Coventry ab. 

 

Event-Inklusionsmanager*in im Sport: Nikolai Johann

Der Landessportbund (LSB) Sachsen-Anhalt: Für Nikolai Johann ist das wie „eine Familie, bei der ich mich angekommen und zu Hause fühle“. 

Seit 2023 ist der 35-Jährige u.a. federführend für die landesweite Weiterbildungsreihe „Inklusionsberater*innen im Sport“ verantwortlich. Acht bis 15 Menschen mit Behinderungen werden in diesem Rahmen zu Expert*innen in eigener Sache ausgebildet, um Vereinen bei der Schaffung nachhaltiger, inklusiver Sportangebote und zu barrierefreien und inklusiven Sportveranstaltungen zu beraten und zu begleiten. 

„Sport in Zeiten von Krieg und Frieden“

Patricia Wiater von der Universität Erlangen erörterte auf Basis des Völkerrechts und der Menschenrechte, wie der Sport mit Konflikten umgehen kann, und verwies auf die Olympische Charta, die das Friedensgebot enthalte und sich zum Schutz der Menschenrechte bekenne. „Eine Gleichgültigkeit des Sports gegenüber Konflikten unter dem Deckmantel der Neutralität schließt dies aus.“ Zugleich müssten das Internationale Olympische Komitee und die internationalen Verbände klare Richtlinien entwickeln, welche Arten von Konflikten zum Ausschluss oder zur Suspendierung von Teams und Athlet*innen führen sollen. Ansonsten stehe angesichts von weltweit 120 bewaffneten Konflikten der Vorwurf von Doppelstandards und Doppelmoral im Raum.

Spitzensport und Kultur für alle - die Rhine-Ruhr 2025 FISU World University Games als Blaupause

Was ihm die Ausrichtung der World University Games (WUG) bedeutet, wird auch über die Entfernung, die Videocalls nun einmal mit sich bringen, deutlich. „Das ist ein lang gehegter Traum, an dem wir seit vielen Jahren arbeiten“, sagt Jörg Förster. „Für mich persönlich schließt sich im Sommer ein Kreis, denn bereits im Jahr 2005 hatte ich mit dem damaligen Leiter des Hochschulsports Hamburg, Thomas Beyer, eine Präsentation zur Bewerbung um die damals noch Universiade genannten Weltspiele der Studierenden ausgearbeitet.” Der Anlauf missglückte; umso mehr freut sich Jörg Förster, nun vom 16. bis 27. Juli die Elite der studierenden Spitzensportler*innen in der Region Rhein-Ruhr unter Einbindung Berlins begrüßen zu können.

Am Montagabend (7. April) wurde mit einem Kick-off-Event in Mülheim an der Ruhr der 100-Tage-Countdown eingeläutet, an diesem Dienstag (8. April) gehen die Tickets für die Wettkämpfe in den 18 Sportarten in den Verkauf (alle Informationen dazu hier).

„Wir sind jetzt voll in der Umsetzungsphase, alle wichtigen Aufträge sind vergeben, unser Fokus ist nun direkt auf die Spiele gerichtet“, sagt Sina Diekmann. Sie ist seit drei Jahren bei der Veranstaltungs-gGmbH angestellt, die der ADH gründen musste, um die Organisation und Ausrichtung stemmen zu können. „Ich war Mitarbeiterin Nummer fünf, mittlerweile sind wir bei rund 250, Tendenz stetig steigend“, sagt die 35-Jährige, die sich als Chief Sports Officer um alle Themen rund um die sportliche Durchführung kümmert.

Um zu verdeutlichen, was das für eine Aufgabe ist, hilft ein Blick auf die Zahlen. Fast 8.500 Athlet*innen aus rund 150 Nationen, die nicht älter als 25 Jahre alt sein dürfen und als Studierende eingeschrieben sein müssen, werden an den seit 1959 existierenden und seit 1973 im Zweijahresrhythmus ausgetragenen Sommerspielen teilnehmen. Deutschland ist mit rund 350 Aktiven am Start, so viele wie noch nie. Das Budget von knapp 160 Millionen Euro steuern der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen in etwa gleichen Teilen bei. Sechs Städte - neben Berlin sind das Essen, Duisburg (1989 bislang einziger deutscher Ausrichter einer Universiade), Bochum, Mülheim an der Ruhr und Hagen - sind beteiligt. Ein zentrales Dorf für Athlet*innen gibt es nicht, die Teilnehmenden werden in Hotels in der Nähe ihrer Wettkampfstätten untergebracht, um eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu ermöglichen. „Wir wollen auch ein Zeichen setzen, dass ein Sportevent dieser Größe in puncto Nachhaltigkeit machbar ist“, sagt Jörg Förster.

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